Hat das Rätselraten um den Standort für den Neubau des THW Laaber ein Ende?

Der Stützpunkt des Technischen Hilfswerks am Rand des Marktes Laaber (Landkreis Regensburg) in der Nähe des Sportplatzes platzt aus allen Nähten. Der Ortsverein strebt deshalb einen Neubau an anderer Stelle an. Ein neuer Standort ist ins Auge gefasst.
Der Fuhrpark des THW umfasst 22 Fahrzeuge, darunter sechs Lastwagen und einige Anhänger, beispielsweise eine mobile Werkstatt und einen Feldkochherd. Viele Gefährte sind im Freien geparkt und dort Wind und Wetter ebenso ausgesetzt wie Beißattacken etwa von Mardern, erklärte Ortsbeauftragter Joachim Bauer bei einer früheren Anfrage der MZ. In einer Wellblechgarage ist ein besonderes Einsatzfahrzeug untergebracht: ein Unimog mit Kran im Wert von 300 000 Euro, Den gibt es in Bayern kein zweites Mal. Im Juli kam für die Fachgruppe Notversorgung und Notinstandsetzung eine fahrbare Netzersatzanlage mit Beleuchtungsanlage hinzu.
In diesen Tagen signalisierten die Bundestagsabgeordneten Peter Aumer und Carolin Wagner, dass Bundesmittel in Höhe von 15 Millionen Euro für einen Neubau des Stützpunktes bereitstünden. „Ich stehe seit langem mit dem THW-Ortsverband Laaber in engem Austausch – das Engagement der Helferinnen und Helfer vor Ort beeindruckt mich immer wieder aufs Neue“, erklärt dazu Peter Aumer.
„Der Bund stellt 2,74 Milliarden Euro für das Technische Hilfswerk bereit. Damit werden auch an fünf THW-Standorten in der Oberpfalz, unter anderem in Laaber, dringend benötigte Investitionen und Baumaßnahmen durchgeführt werden können“, macht Carolin Wagner das Engagement der Koalition deutlich.
Bedarf für Neubau ist da
Wo könnten nun die neuen Gebäude stehen? Ortsbeauftragter Joachim Bauer gab sich vor der Marktratssitzung am Montag bedeckt. „Wir freuen uns als Ortsverband sehr über diese positiven Nachrichten aus der Politik und die Verpflichtungsermächtigungen, die getroffen wurden“, erklärte er. Klar sei, dass es in Laaber Bedarf für einen Neubau gebe. Der Großteil der Fahrzeuge habe keinen Stellplatz und sei den Witterungsverhältnissen ausgesetzt. Die Unterkunft biete nicht ausreichend Platz für alle Helferinnen und Helfer und erschwere es auch, Vorhaltungen für Einsätze zu treffen – „ganz abgesehen von baulichen Mängeln“, wie Bauer betonte. Ein neuer Standort werde das THW Laaber weiter stärken, in dem es einfacher werde, die Ausstattung zu pflegen. „Dadurch können wir mehr Zeit in die Ausbildung und das Miteinander investieren“, sagte der Ortsbeauftragte. Das THW sei mit allen Beteiligten im Gespräch und hoffe, auch bald zu echten Lösungen zu kommen. Es gebe aber bisher noch keine konkreten Schritte zur Umsetzung. Bei einer Informationsfahrt für Senioren durch das Gemeindegebiet zeigte Bürgermeister Hans Schmid einen möglichen Standort bei Ried. Hier werde ein 20 Millionen Euro teures Zentrum geschaffen, wird Schmid zitiert. Da es sich um eine Bundesmaßnahme handele, fielen für die Gemeinde keine Kosten an. Bauamtsleiter Armin Wanke bestätigte vor der Marktratssitzung am Montag die Standortsuche, die eine Bundesbehörde betreibe. Geeignete Standorte seien geprüft worden. „Schließlich wurde eine Entscheidung getroffen. Dieser Prozess erfolgte im Wesentlichen ohne Beteiligung des Marktes Laaber. Die in der MZ genannten Kosten waren reine Schätzkosten.“
In der Sitzung des Marktrats mussten von kommunaler Seite die Weichen gestellt werden. Eine Änderung des Flächennutzungsplans war vonnöten, um eine Umwidmung der Flächen vornehmen zu können. Bislang waren diese als landwirtschaftliche Flächen dargestellt.
Einstimmer Beschluss
„Das Ziel der Flächennutzungsplanänderung ist die Schaffung der planungsrechtlichen Voraussetzungen“, hieß es in der Beschlussvorlage, die vom Marktrat einstimmig angenommen wurde. Aus der Diskussion ergab sich, dass die Umwidmung „nicht so konkret“ sei, dass die Bebauung im Flächennutzungsplan festgeschrieben sei. Somit hält sich die Kommune die Optionen offen. Nähere Ausführungen zum Projekt gab es von Jörn Wagner vom Nürnberger Planungsbüro TB Markert. Er umschrieb den südlich von Ried gelegenen Standort als „verkehrsgünstig“. Es handelt sich um ein rund 1,3 Hektar großes Areal zwischen der Rieder Straße und der Staatsstraße. „Wir planen jetzt die Vorbereitung der Fläche. Die Topographie ist nicht so stark wie auf anderen Flächen“, führte Wagner aus. Die genaue Ausgestaltung werde sich im weiteren Verfahren ergeben.
Mit dem Marktratsbeschluss geht ebenso eine frühzeitige Öffentlichkeits-Beteiligung einher. Grundlage ist der Vorentwurf in der vorgestellten Fassung vom 17. November.
Das THW in Laaber
■ Seit 1973: Gegründet wurde der Ortsverband Laaber am 6. Februar 1973 durch das Bundesamt für zivilen Bevölkerungsschutz. Seit 1995 ist er dem Geschäftsführerbereich Straubing zugeordnet.
■ Fachgruppen: Vor Ort sind die Fachgruppen Bergung, Logistik-Materialerhaltung sowie Logistik-Verpflegung angesiedelt. Rund 60 ehrenamtliche Helfer sind für das THW in Laaber aktiv.
■ Fuhrpark: Der Fuhrpark des THW Laaber umfasst 22 Fahrzeuge. Viele Fahrzeuge sind im Freien geparkt, was sich mit dem Neubau ändern soll. So sind laut Planung 20 Hallen für die Fahrzeuge vorgesehen.
■ Verwaltung: Auch ein Verwaltungsgebäude ist geplant. Alle Gebäude seien „für die Sicherung des Zivil- und Katastrophenschutzes“ notwendig. Das Einsatzgebiet umfasst den westlichen Landkreis.