Anstieg: Über 100.000 Einsätze verzeichnete der Rettungszweckverband Oberpfalz-Nord

Von Friedrich Gluth · 12. Dezember 2025 um 05:00

Mit einer umfangreichen Tagesordnung befasste sich die Verbandsversammlung des Rettungszweckverbands Oberpfalz-Nord (ZRF) bei ihrer jüngsten Sitzung. Dabei wurde auch der Haushaltsplan 2026 mit einem Volumen von rund 20,26 Millionen Euro einstimmig verabschiedet.

Der Verbandsvorsitzende, Schwandorfs Landrat Thomas Ebeling (CSU), leitete die Sitzung am Dienstag in der Max-Reger-Halle. Um einen bestmöglichen Arbeitsablauf für die Mitarbeiter des ZRF zu erreichen, wurde zum Auftakt der Beratungen einstimmig die Neubeschaffung eines geeigneten Dienstprogramms für die Bedürfnisse der Integrierten Leitstelle (ILS) beschlossen.

30.000 Krankentransporte

Michael Werner von der Abteilung Zentrale Dienste des ZRF gab anschließend die Einsatzzahlen in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres bekannt. Von den 15 Standorten im Zuständigkeitsbereich des ZRF, so Werner, seien bei sieben regelhafte Ausfallzeiten zu verzeichnen. Einzig an den Standorten Amberg, Vohenstrauß und Weiden habe es keine Ausfallzeiten gegeben, und der Standort Burglengenfeld sei nur für die Dauer von acht Stunden unbesetzt gewesen.

Auch die Anzahl der Einsätze teilte Werner mit. Nach seinen Angaben kam es in den ersten drei Quartalen dieses Jahres zu 109.614 Einsatzereignissen. Aufgelistet nach Schlagworten im Bereich des Rettungsdienstes, wurden zum Beispiel allein 30.006 Krankentransporte verzeichnet, 9655 Herz-/Kreislaufereignisse, 7396 Trauma-Einsätze, 4092 Einsätze unter dem Schlagwort Schmerzen und 1562 Einsätze für Kinder inklusive Reanimation.

Mehr Stellplätze erforderlich

Hinzu kamen nach den Worten Werners 739 psychische Entgleisungen und Suizidversuche sowie 287 Einsätze unter dem Schlagwort „Ärger“. Insgesamt sei im Vergleich zum Vorjahreszeitraum eine Steigerung um 7978 Einsätze oder 7,8 Prozent zu verzeichnen. Der Rettungshubschrauber „Christoph 80“ wurde 944 Mal alarmiert, ein wenig häufiger als im Vergleichszeitraum.

Die Feuerwehr wurde in 725 Fällen zu technischen Hilfeleistung gerufen, zu 560 Unfällen mit dem Pkw und 63 Unfällen, an denen Lastwagen beteiligt waren. Dazu kamen noch 800 Brandeinsätze, 588 Einsätze durch Brandmeldeanlagen und 174 Waldbrandeinsätze.

Dann kam der Vorsitzende zum derzeit wohl wichtigsten Vorhaben des ZRF, dem Bau der neuen ILS in Wernberg-Köblitz. Im Zuge der aktuellen Planungsphase hat sich nach den Worten von Landrat Ebeling herausgestellt, dass im Bereich der Zufahrt zur künftigen Leitstelle noch eine Fläche für weitere Parkplätze und die Schiebetoranlage benötigt wird. Deshalb sei eine Fläche von 372 Quadratmetern zum bestehenden Grundstück hinzugekauft worden. Der Landrat bedankte sich ausdrücklich beim Verkäufer für dessen Bereitschaft zur Abgabe.

Marc Feil, Geschäftsführer der Ecoplan Planungsgesellschaft in Regensburg, berichtete über den Sachstand. Die Entwurfs- und Eingabeplanung sei abgeschlossen, der Bauantrag eingereicht. Derzeit würden die Ausschreibungsunterlagen für die Baumeisterarbeiten erstellt. Außerdem werde das Vergabeverfahren eingeleitet. Submission und Vergabe sollen im ersten Quartal 2026 erfolgen. Die Gebäudekosten inklusive Technik bezifferte der er auf eine Summe von annähernd 41 Millionen Euro.

Ein weiterer Tagesordnungspunkt betraf die Stationierung von drei Reserve-Rettungstransportwagen im Verbandsgebiet, und zwar in Tirschenreuth, Weiden und Schwarzenfeld. Einstimmig beschloss die Verbandsversammlung, Verbandsvorsitzenden Thomas Ebeling zur eigenständigen Vergabe der einzelnen Gewerke zu ermächtigen.

Bei der Sitzung wurde einstimmig auch der Haushalt 2026 verabschiedet. Das sind die Eckdaten:

• Zahlenwerk: Vor der Verabschiedung des Verbandshaushalts informierte ZRF-Kämmerer Christofer Neukam über das Zahlenwerk und erläuterte einzelne Positionen.

• Haushaltsvolumen: Das Gesamtvolumen liegt bei rund 20,26 Millionen Euro. Davon entfallen knapp 12,46 Millionen Euro auf den Verwaltungs- und rund 7,8 Millionen Euro auf den Vermögenshaushalt.

• Verwaltungshaushalt: Die Einnahmen stammen hauptsächlich von Erstattungen der Sozialversicherungsträger in Höhe von gut fünf Millionen Euro. 7,2 Millionen Euro erhält der ZRF als Zuweisungen und Zuschüsse. Die Ausgaben fallen insbesondere an für Personal, Verwaltung, Betrieb und Zinsaufwendungen.

• Vermögenshaushalt: Bei den Einnahmen liegt der Schwerpunkt auf der Kreditaufnahme von sechs Millionen Euro und der Verbandsumlage von 1,4 Millionen Euro. Dem stehen insbesondere Ausgaben von 890.000 Euro für die Ertüchtigung des Einsatzleitsystems und den Neubau in Wernberg-Köblitz gegenüber.

• Verbandsumlage: Die Höhe der von den Verbandsmitgliedern zu zahlenden Umlage richtet sich nach der Einwohnerzahl. Im Gebiet des ZRF wohnen aktuell 506.550 Menschen (Stand 31. September 2024). Der Landkreis Schwandorf ist mit 149.312 Menschen der bevölkerungsreichste. Die Verbandsumlage beträgt für den Kreis Schwandorf rund 2,46 Millionen Euro, was einem Anteil von 30 Prozent entspricht. Für 2026 ist für jeden Einwohner Umlage von 16,52 Euro zu bezahlen.

• Schulden: Zum 1. Januar 2026 liegen die Schulden bei rund 911.000 Euro, zum 31. Dezember 2026 ist ein Schuldenstand von 10,25 Millionen Euro geplant.