THW Schwandorf bei 32 Einsätzen gefordert – Größere Unterkunft lässt auf sich warten

Die aktiven Helfer des THW-Ortsverbands Schwandorf haben seit Jahresanfang rund 21.000 Einsatz- und Ausbildungsstunden abgeleistet. Man wurde zu 32 Einsätzen alarmiert und hat zudem eine Reihe von Übungen veranstaltet.
Ortsbeauftragter Martin Liebl berichtete bei der Jahresabschlussfeier in der Gaststätte des Tierzuchtzentrums über die vielfältigen Aktivitäten im THW Schwandorf. Diese zeigten. dass der Ortsverband eine großartige Gemeinschaft darstelle. Zivil- und Katastrophenschutz sei heute wichtiger denn je, sagte Liebl. Große Probleme bereite allerdings die Erweiterung der Unterkunft in Schwandorf, bei der sich die Planungen schon über Jahre hinziehen würden.
Seitens der Bundesregierung seien genügend finanzielle Mittel vorhanden, um ein Grundstück zu erwerben, allerdings lasse die Umsetzung weiter auf sich warten. Die Zusammenarbeit mit den Ansprechpartnern der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben sei nach wie vor sehr schwierig, es fehle oft das Verständnis für die Belange der ehrenamtlichen Einsatzorganisation. Liebl bat deshalb die anwesenden Bundes- und Landespolitiker um Unterstützung für die Belange des Ortsverbandes.
Auch Helfende seien auf Hilfe angewiesen, sagte Liebl und forderte vom Bund eine ausreichende finanzielle Ausstattung, die sich nicht am Minimum, sondern an der Sollausstattung orientieren müsse. Das Ehrenamt müsse durch den Abbau der Bürokratie entlastet werden. Leider aber zeige die Realität, dass die Hürden immer höher gesetzt würden. Liebls Forderung lautete deshalb, dass man weniger Bedenkenträger und mehr Entscheidungsträger benötige.
Vom Unfall bis zum Waldbrand im Einsatz
In seinem Jahresbericht verwies Martin Liebl auf Fortbildungen in den Bereichen Atemschutzträger, Sprechfunk, Hubarbeitsbühnen, Maschinisten und dem Bedienen von Motorsägen. Beim vorbeugenden Katastrophenschutz habe man eine neue Dekon-Ausstattung des Landkreises übernommen und die Kreiseinsatzzentrale personell unterstützt. Der Ortsverband verfüge aktuell über 96 einsatzbereite Helfer, 40 Reserve- und rund 40 Junghelfer.
Zugführer Andreas Prüfling informierte über die Vielseitigkeit der Einsätze, die von Verkehrsunfällen mit eingeklemmten Personen über Brände bei Elektroanlagen, Unfälle an Bahnübergängen bis hin zu Personenrettungen reichten. Man sei zudem zu Bränden landwirtschaftlicher Anwesen und Waldbränden gerufen worden, habe sich an Personensuchen beteiligt und auf der A93 schwere Unfälle mit betreut. Prüfling verwies auch auf Übungen für die Deichverteidigung bei Hochwasser, bei der Landesausbildungsstätte Göschen und mit dem Technischen Zug auf dem Übungsplatz der Bundeswehr in Cham.
Julian Zimmermann berichtete von 21 Jungen und 16 Mädchen in der Jugendgruppe, die von sechs erfahrenen Helfern betreut würden. Man habe beim Bürgerfest mitgearbeitet, an der 44-Stunden-Übung gemeinsam mit den Feuerwehren aus dem Stadtgebiet teilgenommen, Ausbildungen durchgeführt und ein Hüttenlager veranstaltet. 2026 seien die Teilnahme am Landesjugendlager und die Abnahme des Jugendleistungsabzeichens geplant.
Bund will mehr Mittel für Zivilschutz stellen
Die ehrenamtliche Arbeit des THW sei aller Ehren wert, sagte Parlamentarische Staatssekretärin Martina Englhardt-Kopf (CSU) in ihrem Grußwort und dankte allen Helfern für das gezeigte Engagement. Bedingt durch die Veränderung der Sicherheitslage in Deutschland, habe die Bundesregierung mehr Mittel für Zivilschutz in den Etat eingestellt. Die Erweiterung der THW-Unterkunft in Schwandorf sei in das Bauprogramm des Bundes aufgenommen worden, sagte die Bundespolitikerin, konnte aber keinen Zeitplan für die Umsetzung nennen.
Dank und Anerkennung statteten auch die Landtagsabgeordneten Nicole Bäumler aus Weiden (SPD) und Martin Scharf (FW) dem THW ab. Oberbürgermeister Andreas Feller, der auch Vorsitzender der THW-Helfervereinigung ist, zeigte sich erfreut über die Zusammenarbeit des THW mit den städtischen Feuerwehren. Auch er unterstrich Martin Liebls Forderungen bezüglich der Unterkunftserweiterung; hier bestehe dringender Handlungsbedarf. Petra Gärtner von der Regionalstelle nahm gemeinsam mit dem Führungsteam des Ortsverbandes zum Abschluss noch etliche Ehrungen vor.