Ex-Autohaus wird zu Wohnquartier: Bauprojekt im Regensburger Osten trifft den Nerv der Zeit

Von Rainer Wendl · 23. April 2025 um 05:00

Schon der erste Bauabschnitt für ein neues Wohnquartier auf dem Areal des früheren Autohauses Weger fand frühzeitig reißenden Absatz. Jetzt ist ein zweiter in Planung – mit demselben Resultat.

Der reißende Absatz erinnert an die sprichwörtlichen „warmen Semmeln“. Doch Thomas Rosenkranz verkauft keinen Imbiss, sondern entwickelt Immobilien. Und zwar mit wachsender Begeisterung im Inneren Osten, wo sich auch das zweite Bauvorhaben der Dr. Rosenkranz & Ehrenreich Projektentwicklung GmbH & Co. KG schon zu einem sehr frühen Zeitpunkt als Erfolgsgeschichte abzuzeichnen scheint.

Ort des Geschehens ist das frühere Autohaus Weger an der Adolf-Schmetzer-Straße. Am 5. Mai erfolgt hier der Baustart für eine neue Wohnanlage mit 28 Einheiten zwischen 52 und 89 Quadratmetern Größe. Als Rosenkranz das Projekt im Dezember vorstellte, jubelte er über einen Reservierungsgrad von 80 Prozent, erreicht in lediglich vier Wochen. Jetzt, kurz vorm Spatenstich, war für sämtliche Wohnungen bereits Notartermin.

So wird der Neubau an der Christliebstraße aussehen. - Foto: R & E Immobilien

Deshalb richtet sich der Blick des Unternehmers bereits auf den hinteren Teil des Betriebsgeländes, der an die Christliebstraße grenzt und wo sich die Werkstätten von Weger befanden. Diese werden derzeit abgerissen, auf dem Areal werden Rosenkranz und sein Projektpartner Georg Ehrenreich voraussichtlich ab Oktober ebenfalls Wohnungen errichten. Hier sind es 31 an der Zahl, im Hinblick auf die Nachfrage haben die Bauherren ein Déjà-vu: 77 Prozent sind laut Rosenkranz bereits vorreserviert.

Lieber eine Wohnung als Aktien

„Ich bin wirklich sehr positiv überrascht über die hohe Nachfrage“, sagt er. Gleichwohl kann er sich den Run erklären. Zum einen vermutet er unter den „neuen“ Interessenten solche, die beim ersten Bauabschnitt nicht zum Zug gekommen sind. Zum anderen sieht er nach wie vor einen hohen Druck auf dem hiesigen Wohnungsmarkt. Als weiteren wichtigen Beschleuniger hat er die Turbulenzen auf den weltweiten Finanzmärkten ausgemacht. „Ich glaube, dass viele Kapitalinvestoren die Schwankungen der letzten Tage nicht mehr nachvollziehen können. Da ist eine erhebliche Unsicherheit entstanden, die wiederum die Anlage in Sachwerte beziehungsweise Immobilien wieder attraktiver und kalkulierbarer erscheinen lässt.“

Regensburg wird weiter wachsen – und das kann es nur in Richtung Osten oder in Richtung Süden

Thomas Rosenkranz, Immobilien-Unternehmer

Das in der Christliebstraße angebotene Paket überzeugt die Anleger offenbar. Der Quadratmeterpreis ist mit 6920 Euro vergleichsweise günstig, der geplante Baustandard KfW 40 QNG ermöglicht eine hohe Abschreibung, die Lage erscheint attraktiv. „Das ist der Innere Osten, absolut zentrumsnah. Hier beginnt eine Achse, die immer weiter in den Osten hinausgehen wird“, prophezeit der Unternehmer im Hinblick auf die weitere Stadtentwicklung. „Regensburg wird weiter wachsen – und das kann es nur in Richtung Osten oder in Richtung Süden.“

Neue Grünflächen statt Komplett-Versiegelung

In den Augen von Rosenkranz warten hier noch zahlreiche Areale mit großem Potenzial auf eine Umnutzung. Wie eben das Gelände vom Autohaus Weger. Da es jetzt einen zweiten Bauabschnitt gibt, kann das gesamte Areal aus einem Guss neu gestaltet werden. „Diese riesige Fläche war komplett versiegelt. Hier bauen wir nicht nur Wohnungen, sondern sorgen auch für viel Grün.“ So soll an der zuvor grauen Adolf-Schmetzer-Straße eine Vorgarten-Optik entstehen, im Innenhof sind ein Spielplatz und Baumpflanzungen geplant. Dass der Aufbruch solch großer aspahltierter Fläche auch positive Aspekte auf das Stadtklima in Bayerns Hitze-Metropole hat, ist inzwischen allgemein bekannt.