Annahaid: Analyse des neuen Baugebiets fast fertig – Mehr als 40 Häuser könnten entstehen

Von Cornelia Lorenz · 21. April 2024 um 05:00

Seit im Januar 2022 bekannt wurde, dass die Stadt Nittenau am Annahaidweg ein neues Baugebiet plant, sind viele Anwohner in Alarmbereitschaft. In letzter Zeit war es sehr ruhig um das Projekt. Wie lange noch?

Die Nachricht aus dem Nittenauer Stadtrat hatte vor gut zwei Jahren bei einer Reihe von Bürgern aus Bergham für Aufregung gesorgt: Damals wurde in öffentlicher Sitzung verkündet, dass es der Stadt nach längeren Bemühungen endlich gelungen sei, aus privater Hand Flächen zu erwerben, um ein knapp vier Hektar großes Areal für ein neues Baugebiet nördlich des Annahaidwegs zu schaffen. 40 Einfamilienhäuser und zwölf Doppelhaushälften sollten hier laut Stadtratsbeschluss möglich sein.

Seitdem war immer wieder Kritik an den Plänen der Stadt laut geworden: Anwohner aus den umliegenden Straßen befürchteten unter anderem eine stark steigende Belastung durch Verkehr. Doch auch das Argument, das ursprünglich als Klimaschutzwald ausgewiesene Areal müsse dringend in seiner jetzigen Form erhalten werden, wurde vehement ins Feld geführt, unter anderem vom Landesbund für Vogelschutz und den Grünen.

Verdächtige Beobachtung: Waren Vermessungsarbeiten im Gange? Bürgermeister dementiert

In den vergangenen Monaten war es um das Projekt zumindest in der Öffentlichkeit sehr still. Irritiert waren deshalb nun Anwohner, als sie kürzlich eine für sie beunruhigende Beobachtung in dem von den Planungen betroffenen Waldstück machten: Offenbar seien Vermessungsarbeiten im Gange, so der Eindruck, den ein Bürger gegenüber der Mittelbayerischen schilderte.

Bürgermeister Benjamin Boml (FW) erklärte auf Nachfrage, ihm sei nichts von Vermessungsarbeiten am Annahaidweg bekannt. Mit dem neuen Baugebiet hätten sie seines Wissens auch nichts zu tun. Auf die Frage nach dem aktuellen Planungsstand betonte der Rathauschef, derzeit sei man noch dabei, die auf die erste öffentliche Auslegung zum Bebauungsplan und zur Änderung des Flächennutzungsplan hin eingegangenen Widersprüche und Anmerkungen abzuarbeiten. „Wir sind jetzt relativ weit mit der Analyse“, sagte Boml. Es gehe derzeit noch um „letzte Abstimmungen“.

Stadt Nittenau will die Anwohner bald informieren, verspricht Bürgermeister Boml

Wird die Stadt somit auch bald das Versprechen wahr machen, die Anwohner im Rahmen der von ihnen geforderten Informationsveranstaltung über die aktuellen Planungen auf den neuesten Stand zu bringen? „Ich hoffe, dass wir die Bürgerinformation zeitnah abhalten können“, kommentierte Boml gegenüber der Mittelbayerischen.

Er gehe im Moment davon aus, dass dies noch vor der Sommerpause des Stadtrats der Fall sein werde. Darüber hinaus, so sagte Boml, sei die nötige zweite öffentliche Auslegung der Unterlagen „heuer noch machbar“. Sollte die Stadt die Einwände aus dem Petitionsausschuss des bayerischen Landtags entkräften und den Bedarf für ein neues Baugebiet konkret begründen und nachweisen können, so ist Boml durchaus zuversichtlich: Dann sei es realistisch, dass die Erschließungsarbeiten für das neue Baugebiet im Jahr 2025 starten könnten.