Baugebiet Annahaid in Nittenau: Anwohner machen sich nach Strauchschnittarbeiten Sorgen

Von Cornelia Lorenz · 28. Januar 2025 um 17:00

Aufmerksame Anwohner am Annahaidweg in Nittenau (Landkreis Schwandorf) machen sich Sorgen: Entlang des Forstwegs beim geplanten Neubaugebiet sind auf einer Länge von 300 Metern Sträucher entfernt worden. Soll damit etwa Platz für möglicherweise bald anrückende Baufahrzeuge geschaffen werden?

Einer der Anwohner, der alle Entwicklungen am Annahaidweg akribisch verfolgt, ist Ulrich Klein. Er und eine ganze Reihe weiterer Bürger aus dem näheren Wohnumfeld wollen verhindern, dass ein rund vier Hektar großes und bislang als Klimaschutzwald ausgewiesene Areal gerodet und zum Wohnquartier wird.

Beunruhigt hat Klein deshalb die Arbeiten am Forstweg südlich der geplanten neuen Parzellen beobachtet – und eine Befürchtung geäußert: Zielt die Abholzung am Wegesrand etwa darauf ab, die Zufahrt zum Baugebiet für größere Baumaschinen frei zu machen? Schließlich sei der Streifen rund zwei Meter breit – offenbar wolle die Stadt hier bereits Fakten in Richtung Erschließung schaffen.

Keine Erschließungsmaßnahme

Nittenaus Rathaussprecherin Alexandra Oppitz bestätigte gegenüber der Mittelbayerischen, dass entlang des Forstwegs auf einer Länge von rund 300 Metern Bauhofmitarbeiter kürzlich Sträucher entfernt hätten. Einen Zusammenhang mit der Erschließung des neuen Baugebiets gibt es laut Oppitz nicht. „Die Sträucher wurden im Zuge der Verkehrssicherungspflicht entfernt, um die Sicherheit von Passanten, Fahrzeugen und anderen Verkehrsteilnehmern zu gewährleisten“, teilte sie mit. Im Rahmen der Verkehrssicherungspflicht sei es erforderlich, öffentliche und private Flächen so zu pflegen und zu gestalten, dass keine Gefährdung durch heranwachsende Pflanzen, herumliegende Äste oder andere Hindernisse bestehe.

Sträucher störten Sicht

Im konkreten Fall im Bereich Annahaid hätten Sträucher das Sichtfeld beeinträchtigt, die Durchfahrt oder den Fußgängerbereich blockiert oder eine potenzielle Gefahr für die Verkehrssicherheit darstellen könnten. Daher sei die Entfernung der Sträucher notwendig gewesen, lautet das Fazit aus dem Nittenauer Rathaus.

Das geplante Baugebiet ist in Nittenau seit mittlerweile gut drei Jahren immer wieder Thema. Im Januar 2022 war bekannt geworden, dass die Stadt am Annahaidweg ein neues Wohnquartier realisieren will. Damals war im Rahmen einer Stadtratssitzung verkündet worden, dass es der Stadt nach längeren Bemühungen gelungen sei, aus privater Hand Flächen zu erwerben, um ein neues Baugebiet zu schaffen. Die Rede war dabei von 40 Einfamilienhäusern und zwölf Doppelhaushälften.

Klimaschutzwald erhalten

Seitdem hatten Anwohner immer wieder Kritik an dem Vorhaben geäußert – unter anderem befürchten sie eine stark steigende Verkehrsbelastung. Außerdem wollen sie das derzeit noch als Klimaschutzwald ausgewiesene Areal erhalten. Vonseiten der Stadt ist es in den vergangenen Monaten still um das Projekt geworden, weil die Verwaltung zunächst die Widersprüche und Anmerkungen abarbeiten musste, die auf die erste öffentliche Auslegung der Pläne hin eingegangenen waren. „Derzeit erfolgen letzte Absprachen zu den noch erforderlichen Unterlagen“, kommentiert Oppitz den aktuellen Sachstand. Die den Anwohnern versprochene Infoveranstaltung werde derzeit geplant, ein konkretes Datum stehe aber noch nicht fest.