Regensburger Autohaus Dünnes blickt auf lange Tradition zurück – und auf Großprojekte voraus

Von Robert Torunsky · 3. Oktober 2024 um 05:00

Von der kleinen Werkstatt im Stadtteil Steinweg bis zur Autogroup mit elf Marken und bald vier Autohäusern – die 70-jährige Firmengeschichte des Autohauses Dünnes ist bewegt. Das Regensburger Familienunternehmen hatte im September gleich doppelt Grund zum Feiern..

Von der kleinen Werkstatt im Stadtteil Steinweg bis zur Autogroup mit elf Marken und bald vier Autohäusern – die 70-jährige Firmengeschichte des Autohauses Dünnes ist bewegt. Das Regensburger Familienunternehmen hatte im September gleich doppelt Grund zum Feiern: Neben dem Firmenjubiläum wurde vergangene Woche auch der 85. Geburtstag von Heinz Dünnes begangen.

Der rüstige Seniorchef hatte die in der Brauergasse beheimatete Werkstatt von seinem Vater Georg übernommen und war 1968 in die Innstraße umgezogen. Dort ist das Unternehmen auch heute noch zuhause – daneben gibt es zwei Autohäuser in der Walhalla-Allee. „Das Grundstück in der Innstraße hat damals 200 000 Mark gekostet, aber in der Brauergasse hatten wir zu wenig Platz und zweimal Hochwasser.“

Angesprochen auf sein Erfolgsgeheimnis sagt Heinz Dünnes: „Die Kunden sind schnell drangekommen, der Preis war fair und die Leistung gut. Deswegen ist ja Ford auf uns zugekommen, ob wir nicht Vertragspartner werden möchten.“ Bereits seit 1982 ist das Autohaus Dünnes Ford-Haupthändler.

Jeder hat seinen Bereich

Ein wichtiger Baustein ist ohne Zweifel auch der Zusammenhalt in der Familie. Der Übergang auf seine Söhne ist laut Heinz Dünnes „spielend“ verlaufen. „Meine Eltern haben schon im Geschäft zusammengearbeitet, meine Frau Uschi und ich genauso. Auch da hat schon immer die Aufgabenteilung hervorragend funktioniert. Und abends ab 18 Uhr ist Schluss mit dem Thema Auto.“

So unterschiedlich sie auch sind, die Söhne Christian (Jahrgang 1967) und Alexander (1972) verstehen sich blendend. „Ich bin mehr der technische Typ, Alex ist mehr der kaufmännische. Da ergänzen wir uns sehr gut“, sagt Christian Dünnes. „Geschäftlich verstehen wir uns zu 100 Prozent. Ob es der Sicherheitsgedanke ist, den wir beide haben, oder die Einschätzung des Geschäfts- und Entwicklungspotenzials, da sind wir uns komplett einig“, ergänzt Dr. Alexander Dünnes.

Die Frage, ob trotz der Einigkeit einem bei den millionenschweren Bauprojekten nicht mal schwindlig wird, beantwortet Alexander lächelnd mit „Ja, aber nur kurz“. Die Familie hat Erfahrung mit Großprojekten und nennt etwa den Umbau des Smart Centers 2005, die Umwandlung des Hauptsitzes in den FordStore 2016 und die Eröffnung des Autohauses für Jaguar und Land Rover 2022.

Aktuell wird das größte Projekt realisiert: der Umbau nebst Erweiterung des ehemaligen Fröschl-Gebäudes in der Inn-straße. Für eine Investitionssumme von rund 17 Millionen Euro entstehen dort mit der Stellantis Multi Mall ein hochmodernes Autohaus sowie 5000 Quadratmeter Bürofläche. Der innovative, nachhaltige Bau strebt die Platin-Zertifizierung der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen an. „15 Jahre haben wir versucht, das Grundstück zu kaufen“, beschreibt Alexander Dünnes den langwierigen, kräftezehrenden Prozess. Neben Ausdauer brauche es bei solchen Vorhaben auch Glück und Zufall. Freilich auch das nötige Kapital, das hart erarbeitet worden sei. „Wir haben seit Jahrzehnten Gewinne in der Firma gelassen“, sagt Alexander Dünnes. „Kein Wochenendhaus und keinen Hubschrauber, nur Auto, Auto und Auto“, ergänzt Vater Heinz. „Das liegt bei uns im Blut.“

Als Nachfolger ins kalte Wasser geworfen

Offensichtlich: Für Christian Dünnes war schon als kleiner Bub klar, dass er in die Fußstapfen seines Vaters treten würde – und so kam es auch. Der Erstgeborene musste dann auch gleich ran: Nach dem Tod von Firmengründer Georg Dünnes wurde er ins eiskalte Wasser geworfen: „Ich war kaum acht Wochen in der Firma, als der Opa gestorben ist. Dann musste ich gleich alles machen, was er gemacht hat. Ich hatte keine Zeit zum Nachdenken, habe einfach sehr viel gearbeitet und natürlich auch gelernt“, erinnert sich Christian Dünnes an seine beruflichen Anfänge.

Bruder Alexander hatte eigentlich Anderes im Sinn: „Ich war in Stuttgart und Frankfurt und habe in Steuerrecht promoviert. 2001 hat mich Christian dann mit der Hinzunahme von Land Rover gefragt, ob ich nicht in die Firma einsteigen möchte.“ Er hätte das auch nicht bereut, sondern extrem viel Spaß an der Aufgabe mit Schwerpunkt Verkauf. „Die Mechaniker der Familie haben enger zusammengearbeitet. Ich glaube, mein Vater hat oft nicht so richtig gewusst, was ich in der Walhalla-Allee alles gemacht habe“, sagt Alexander Dünnes lachend.

Ein Kaufmann sein

Bei beiden Brüdern steht die vierte Generation bereits in den Startlöchern. Dass bei seinen Enkeln kein angehender Kfz-Mechatroniker in Sicht sei, ist für Heinz Dünnes indes nicht tragisch. „Bei der Größe unseres Geschäftes ist es wichtiger, ein Kaufmann zu sein. Da bleibt keine Zeit mehr, am Vergaser rumzuschrauben.“ Das macht Christian Dünnes dann in seiner Freizeit als Ausgleich: „Für mich gibt es kaum etwas Entspannenderes als an Autos zu arbeiten und dabei Radio zu hören.“

Seniorchef Heinz Dünnes ist in jedem Fall „sehr, sehr stolz“ auf beide Söhne. „Wenn sie die Firma nicht fortgeführt hätten, wäre die ganze Anstrengung umsonst gewesen.“ Durch ihren Einsatz und unternehmerischen Mut könne man positiv in die Zukunft schauen

Die Stellantis Multi Mall wird 2025 wird neben einem Parkhaus auch Büroflächen aufweisen. Foto: Dünnes