Paukenschlag in Eschlkam: Florian Adam zieht sich zurück – Ex-Bürgermeister tritt an

Mit der Bürgermeisterwahl 2026 kommt es in der Marktgemeinde Eschlkam zu einer personellen Zäsur. Der frühere Rathauschef Sepp Kammermeier (CSU) will noch einmal kandidieren, Amtsinhaber Florian Adam hingegen tritt nicht mehr an.
Kammermeier räumt ein, dass ihm die Entscheidung nicht leicht gefallen sei. „Natürlich war die Grundsatzentscheidung nicht einfach“, sagt der 73-Jährige, der sich eigentlich bereits im Ruhestand befand. Hintergrund sei auch die schwierige Kandidatensuche der CSU-Freien Wählergemeinschaft. „Ich fühle mich fit und möchte es daher wieder anpacken“, so Kammermeier. Inhaltlich nennt er unter anderem den Bau des Kindergartens, Straßensanierungen, eine intensivere Zusammenarbeit mit den tschechischen Nachbarn sowie die Wiederbelebung der Aktion „Eschlkam blüht auf“ als Schwerpunkte.
Besonders wichtig ist dem früheren Bürgermeister, die Bürger einzubinden. „Entscheidend ist, dass man die Leute mitnimmt“, sagt der erfahrene Kommunalpolitiker. Gerade in der aus mehreren Ortsteilen bestehenden Großgemeinde müsse man gemeinsam an einem Strang ziehen und Konkurrenzdenken zwischen den Altgemeinden vermeiden. Eine zentrale Rolle misst Kammermeier dabei den Vereinen zu.
Ich fühle mich fit und möchte es daher wieder anpacken.Sepp Kammermeier, ehemaliger Bürgermeister und erneuter Kandidat
Kammermeier war von 1996 bis 2002 stellvertretender Bürgermeister und anschließend 18 Jahre lang Rathauschef. 2020 trat er nicht mehr an. Sein Vorhaben, nach längerer Pause wieder anzutreten, sei rundum positiv aufgenommen worden. „Meine Frau hat mich immer unterstützt“, sagt Kammermeier. Auch aus der Bevölkerung haben die Leute bislang ausschließlich positiv bis begeistert auf seine Verkündung reagiert.
Abschied vom Rathausstuhl ohne Groll
Amtsinhaber Florian Adam (Liste „Für unsere Zukunft dahoam“) blickt derweil ohne Groll auf seinen Abschied aus dem Rathaus. „Ich habe mich in Abwägung verschiedener Tatsachen so entschieden“, sagt der 46-Jährige. Aus der Bürgerschaft habe er für seinen Entschluss bislang ausschließlich Zuspruch erhalten. Gleichwohl schwinge etwas Wehmut mit. Adam zeigt sich zufrieden mit den vergangenen sechs Jahren, in denen unter anderem die Sanierung des Feuerwehrhauses Stachesried, die Erweiterung des Gewerbegebiets, der Bau von Geh- und Radwegen sowie die Ausweisung von Baugebieten umgesetzt wurden. Besonders am Herzen lagen ihm als zweifachem Familienvater der Ausbau von Krippe, Kindergarten und Schule.
Jeder Bürgermeister hat so seine Steckenpferde.Amtierender Bürgermeister Florian Adam
Auch mit dem endgültigen Aus für eine Umgehungsstraße bei Eschlkam und Großaign hadert Adam nicht. „Das war ein Thema, das ewig lange diskutiert wurde. Letztlich haben sich gut zwei Drittel der Bürger dagegen entschieden. Das ist für mich gelebte Demokratie und gilt es zu akzeptieren.“ Gleichzeitig macht er keinen Hehl daraus, dass man es „als Bürgermeister nicht allen Recht machen kann“. Kritik älterer Bürger, er mache „zu viel für die jungen Leute“, habe ihn eher schmunzeln lassen. „Wenn das so ist, habe ich alles richtig gemacht“, sagt Adam. „Jeder Bürgermeister hat so seine Steckenpferde.“
Keine Kandidatur für Gemeindeliste
Überrascht zeigte sich Adam, dass es bislang nur einen Kandidaten für seine Nachfolge gibt. „Es gab einige, die mir im Laufe meiner Amtszeit mitgeteilt haben, unbedingt kandidieren zu wollen.“ Theoretisch könnten sich jedoch noch bis 8. Januar weitere Bewerber melden.
Für ihn selbst endet im Mai ein politisches Kapitel. Auch für die Gemeindeliste „Für unsere Zukunft dahoam“ wird Adam nicht mehr antreten. Eine weitere Mitarbeit in kommunalpolitischen Gremien schließt er aus, um den Neuanfang für seinen Nachfolger nicht zu erschweren. Künftig will er sich wieder ganz seiner Tätigkeit als Notfallsanitäter bei der BRK-Wache in Furth im Wald widmen.