Dramatische Szenen in der Sandoase Bruck: Achtjähriger und Helfer gerettet

Von Agnes Feuerer · 13. August 2025 um 15:00

Der vergangene Samstag war für die Brucker Wasserwacht im Landkreis Schwandorf ein eigentlich sehr entspannter Tag. Während des gesamten Wachdienstes in der Sandoase waren nur ein paar kleinere Verletzungen zu versorgen, und auch die Schwimmer verhielten sich alle sehr korrekt. Doch kurz vor 18 Uhr sollte sich das alles schlagartig ändern.

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Nach Angaben der Wasserwacht Bruck hatte eine Familie aus Nordrhein-Westfahlen, die mit ihrem acht Jahre alten Sohn zur Zeit in der Nähe Urlaub macht, die Sandoase besucht. Der Junge planschte mit einem Schwimmreifen im Nichtschwimmerbereich, doch irgendwann kam ihm die Idee, zu einer der Inseln im Badeweiher zu gelangen. Von den Erziehungsberechtigten hatte keiner etwas gemerkt, und so hatte er schon den größten Teil der Strecke zurückgelegt, als es passierte.

Aus unbekannter Ursache rutschte der Achtjährige aus dem Schwimmreifen und konnte sich nach kurzer Zeit kaum noch über Wasser halten. Er fuchtelte mit den Armen und ging immer wieder kurzzeitig unter. Dies bemerkte eine Frau aus Bruck, die mit ihrer Familie in die Sandoase gekommen war. Ihr Mann war, zusammen mit dem Sohn der Familie, ebenfalls zu der Insel im Badeweiher unterwegs. Durch lautes Rufen machte sie ihren Mann auf die Situation aufmerksam. Da der Sohn der Brucker Familie bereits im Bereich der Insel war, machte sich der Familienvater sofort auf, dem anderen Kind zu helfen.

Noch im Laufen Alarm geschlagen

Zur gleichen Zeit war Zeni Asriyah von der Brucker Wasserwacht auf dem Weg vom Kiosk zur Wachstation. Sie beobachtete schon rein aus Gewohnheit die Badenden und bemerkte zeitgleich mit der Frau, das in Not geratene Kind. Daraufhin rannte sie sofort zur Wachstation und rief noch im Laufen sie um Hilfe. Sandra Benedickt, die ebenfalls für die Wasserwacht vor Ort war, hatte kurz zuvor einen herrenlosen Schwimmreifen auf dem Wasser bemerkt und sich nach eigenen Worten sofort gedacht: „O Gott, da ist ein Kind in Not.“ Dann hörte sie auch schon die die Schreie von Zeni. Sofort sprang sie ins Wasser, um dem Kind zu Hilfe zu eilen.

Inzwischen war der Familienvater ebenfalls zu dem Jungen geschwommen, um ihm beizustehen. Er bekam ihn auch zu fassen und hielt ihn eine ganze Weile über Wasser. Mittlerweile waren zwei weitere Mitglieder der Wasserwacht, einer von ihnen mit dem Rettungsbord, im Wasser und auf dem Weg zu dem Jungen. Und auch eine SUP-Board-Fahrerin bemerkte, dass hier ein Junge kurz vor dem Ertrinken war. Auch sie steuerte sofort die Unglücksstelle an und half dem Familienvater, der zu dieser Zeit schon sehr entkräftet war, den Buben auf ihr Bord zu ziehen, so dass dieser erst einmal in Sicherheit war.

Doch dann geriet der Retter des Jungen selber in Gefahr, denn sein Kreislauf machte schlapp. Er drohte auf Grund der sich breit machenden Schwäche ebenfalls unterzugehen. Er war schon unter der Wasseroberfläche, und nur Sekunden bevor er noch tiefer gesunken wäre, waren die Retter der Wasserwacht zur Stelle und konnten ihn an die Wasseroberfläche und auf das Rettungsboard ziehen.

Die SUP-Fahrerin und die Wasserwachtler brachten dann die beiden schnellstes an Land, und Sandra Benedickt holte den Jungen des Retters von der Insel und brachte auch ihn zusammen mit Simone Eidenhardt von der Brucker Wasserwasserwacht mit dem SUP der Einsatzkräfte ans Ufer. Mittlerweile hatte Wachleiter und Vorsitzender Lutz Büker schon einen Notruf abgesetzt und die Situation geschildert.

Seepferdchen reicht nicht aus zum Schwimmen

Kurz darauf kam der Rettungswagen aus Bruck, um die beiden durchzuchecken. Der Familienvater befand sich, als er endlich ans Ufer gelangt war, in einem schlechten Zustand und wurde von der Wasserwacht bis zum Eintreffen des Rettungswagens durch Erste-Hilfe-Maßnahmen betreut. Nach einer halben Stunde konnte die Besatzung des Rettungswagens endgültig Entwarnung geben. Der Junge und sein Retter waren zum Glück wieder wohlauf.

Ich bin sehr stolz auf meine Mannschaft, Der Einsatz zeigt, dass die Ausbildungen greifen und die Brucker Wasserwacht auf einem sehr guten Weg ist.

Lutz Büker, Vorsitzender der Wasserwacht-Ortsgruppe Bruck

Die Mutter des Achtjährigen sagte nach Angaben der Brucker Wasserwacht, dass ihr Sohn doch vor drei Jahren das Seepferdchen gemacht habe und sie der Meinung gewesen sei, er könne jetzt schwimmen. In diesem Zusammenhang macht Wasserwacht-Vorsitzender Büker jedoch darauf aufmerksam, dass das nicht ohne weiteres stimmt. Das Seepferdchen sage keineswegs aus, dass die betreffende Person jetzt sicher schwimmen könne, so der Leiter der Brucker Ortsgruppe. Es sei nur die Voraussetzung für weitere Schwimmabzeichen und heiße im Regelfall lediglich, dass die Person einige Zeit sicher über Wasser halten könne.

Büker betonte im Gespräch mit der MZ auch, dass an diesem Einsatz vier Wasserwachtsmitglieder beteiligt waren, für die es der erste lebensrettenden Einsatz war. Trotzdem sei dieser „super gelaufen“. Er sei sehr stolz auf seine Mannschaft, Der Einsatz zeige, „dass die Ausbildungen greifen und die Brucker Wasserwacht auf einem sehr guten Weg ist“.