Die bunten Socken sind raus, der Leerstand am Regensburger Kassiansplatz ist zurück

Nur drei Monate hat das Comeback des Einzelhandels im früheren Sarik-Laden am Regensburger Kassiansplatz gedauert. Jetzt steht er wieder zur Vermietung.
Das bunte Intermezzo ist vorbei, jetzt hat in den Schaufenstern am Kassiansplatz wieder die graue Leere übernommen. Nach knapp drei Monaten hat das Sockengeschäft „We are Socks“ das Feld geräumt, die Suche nach einem neuen Mieter für die 140 Quadratmeter große Ladenfläche am Durchgang zur Vier-Eimer-Gasse läuft bereits.
Unerwartet kommt diese erneute Vakanz jedoch keineswegs. Als die Mitarbeiter von „We are Socks“ Mitte Oktober mit ihren farbenfrohen Strumpf-Kreationen anrückten, war klar, dass es sehr wahrscheinlich nur ein vorübergehender Aufenthalt werden würde. Unmittelbar davor hatte der zur Münchner „I love Leo“-GmbH gehörende Socken-Spezialist seinen Standort beim Alten Rathaus verlassen. Um das Weihnachtsgeschäft in Regensburg nicht zu verpassen, nistete er sich kurzfristig am Kassiansplatz ein, mit einem bis Jahresende laufenden Mietvertrag.
Aufgerufene Monatsmiete: 5500 Euro
„Wir würden gerne länger bleiben. Aber die Mietkosten sind natürlich schon ein Thema. Es muss halt einfach darstellbar sein für uns“, sagte „I love Leo“-Geschäftsführer Sigurd Kodal im Herbst zu den Plänen des Unternehmens und erklärte, dass Socken nur eine Nebenrolle in seinem Geschäftsmodell spielen: „Eigentlich liegt unser Hauptaugenmerk auf Frozen Yogurt. Wir könnten uns gut vorstellen, mit diesem Angebot über den 31. Dezember hinaus hier zu bleiben.“
Daraus ist nichts geworden, es war also offenbar nicht darstellbar für Kodal. Was es dafür gebraucht hätte, ist dem im Internet veröffentlichten Vermietungsangebot zu entnehmen. 5500 Euro sind für den Laden monatlich zu entrichten, dazu kommen Nebenkosten in Höhe von 320 Euro. Mit den Worten „Die äußerst gut einsehbare Verkaufsfläche eignet sich hervorragend für hochwertige Produktsortimente“ wird Appetit auf das Objekt gemacht.
Die Nachbarin findet's schade
Der unbestrittenen Attraktivität von Lage, Gebäude und Laden steht jedoch eine mittlerweile langjährige Fehlentwicklung entgegen. Bis 2019 war die Welt am Kassiansplatz weitestgehend in Ordnung. Im Jetzt-wieder-Leerstand am Eck war das Feinkostgeschäft von Haritun Sarik ein wahrer Magnet, nebenan fungierten die Buchhandlung Dombrowsky und das Café Kona als weitere Frequenzbringer. Seit Sariks Auszug konnte der Standort nicht mehr an diese Zeiten anknüpfen, daran änderte auch die städtische Zwischennutzung des Ladens als „Raum für Engagement“ nichts.
Weil auch das Café Kona längst dicht gemacht hat, ist jetzt Dombrowsky wieder allein auf weiter Flur. Lalena Hoffschildt, die Inhaberin der Buchhandlung, hatte sich im Herbst sehr über die Eröffnung von „We are Socks“ gefreut. „Das belebt den Platz, bringt Frequenz“, sagte sie und äußerte zugleich die Hoffnung, dass ein erneuter Leerstand ausbleiben möge. Es ist anders gekommen und es bleibt die Frage, wie lange er dieses Mal anhält.