Mit Weihnachtslichtern gegen Kriminalität – damit die Maxstraße „nicht in Dunkelheit versinkt“

Zappenduster war es bis vor Kurzem in der Maximilianstraße in Regensburg. Anfang Dezember funktionierte eine einzige Straßenlaterne. Nicht gut. Vor allem, weil sich ein Teil der Drogenkriminalität vom stark überwachten Bahnhofsumfeld hierher verlagert hat. Die Oberbürgermeisterin hatte eine erhellende Idee.
„Wenn die Weihnachtsbeleuchtung um halb elf ausgeht, sieht man keinen Meter vor die Tür.“ Das sagte Martina Erös, Direktorin im Elaya Hotel in der Maxstraße, am 3. Dezember. Das hat sich mittlerweile geändert. „Damit die Maximilianstraße nicht in Dunkelheit versinkt, ist die Weihnachtsbeleuchtung länger eingeschaltet“, schrieb Regensburgs Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer (SPD) kurz vor Weihnachten einem Mann, der sich im Rathaus erkundigt hatte, wie es denn um die Sicherheit rund um den Bahnhof bestellt sei. Das Schreiben der Oberbürgermeisterin liegt der MZ vor. Die Reparatur der Straßenbeleuchtung werde mit höchster Priorität erfolgen, versicherte das Stadtoberhaupt.
Weihnachtsbeleuchtung in Regensburg: Anlieger sind zuständig
Seit dem 12. Dezember leuchten die Girlanden die ganze Nacht lang, berichtet Katharina Neumeier, Chefin im Hotel Weidenhof und Vorsitzende der Interessensgemeinschaft Maxstraße. Altstadtkümmerer Stephan Bergmann habe sich im Auftrag der Oberbürgermeisterin erkundigt, ob das möglich sei. „Dem haben wir gerne unter dem Aspekt der Sicherheit zugestimmt.“
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Zuständig für die Weihnachtsbeleuchtung in Regensburg ist nicht die Stadt. Anlieger und Geschäftsleute der jeweiligen Straßenzüge organisieren sie in Eigenregie. Stadt-Sprecherin Katrin Butz kann daher nicht sagen, wie lange die Beleuchtung heuer in der übrigen Altstadt hängen bleibt. Vergangenes Jahr verschwanden die Lichter teils schon kurz nach dem Dreikönigstag. So lange müssen sie mindestens hängen bleiben, wenn sie von der Stadt bezuschusst werden. Diese Vorschrift hat sich in jüngerer Vergangenheit öfter geändert: Vor drei Jahren sollte die Beleuchtung bis Anfang Februar bleiben, um Licht in die dunkle Corona-Zeit zu bringen. Im Jahr drauf war dies wegen der Energiekrise kein Thema mehr.
Laut Neumeier sind die Stromkosten dank neuster LED-Technik für eine Weihnachtssaison mit rund 300 Euro überschaubar. Zwei Immobilienbesitzer übernehmen sie. Die jährlichen Kosten für Montage, Abbau und Einlagerung der Beleuchtung belaufen sich Neumeier zufolge auf einen Betrag im niedrigen fünfstelligen Bereich. „Wir sind darauf angewiesen, dass wir freiwillig unterstützt werden“, sagt sie. Die Stadt leistet einen Zuschuss von bis zu 1000 Euro pro Straßenzug. Für 2025 zahlte die Stadt laut Butz insgesamt rund 14.000 Euro.
Ich finde es schön, wenn man abends zusätzliches Licht hat. Es tut der Stimmung gut.Maria Müller, Geschäftsführerin Faszination Altstadt
In der Altstadt hängen die meisten Girlanden noch. Maria Müller, Geschäftsführerin von Faszination Altstadt, geht davon aus, dass die meisten Beleuchtungen in den kommenden Tagen und Wochen abmontiert werden – wenn nach den Betriebsurlauben, die viele Geschäfte nach Weihnachten einlegen, „wieder mehr Leben in die Altstadt zurückkehrt“.
Müller hofft, dass sich die Geschäftsleute noch ein bisschen Zeit lassen. „Ich finde es schön, wenn man abends zusätzliches Licht hat. Es tut der Stimmung gut.“ Für die Maxstraße gilt das in doppelter Hinsicht. Laut Butz bleiben die Weihnachtslichter so lange an, „bis eine adäquate Ausleuchtung des betroffenen Bereiches durch die zu erneuernden Leuchten erreicht wird“. Wann das der Fall sein wird, hängt vom Wetter ab.
Reparatur der Straßenlaternen in der Maxstraße „priorisiert“
Anfang Dezember hieß es noch, die kaputten Leuchtstelen – es handelt sich um gestalterische Sonderanfertigungen – würden voraussichtlich im Frühjahr wieder leuchten. Nun aber sagt Butz: Noch im Dezember habe man begonnen, die Lampen zu reparieren. Bei vieren sei das schon passiert. Derzeit seien die Arbeiten aufgrund der Witterung unterbrochen. Sie sollen aber „schnellstmöglich und priorisiert“ weitergehen.
Die Weihnachtszeit endet am 2. Februar mit Maria Lichtmess. Bis dahin sei der Schriftzug „Weihnachtliche Maxstraße“ nicht unzeitgemäß, befindet Butz. Ob die Reparatur der Stelen bis dahin abgeschlossen ist, bleibt abzuwarten.