Das Technische Hilfswerk Laaber kann jetzt taghell ausleuchten

Von Peter Pavlas · 5. August 2025 um 11:00

Der THW-Ortsverband Laaber im Landkreis Regensburg hat für die Notfalleinsätze ein Stromaggregat mit Lichtmast angeschafft. Der Stützpunkt am Rand des Marktes platzt aus allen Nähten. Das Technische Hilfswerk wünscht sich dringend neue Räume.

Der Stützpunkt des Technischen Hilfswerks am Rand des Marktes platzt aus allen Nähten. Der Fuhrpark des THW umfasst 22 Fahrzeuge, darunter sechs Lastwagen und einige Anhänger, beispielsweise eine mobile Werkstatt und einen Feldkochherd. Viele Gefährte sind im Freien geparkt und dort Wind und Wetter ebenso ausgesetzt wie Beißattacken etwa von Mardern, erklärt Ortsbeauftragter Joachim Bauer. In einer Wellblechgarage ist ein Unikum untergebracht: ein Unimog mit Kran im Wert von 300 000 Euro, den der Hersteller 2013 nach dem Elb- und Donauhochwasser dem Ortsverband Laaber geschenkt hatte. Den gibt es in Bayern kein zweites Mal.

Im Juli kam eine fahrbare Netzersatzanlage für die Fachgruppe Notversorgung und Notinstandsetzung hinzu. Dieser 50-kW-Stromgenerator wird in Einsätzen hauptsächlich die THW-Kräfte mit Strom für Beleuchtung und Werkzeuge versorgen. Aber auch die Notstromversorgung von landwirtschaftlichen Betrieben, kommunalen Versorgungseinrichtungen (Trinkwasser, Abwasser, Pumpanlagen) und der Betrieb von Notunterkünften oder Krankenhäusern ist damit möglich.

Bei Flut geholfen

Highlight im wahrsten Sinne des Wortes ist der auf 8,7 Meter Höhe ausfahrbare Lichtmast des Stromerzeugers. „Vier Scheinwerfer mit einer Gesamtleistung von 1200 Watt können das Umfeld des Anhängers fast taghell erleuchten und die Ausrichtung der Scheinwerfer kann von unten per Knopfdruck elektrisch verstellt werden“, beschreibt Martin Rödl, Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit, das Gerät.

Den 300 000 Euro teuren Unimog erhielt der Ortsverband Laaber als Geschenk vom Hersteller. - Foto: Peter Pavlas

Im westlichen Landkreis ist das THW Laaber zuständig für Gefahrenabwehr und Bevölkerungsschutz in Notsituationen. Noch in Erinnerung sind die Einsätze der Helfer mit Radlader und Pumpen nach dem Unwetter, das am 28. Mai 2016 Teile des Ortes überschwemmte und Garagen volllaufen ließ. Das Schlammwasser stand an manchen Stellen eineinhalb Meter hoch.

Im vergangenen Jahr kämpften die Laaberer Helfer im Landkreis Kelheim eine Woche lang gegen das Donauhochwasser. In Neustadt errichteten sie eine Verpflegungsstelle und verteidigten mit Sandsäcken die Dämme. „Eine hoch belastende Erfahrung machten wir im Ahrtal angesichts der unvorstellbaren Zerstörungskraft des Wassers“, erinnert sich Joachim Bauer. Aber die Helfer versuchten, den Umgang mit der Katastrophe erträglicher zu machen. Die Essensausgabe fand in einer Turnhalle statt, die sie dekoriert und scherzhaft in ein „Vier-Sterne-Lokal“ umbenannt hatten.

Martin Rödl und Joachim Bauer (v. l.) in einem der Materiallager - Foto: Pavlas

Das THW Laaber zählt 138 Mitglieder aus dem gesamten Einzugsgebiet. Zehn Prozent sind weiblich. Sechs Kräfte stehen in der Grundausbildungsgruppe kurz vor der Abschlussprüfung, nach der sie an Einsätzen teilnehmen dürfen. 28 Jugendliche unter 18 Jahren wachsen in die Tätigkeiten hinein.

Was ist die Motivation der jüngeren und der erfahrenen Helfer, sich dem THW anzuschließen? Quer durch alle Altersstufen sei das Gemeinschaftserlebnis attraktiv, heißt es. Ausflüge und Zeltlager werden für die Jüngeren angeboten. Der Umgang mit der technischen Ausstattung oder andere Aktivitäten sind auch für Berufstätige eine willkommene Abwechslung zum Job. „Cool, auf dem Lkw mitzufahren, etwa beim Christbaumeinsammeln“, schwärmen die Kinder.

Den Klimawandel im Blick

Der Technische Zug und der Fachzug Logistik des Laaberer THW helfen auch bei Bränden oder etwa bei der Bergung eines Autos, das auf Bahngleise abzurutschen drohte. Vielbeschäftigt seien derzeit die Fachberater, die beispielsweise die Statik eines Gebäudes nach einem Brand oder unter Schneelast einschätzen, oder, falls nötig, Polizei und Einsatzkräfte beraten. „In Zukunft müssen wir unseren Blick auf den Zivilschutz neu justieren, auch im Hinblick auf die Folgen des Klimawandels“, betonen Bauer und Rödl. Die Bevölkerung müsse resilienter werden. Das neue Aggregat helfe dabei, außerdem ein geländegängiger Stapler, der demnächst hinzukomme. Am dringlichsten sei aber mehr Platz in neu zu errichtenden Gebäuden. Das bisher an mehreren Stellen gelagerte Material müsse vor Einsätzen noch umständlich und zeitraubend eingeladen und geparkte Fahrzeuge müssten rangiert werden.

Der neue Anhänger liefert Strom und Licht von einem fast neun Meter hohen Masten. - Foto: Pavlas