Schwere Brände prägen das Einsatzjahr der Freiwilligen Feuerwehr Regensburg

Ein Jahr voller Herausforderungen und spannender Einsätze liegt hinter der Freiwilligen Feuerwehr Regensburg. Ob Brände, Bombenfunde oder Großübungen – die Ehrenamtlichen waren auch 2025 stets zur Stelle, wenn Hilfe gebraucht wurde. Mit rund 500 Einsätzen haben sie einmal mehr bewiesen, wie unverzichtbar ihr Engagement für die Stadt ist.
„Alles dabei“, beschreibt Stadtbrandrat Markus Weinbeck das Jahr kurz und treffend. Seit fast 40 Jahren ist er selbst Feuerwehrmann und auch 2025 hatte es in sich. Schon an Silvester begann das Einsatzjahr mit einem größeren Gebäudebrand in der Nibelungenstraße. Besonders eindrücklich blieb Weinbeck ein Einsatz im Mai in Erinnerung: Die Alarmierung in die Isarstraße erfolgte ausgerechnet während der Beerdigung eines Kameraden. „Eine komische Situation“, sagt er darüber.
In Regensburg rückt meist die Berufsfeuerwehr zuerst aus und übernimmt die Einsatzleitung. Doch auch die Freiwillige Feuerwehr ist hervorragend aufgestellt. Mit einem eigenen Atemschutztrupp, einem modernen Gefahrgutzug und der Drohnenstaffel in Keilberg verfügt sie über technische Möglichkeiten auf hohem Niveau. Vier Bombenfunde prägten das Jahr – unter anderem auf einer Baustelle eines Solarparks. Glücklicherweise verliefen alle Einsätze ruhig, Evakuierungen waren nicht nötig.
Enorme körperliche Belastung bei sommerlichem Brand
Besonders kräftezehrend war ein sommerlicher Brand. Beim Feuer in der ehemaligen Gaststätte „Dunnerkeil“ am Campingplatz im Westen Regensburgs kämpften die Feuerwehrleute bei brütender Juni-Hitze in voller Schutzkleidung. „Extrem warm“ sei es gewesen, erinnert sich Weinbeck. Die körperliche Belastung war enorm. Umso mehr freuten sich die Einsatzkräfte über spontane Unterstützung aus der Bevölkerung: Anwohner versorgten sie mit Eis und sogar Wassermelonen. „Die Zivilpersonen waren total lieb“, berichtet Weinbeck.
Auch die Aus- und Fortbildung stand 2025 wieder stark im Fokus. Im April probten die Ehrenamtlichen im Prüfeninger Tunnel den Ernstfall: Ein simulierter Verkehrsunfall mit brennendem Anhänger stellte rund 70 Einsatzkräfte vor komplexe Herausforderungen. Zusätzlich trainierten Feuerwehrleute in Amberg in einer sogenannten „Heißbrandstelle“ bei rund 800 Grad Celsius. „Feuer ist gefährlich, aber wir können uns auf unsere super Schutzausrüstung verlassen“, betont Weinbeck. Besonders wichtig seien ihm Rauchmelder: „Sie sind genial.“ Klar komme es auch immer mal wieder zu Fehlalarmen, aber im Ernstfall können sie Leben retten.
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Auch technisch blickt die Feuerwehr nach vorn: Drei neue Fahrzeuge sind derzeit in Beschaffung, um die Ausstattung weiter zu modernisieren. Bei den Mitgliederzahlen zeigt sich jedoch ein gemischtes Bild. Während weiterhin viele Quereinsteiger zur Feuerwehr finden, bleibt der Nachwuchsbereich eine Herausforderung. Nach einem kleinen Aufschwung in der Zeit nach Corona ist der Zulauf zur Jugendfeuerwehr wieder etwas rückläufig. Dennoch zeigt sich Weinbeck optimistisch: „Jede Hilfsorganisation muss neue Wege gehen.“
„Feuerwehr ist nicht nur Feuerwehr“
Ein Beispiel dafür ist die Kooperation mit Rewag und Infineon. Jugendliche erhalten dort nicht nur Einblicke in technische Berufe, sondern erleben, wie vielseitig Feuerwehrarbeit sein kann – etwa beim gemeinsamen Zusammenbau einer Handprothese. „Feuerwehr ist nicht nur Feuerwehr“, sagt Weinbeck. Kinder können bereits im Alter von zwölf Jahren der Jugendfeuerwehr beitreten, mancherorts existieren zusätzlich Kinderfeuerwehren für Jüngere.

Positiv hervorzuheben ist zudem das gesellschaftliche Klima: Auch 2025 kam es in Regensburg zu keinen Fällen von Gewalt gegen Einsatzkräfte. Zwar müsse man sich ab und zu unangemessene Kommentare anhören, doch bleibe es bei Worten. „Und im Zweifel kann man das gemeinsam mit der Polizei klären“, sagt Weinbeck gelassen.
Am Ende eines intensiven Jahres blickt die Freiwillige Feuerwehr Regensburg mit Stolz, aber auch Demut zurück. Hinter jedem Einsatz stehen Menschen, die ihre Freizeit und oft auch ihre Gesundheit riskieren, um anderen zu helfen. Für 2026 bleibt Markus Weinbecks größter Wunsch schlicht und stark zugleich: „Dass alle wieder gesund heimkommen.“
Wissenswertes zur den Floriani
Die Freiwillige Feuerwehr Regensburg besteht aus vier selbstständigen Feuerwehren und sieben Löschzügen. Letztere sind Altstadt, Keilberg, Sallern, Schwabelweis, Weichs, Winzer und Wutzlhofen. Vier weitere Freiwilligen Feuerwehren gibt es im südlichen Stadtgebiet. Dies sind die Einheiten Harting, Burgweinting, Oberisling und Graß. Sie werden je nach Bedarf meist nach der Berufsfeuerwehr alarmiert.
In Städten mit über 100.000 Einwohnern müssen Berufsfeuerwehren gebildet werden. Momentan gibt es Berufsfeuerwehren in Regensburg, Augsburg, Fürth, Ingolstadt, München, Nürnberg und Würzburg. In Regensburg gibt es die einzige Berufsfeuerwehr im Raum Niederbayern/Oberpfalz. Sie rücken jährlich zu etwa 3000 Einsätzen aus. Bei Wachalarm brauchen sie nur etwa eine Minute zum Ausrücken.