Regensburg: Raum für Engagement macht dicht – So geht es nun weiter

Nach rund zwei Jahren ist Schluss: Der Raum für Engagement der Stadt am St.-Kassians-Platz macht dicht. Der Raum sei zum 31. Juli gekündigt worden, teilt Stadt-Sprecherin Juliane von Roenne-Styra mit. Vereine, Initiativen und Selbsthilfegruppen konnten sich dort einmieten.
Das Ganze sei aber ohnehin als Zwischenlösung angedacht gewesen. Ein Provisorium, das zog: „Seit der Eröffnung im Juli 2022 wurde der Raum nahezu jeden Tag gebucht, manchmal auch mehrmals täglich“, so von Roenne-Styra. Die Schließung sei schade, „da die Räumlichkeiten sehr zentral und öffentlichkeitswirksam sind“.
Immerhin: Ein Nachfolger für den Raum steht bereits fest. Zukünftig sollen Engagierte im Schreiberhaus in Stadtamhof eine Heimat finden. Anfang 2025 soll das Angebot laut Stadt an den Start gehen. „Derzeit wird das denkmalgeschützte Gebäude von der St. Katharinenspitalstiftung grundsaniert.“ Im Gebäude befinden sich ein größerer Veranstaltungsraum und vier Gruppenräume. Auch einen Innenhof soll es laut Stadt geben. „Mit dem Schreiberhaus wird das erste städtische Begegnungszentrum in Stadtamhof geschaffen“, betont von Roenne-Styra. Es solle ein generationsübergreifender Treffpunkt insbesondere für die Bürgerinnen und Bürger des Stadtteils Stadtamhof sowie der Stadtteile Steinweg/Pfaffenstein und Reinhausen sein.
Übergangslösung in der Daimlerstraße
Zwischen der Schließung des Raums für Engagements am St.-Kassians-Platz und der Eröffnung des Schreiberhauses in Stadtamhof liegt mindestens ein halbes Jahr. „Bis zum Endes des Jahres 2024 steht den Vereinen und Gruppen noch der Raum für Engagement im Stadtosten (Daimlerstraße) zur Verfügung“, teilt Stadt-Sprecherin von Roenne-Styra mit. Dort gebe es noch Kapazitäten, um die Schließung in der Stadtmitte teilweise kompensieren zu können.
Offen ist, wie es mit dem Gebäude am St.-Kassians-Platz weiter geht. Vielen Regensburgern ist es bestens bekannt, weil Haritun Sarik dort über Jahrzehnte seinen Feinkostladen betrieben hat. Immobilienmakler Thomas Gmach sucht derzeit nach einem Mieter, ein entsprechendes Inserat ist online. Gmach will sich auf Anfrage der MZ nicht weiter äußern.
Sarik-Comeback: „Wir sind in Verhandlungen“
Und Haritun Sarik? Der Kaufmann, der seit über zwei Jahrzehnten für die CSU im Stadtrat sitzt, wollte eigentlich gegenüber seines alten Standorts einen neuen Feinkostladen eröffnen. Der Plan steht weiterhin, betont Sarik. „Wir sind im Moment in Verhandlungen.“ Es dauere aber noch ein bisschen. Ein Comeback in seinen alten Laden kann er sich nicht vorstellen – auch wegen des hohen Mietpreises. Viele Regensburger wünschten sich indes ein Comeback von Sariks Feinkostladen. „Die Kunden rufen permanent bei mir an.“ Auch viele Ladenbesitzer meldeten sich bei ihm, um ihm Flächen anzubieten. Sarik sagt allerdings: „Ich brauche etwas größeres.“ Sein neuer Laden müsse entsprechende Lagerflächen haben. Der Kaufmann betont: „Die Auszeit hat mir gut getan.“ Fast 40 Jahre sei er „jeden Tag in Action“ gewesen.