Etliche Autohäuser in Regensburg schmieden Pläne für Immobilien

Verkaufen, verschenken oder verschrotten – diese Optionen gibt es für gebrauchte Autos. Was passiert, wenn sich die Frage nach der Zukunft von bereits bestehenden Autohäusern stellt, ist gerade an mehreren Stellen in Regensburg zu sehen.
Zum Beispiel betreibt die Jepsen Betriebs GmbH das neue Porsche Zentrum am Prüller Weg seit Februar 2024. Die Abläufe und die Logistik konnten laut Geschäftsführer Johannes Marx im Neubau optimiert werden. Zudem gebe es nun mehr Kapazitäten für Dienstleistungen nach dem Verkauf der Autos. Diese seien voll ausgelastet. „Insgesamt verkaufen wir an diesem Standort rund 600 Neu- und Gebrauchtwagen“, sagt er.
Was aber wird aus dem alten Porsche Zentrum in der Johann-Hösl Straße? Im Frühjahr 2024 hatte die Brücke-Fraktion im Stadtrat vorgeschlagen, das Gebäude als städtischen Veranstaltungsort für kulturelle und gesellschaftliche Ereignisse zu nutzen, was die damals noch existierende Rathaus-Koalition ablehnte. Marx spricht davon, dass Gespräche über die zukünftige Nutzung des ehemaligen Porsche Zentrums laufen. Sie seien konstruktiv, aber noch nicht abgeschlossen, weswegen er sich nicht zu den Inhalten äußerte. Der Jepsen-Chef betont, dass keiner der Beteiligten ein Interesse an einem lange andauernden Leerstand habe.

Ex-Autohaus Weger: Erste Einzüge Ende des Jahres
Weiter ist die Antwort auf die Frage gediehen, was in Zukunft auf dem Gelände des ehemaligen Autohauses Weger in der Adolf-Schmetzer-Straße passiert. Für eine Investitionssumme von 25 Millionen Euro entstehen auf den 4000 Quadratmetern laut Dr. Thomas Rosenkranz, Geschäftsführender Gesellschafter der Dr. Rosenkranz & Ehrenreich Projektentwicklung GmbH, seit Mai 60 Wohnungen in zwei Bauabschnitten. 57 davon seien bereits verkauft oder notariell verbrieft. Sie sollen einmal zwischen 52 und 89 Quadratmetern groß sein.
Ende dieses Jahres könnten die zukünftigen Bewohner des ersten Bauabschnitts einziehen, Mitte des kommenden Jahres die des zweiten. Rosenkranz spricht von wertvollem und selten gewordenem Potenzial für die Schaffung von dringend benötigtem Wohnraum, über das Autohäuser in innerstädtischen Lagen in seinen Augen verfügen. Das liege an dem Flächenbedarf der ehemaligen Niederlassungen, was sich in entsprechenden Grundstücksgrößen niederschlage und Entwicklungsmöglichkeiten biete. Die Herausforderungen bei Projekten wie diesem liegen für ihn im Rückbau und der Sanierung von Altlasten, da immer wieder mit Ölrückständen im Erdreich zu rechnen sei.

Gebhardt: Apartments für Studenten in Planung
Ende November 2024 hat das traditionsreiche Autohaus Gebhardt seinen Betrieb in der Friedensstraße eingestellt. Nun gibt es erste Pläne dafür, was an dieser Stelle einmal entstehen könnte. Christian Erl, Geschäftsführer der Harmonie Immobilien GmbH, der das Gelände für die Eigentümer weiterentwickelt, spricht von einem Wohnprojekt für Studierende, das dort einmal verwirklicht werden könnte.

Dünnes baut den alten Elektromarkt Fröschl um
Beim Autohaus Dünnes, das auf über 70 Jahre Firmengeschichte zurückblicken kann, sieht die Lage komplett anders aus: Die Geschäftsführer, Christian und Dr. Alexander Dünnes, expandieren. Auf dem Nachbargrundstück in der Walhalla-Allee bauen sie die ehemalige Niederlassung des Elektromarktes Fröschl um. Im Erdgeschoss soll laut Dr. Alexander Dünnes bis Mitte des Jahres ein 2800 Quadratmeter großer Showroom für sieben Marken entstehen. Zudem hat das Gebäude nun zwei und nicht mehr lediglich ein Obergeschoß. In diesen sollen im dritten Quartal bis zu 6000 Quadratmeter an Büroflächen fertiggestellt werden. „Erste Interessenten haben bereits von sich aus nachgefragt“, sagt Dünnes. Im Februar wolle er nun aktiv in die Suche nach Mietern einsteigen. Die Entscheidung für den Umbau sei aus Gründen der Nachhaltigkeit gefallen, erklärt der Geschäftsführer. „Je tiefer man in dieses Thema einsteigt, desto interessanter und sinnvoller wird es“, verdeutlicht der Mann, der mit seinem Projekt die Platin-Zertifizierung der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen anstrebt.