Dramatische Szenen: Einsatzkräfte waren 2025 in Nittenau, Bruck und Bodenwöhr stark gefordert

Von Cornelia Lorenz · 2. Januar 2026 um 05:00

Schwere Unwetter, tödliche Unfälle, ein kleiner Schwimmer in Not oder ein verheerendes Feuer auf einem Bauernhof: Für die Rettungskräfte gab es im Jahr 2025 jede Menge zu tun. Die Mittelbayerische blickt auf die schwerwiegendsten Einsätze zurück.

Ein Unwetter sorgte Ende Juni im Raum Bruck für Verwüstung: Das Sommergewitter dauerte kaum 20 Minuten, doch die Auswirkungen in der Marktgemeinde waren heftig. Umgestürzte Bäume und überflutete Straßen forderten die Einsatzkräfte besonders im Ortsteil Sollbach, wo zeitweise Ausnahmezustand herrschte und zahlreiche Straßen gesperrt werden mussten. Weil die Stromversorgung unterbrochen war, kümmerte sich das Technische Hilfswerk um eine Notstromversorgung.

Katastrophe brach über Bauernhof herein

Ein Großbrand nahe Nittenau hielt rund 300 Einsatzkräfte in Atem: Ende August wurde der Erlebnisbauernhof der Familie Doll in Harthöfl von einer Katastrophe heimgesucht. Als Florian Doll und seine Frau Ina gegen Mitternacht von lauten Knallgeräuschen der Photovoltaik-Anlage wach wurden, loderten die Flammen auf dem Anwesen schon an die 25 Meter hoch in den Himmel und der Feuerschein war kilometerweit zu sehen.

Ein Großbrand hielt Ende August die Retter in Harthöfl in Atem. Auf dem Erlebnisbauernhof der Familie Doll kämpften rund 300 Einsatzkräfte gegen die Flammen. - Foto: km, Archiv

Bei dem Brand verendeten 19 Schweine. Der Abferkel- und der Mastschweinestall, die Deckstation, eine Scheune mit Saatgut, das Schlachthaus, das neue Kühl- und Gefrierhaus, der Dachstuhl des Hofladens sowie rund 100 Strohballen wurden ein Raub der Flammen. Den mehr als 300 Einsatzkräften der Feuerwehr, die aus allen Richtungen zum Unglücksort eilten, gelang es aber, die verbliebenen Gebäude des großen Bauernhofes zu halten.

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Tödlicher Unfall auf der B16

Ein Unfall mit tödlichem Ausgang forderte die Retter Mitte September bei Nittenau: Auf der B16 kam ein 54-jähriger Mann aus Augsburg ums Leben. Drei weitere Menschen wurden bei der folgenschweren Kollision, die sich auf Höhe der Ausfahrt Nittenau-Nord ereignete, zum Teil schwer verletzt. Ein 25-Jähriger wollte laut Polizei vom Muckenbacher Kreisel aus kommend auf die B16 Richtung Regensburg auffahren und übersah den Kleintransporter des 54-Jährigen. Durch die Kollision verlor dieser die Kontrolle und prallte frontal in einen entgegenkommenden Sattelzug. Der Mann erlag an der Unfallstelle seinen Verletzungen.

Achtjähriger Bub wäre fast ertrunken

Dramatische Szenen spielten sich Mitte August in der Sandoase in Bruck ab: Ein achtjähriger Bub aus Nordrhein-Westfalen, der zusammen mit seiner Familie in der Gegend Urlaub machte, planschte mit seinem Schwimmreifen im Nichtschwimmerbereich im Wasser. Doch plötzlich kam ihm die Idee, zu einer der Inseln zu schwimmen. Unterwegs rutschte der Bub plötzlich aus seinem Schwimmreifen und konnte sich nach kurzer Zeit kaum noch über Wasser halten.

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Während die Erziehungsberechtigten des Buben nichts von seiner Notsituation mitbekamen, gelang es einem Familienvater aus Bruck und Mitgliedern der Wasserwacht, das Kind in Sicherheit zu bringen. Bei der Rettungsaktion geriet auch der Familienvater selbst in Not. Glücklicherweise war auch er, so wie der gerettete Junge, rund 30 Minuten nach dem Vorfall wieder wohlauf.

Für 79-Jährigen kam jede Hilfe zu spät

Ein tragisches Unglück nahe des Nittenauer Ortsteils St. Martin forderte die Retter Mitte November: Ein 79-Jähriger aus dem Stadtgebiet war am frühen Abend von seinem Rundgang bei den Fischweihern nahe St. Martin nicht nach Hause gekommen. Die besorgten Angehörigen machten sich auf die Suche und entdeckten den Mann in einem der Weiher. Schnell waren etliche Einsatzkräfte vor Ort, darunter die Wasserwachten aus Bodenwöhr und Nittenau sowie die Feuerwehren aus Nittenau und Bergham. Mit vereinten Kräften zogen sie den 79-Jährigen aus dem Wasser. Für den Mann kam trotz Reanimationsversuchen jede Hilfe zu spät. Ein Fremdverschulden wurde von der Polizei ausgeschlossen.

Hausdurchsuchung mit Folgen

Bei einer Hausdurchsuchung in Bruck stieß die Polizei auf Drogen, Waffen und Munition: Zunächst begann alles mit einer normalen Fahndungskontrolle auf der B 85 bei Roding. Bei einem zunächst gut gelaunten Brucker fanden die Beamten Mitte April im Fahrzeug sogenanntes Hochzeitsgeld. Weil der Mann angab, zu Hause noch mehr von dem möglicherweise verbotenen Geld zu haben, schloss sich eine zunächst freiwillige Wohnungsnachschau in Bruck an. Diese wurde nach ersten Betäubungsmittelfunden und einem Stimmungsumschwung beim Beschuldigten zu einer Wohnungsdurchsuchung.

Dabei fanden die Beamten neben Drogen eine Vielzahl an Luftgewehren auch eine Schreckschusswaffe, einen Schusswaffen-Selbstbau, ein Bolzenschussgerät, ein Bajonett, einen Schlagring und zahlreiche Messer.

Frau war tagelang auf der Flucht

Die Spurensicherung nahm ein Haus in Bodenwöhr in Augenschein. - Foto: ja, Archiv

Großer Gefahr waren die Feuerwehrleute bei einem Kellerbrand in Bodenwöhr ausgesetzt: Dort waren mehrere Gasflaschen und Benzinkanister deponiert gewesen. Was war passiert? Involviert war eine 57-jährige Bodenwöhrerin, die laut Behördenangaben der Reichsbürgerszene nahestehen soll. Mitte Mai soll sie im Keller des Einfamilienhauses in Bodenwöhr, in dem sie wohnte, Feuer gelegt haben. Nach einigen Tagen auf der Flucht stellte sie sich schließlich der Polizei. Schnell hatte diese Hinweise darauf, dass es sich um Brandstiftung handeln könnte.