Während Leerstands-Welle in Schwandorf: Citymanagerin hat gekündigt

Von Johannes Hartl · 15. Dezember 2025 um 19:00

Verklebte Schaufenster, verschlossene Türen: Die Leerstände in der Schwandorfer Innenstadt werden derzeit immer mehr. Rund 30 Immobilien in bester Lage warten nach Angaben der Stadt auf neue Nutzer. Ausgerechnet in dieser schwierigen Situation hat nun die Citymanagerin im Schwandorfer Rathaus gekündigt.

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Die Nachricht wurde im nichtöffentlichen Teil der jüngsten Stadtratssitzung bekannt. Mehrere Gremiumsmitglieder reagierten durchaus verwundert auf die Kündigung, wie die MZ von Personen erfahren hat, die mit dem Vorgang vertraut sind. Die Stelle solle demnach baldmöglichst neu ausgeschrieben werden. Im städtischen Karriereportal war am Montag noch nichts davon zu lesen. Lediglich der Posten für einen Straßenwärter/Straßenbauer sowie für einen Anlagenmechaniker sind dort eingestellt.

Zu den Aufgaben des Stadtmanagements zählen laut dem städtischen Pressesprecher Andreas Hofmeister unter anderem die Pflege der Kontakte zu innerstädtischen Akteuren oder die Mitwirkung an Projekten zur Innenstadt- und Standortentwicklung. Auch die Organisation von Veranstaltungen sowie die Analyse der Innenstadtentwicklung und die Funktion als Anlaufstelle für die Gewerbetreibenden seien unter anderem Bestandteile der Stelle.

Noch im Herbst stellte sich die Citymanagerin den Fragen der Stadträten

Erst im Herbst hatte sich die nun scheidende Citymanagerin noch ausführlich den Fragen der Stadträte gestellt. Nach einem Antrag der Grünen/ÖDP-Fraktion waren die zunehmen Leerstände in der Innenstadt bei einer aktuellen Stunde diskutiert worden.

Dabei äußerte die Rathausmitarbeiterin, dass eine Fußgängerzone die Aufenthaltsqualität in der Innenstadt zwar erhöhen könnte, es darüber aber unterschiedliche Meinungen geben könne. Sie verwies darauf, dass die Entwicklung im Einzelhandel kein spezielles Problem von Schwandorf sei. In der Großen Kreisstadt liege die Leerstandsquote bei etwa zehn Prozent – und sei damit so hoch wie in vergleichbaren Städten.

Nachfolger für H&M nur schwer zu finden

Ferner bekräftigte die Citymanagerin bei der Sitzung im Oktober, dass die Verwaltung auf die Eigentümer zugehe und nach geeigneten Nachnutzungen für leerstehende Geschäfte suche, aber auch mit Filialisten Kontakt aufnehme. Für große Flächen wie die ehemalige H&M-Filiale am Marktplatz sei es aber schwer, Nutzer zu finden. Bei kleineren Läden, wie dem früheren Hirtenladen, sei es einfacher.

Die Gründe für die Kündigung der Citymanagerin bleiben offen. Auf Anfrage der MZ bat die betroffene Person um Verständnis. Sie äußere sich „grundsätzlich nicht“ zu ihren personalbezogenen oder internen Angelegenheiten. Auch die städtische Pressestelle hielt sich bedeckt. „Zu einzelnen Personalangelegenheiten bzw. etwaigen personellen Veränderungen äußert sich die Stadt Schwandorf grundsätzlich nicht, solange hierzu keine öffentlichen Bekanntmachungen – etwa durch eine Ausschreibung – erfolgt sind“, so Pressesprecher Hofmeister.