Ein Bagger für alle Fälle – THW Regensburg weiht neues Einsatzfahrzeug ein

Ein gelber Bagger und stolze Gesichter – mit der Einweihung ihres neuen Einsatzfahrzeugs geht für die Regensburger THW-Helfer ein ereignisreiches Jahr zu Ende. Ob technische Unterstützung, Logistik oder Verpflegung: Die Ehrenamtlichen packen überall dort an, wo Hilfe gebraucht wird.
Während der Corona-Pandemie errichteten sie Zelte vor dem Testzentrum, damit Wartende im Trockenen stehen konnten. Beim Hochwasser 2024 waren sie Tag und Nacht im Einsatz, um Dämme zu sichern und Straßen freizuräumen. So findet beim Technischen Hilfswerk (THW) Regensburg jeder seinen Platz. „Bei uns gibt es für jeden etwas zu tun“, sagt Ortsbeauftragter Dominik Kastaun. „Egal ob jemand im Rollstuhl sitzt oder Spitzensportler ist.“
Dieses Jahr war das THW unter anderem beim Großbrand der ehemaligen Gaststätte „Dunnerkeil“ am Weinweg zur Unterstützung anderer Blaulichtorganisationen vor Ort, öffnete beispielsweise das Dach und erleichterte der Feuerwehr so den Zugang. Die Fachberater des THW stehen bei Einsätzen der Leitung beratend zur Seite und können mit Radladern, Baggern oder anderen Maschinen gezielt unterstützen. „Es weiß jeder, was der andere kann“, fasst Kastaun die Arbeit zusammen.
120 Meter lange schwimmende Brücke errichtet
Auch außerhalb der Region waren die Regensburger aktiv: Im Juni beteiligten sie sich an einer groß angelegten Übung in Haßmersheim, bei der gemeinsam mit anderen Helfern eine 120 Meter lange schwimmende Brücke über den Neckar errichtet wurde – als realistisches Training für den Ernstfall. Möglich ist diese enge Kooperation auch, weil das THW bundesweit einheitlich ausgestattet ist. So können Fachgruppen bei Bedarf problemlos überregional eingesetzt werden.
Ein Höhepunkt des Jahres war die gestrige Einweihung eines neuen Baggers, der einen beim Hochwasser 2024 beschädigten ersetzt. Finanziert wurde das Fahrzeug durch Spenden örtlicher Unternehmen, die Unterstützung der Stadt Regensburg sowie Eigenmittel der THW Helfervereinigung Regensburg e.V., deren Vorsitzender Thomas Eisenschink ist.

Parallel dazu wird das Hauptquartier des Ortsverbands bei laufendem Dienstbetrieb modernisiert. Das Gebäude aus den frühen 90er Jahren erfüllt die heutigen Anforderungen nicht mehr. Künftig soll es unter anderem zusätzliche Duschräume für Frauen geben.
Wie viele Ehrenamtsorganisationen kämpft auch das THW mit wachsender Bürokratie. „Weniger Verwaltungsaufwand würde unsere Arbeit deutlich erleichtern“, sagt Kastaun. Was die Helfer jedoch motiviert, ist die starke Kameradschaft. Beim Grillfest im September oder beim gemeinsamen Barista-Kurs entstehen schnell Freundschaften.
Veranstaltungen für die Jugend und internationale Freundschaften
Auch die Jugendarbeit wird großgeschrieben: Beim Maustüröffnertag im Oktober konnten Kinder bei Mitmach-Aktionen spielerisch Aufgaben des THW meistern und den umfangreichen Fuhrpark bestaunen. Außerdem nehmen die Nachwuchskräfte regelmäßig an Leistungswettkämpfen, Zeltlagern oder Nachtübungen teil.
Der Standort Regensburg gilt als „Raststätte“ für Kameraden aus dem In- und Ausland. Ob beim Gulaschkochen mit ungarischen Gästen oder beim Austausch mit französischen Freunden – das THW pflegt internationale Freundschaften.
Wir kommen ein bisschen später - aber wir bleiben ein bisschen länger.Dominik Kastaun, Ortsbeauftragter
Das THW wird meist dann sichtbar, wenn die Lage ernst ist. Spätestens seit der Corona-Pandemie, ihrem längsten Einsatz, ist das Bewusstsein für die Bedeutung der Helfer in Bevölkerung und Politik gewachsen. Kastaun fasst das Selbstverständnis seines Teams treffend zusammen: „Wir kommen ein bisschen später – aber wir bleiben ein bisschen länger.“ Finanziell steht das THW seit 2015 deutlich besser da. Mit Engagement und Durchhaltevermögen werden die Helfer auch künftig große Herausforderungen in Regensburg gemeinsam meistern.