BayWa-Baumarkt in Schwandorf macht dicht: Gespräche mit Interessenten laufen

Es ist wieder ein herber Schlag für Schwandorf: Zum 28. Februar 2026 wird der BayWa Bau- und Gartenmarkt in der Max-Planck-Straße seine Türen schließen. Ob dann ein weiterer Leerstand im Stadtsüden droht, ist aber noch offen. Die BayWa als Vermieterin will das auf jeden Fall verhindern und hat bereits Kontakt mit zwei Interessenten.
Wie berichtet, hat der Abverkauf im Stadtsüden bereits begonnen. Rund um den Markt verkünden derzeit große Transparente die baldige Schließung. Die Filiale trägt zwar den Namen der BayWa, allerdings ist diese nicht der Betreiber. Tatsächlich verantwortet das Dortmunder Unternehmen Hellweg seit 2012 den Schwandorfer Markt. Nicht von der Schließung betroffen ist hingegen die BayWa Baustoffe – sie hat ihren Sitz direkt neben dem Bau- und Gartenmarkt, gehört aber tatsächlich zur BayWa.
Der Konzern Hellweg betreibt in Deutschland und Österreich rund 95 Märkte, die unter dem Namen Hellweg firmieren. Weitere 51 Märkte im süddeutschen Raum gehören nach Unternehmensangaben zum Schwesterunternehmen BayWa Bau und Garten. Auf Anfrage der MZ hat sich das Unternehmen nun erstmals zu den Gründen geäußert, wieso der Schwandorfer Standort geschlossen wird.
„Negatives Konsumklima“ traf den Bau- und Gartenmarkt
Eine Unternehmenssprecherin verweist auf ein „negatives Konsumklima“. In Verbindung mit „überproportional gestiegenen Kosten für Lebensmittel, Reisen, Mieten etc.“ sowie einem „massiven Einbruch in der Baubranche“ habe dies „dazu geführt, dass Kunden an DIY-Projekten sparen oder diese aufschieben“. Die Schließung in Schwandorf, so die Sprecherin weiter, erfolge „im Rahmen unserer Bemühungen, unser Standortportfolio – wie viele Wettbewerber und andere Einzelhandelsunternehmen auch – den veränderten Marktbedingungen anzupassen“.
Im Schwandorfer Markt sind laut Hellweg insgesamt 18 Mitarbeiter tätig. Das Unternehmen betont aber, dass allen „das Angebot unterbreitet“ worden sei, „bei bestehendem Interesse im Unternehmen zu verbleiben und zukünftig in anderen BayWa Bau & Garten Standorten zum Einsatz zu kommen“. Wie viele Mitarbeiter dieses Angebot angenommen haben, ließ der Konzern in seiner Antwort offen. Die nächstgelegenen BayWa Bau- und Gartenmärkte sind jedoch ein ganzes Stück von Schwandorf entfernt – nämlich im niederbayerischen Viechtach und in Nürnberg.

Das Aus für den BayWa Bau- und Gartenmarkt reiht sich ein in eine ganze Reihe von Geschäftsschließungen, die Schwandorf seit Wochen beschäftigen. Bisher war aber vor allem die Innenstadt betroffen, darunter die Friedrich-Ebert-Straße und der Marktplatz. Innerhalb weniger Monate haben dort zahlreiche Geschäfte geschlossen, so etwa der H&M am Marktplatz, Mode Linda und die Boutique Lux Style.
Immer mehr Leerstände in der Schwandorfer Innenstadt
Inzwischen haben auch das Modegeschäft Gerry Weber und der DS-Homestore ihre Läden zugesperrt. In nächster Zeit werden außerdem das Traditionsgeschäft Haushaltswaren Schreiner und die Denim Lounge folgen – beide sind bislang in der Friedrich-Ebert-Straße zu Hause. Auch im Kommunalwahlkampf dürfte die Leerstandsproblematik eines der Hauptthemen werden.
Wir werden die Fläche erneut vermieten.Frank Herkenhoff, BayWa-Pressesprecher
Entsprechend groß ist die Sorge, dass nun im Stadtsüden ein nächster, großer Leerstand drohen könnte. Bisher war das Gebäude an der Max-Planck-Straße von der BayWa an die Firma Hellweg untervermietet worden. Wie der Münchner Konzern mitteilt, läuft der Mietvertrag mit dem Dortmunder Unternehmen noch bis Ende des kommenden Jahres. Die Kündigung durch die Firma Hellweg sei jedenfalls zum 31. Dezember 2026 erfolgt, teilte BayWa-Sprecher Frank Herkenhoff mit.
Dass der bisherige Bau- und Gartenmarkt in der Max-Planck-Straße zu einem weiteren Leerstand wird, will die BayWa aber verhindern. „Wir werden die Fläche erneut vermieten“, stellte Unternehmenssprecher Herkenhoff auf Anfrage klar. Tatsächlich führt das Unternehmen nach MZ-Informationen bereits Gespräche mit zwei Interessenten. Diese befinden sich aber noch in einem sehr frühen Stadium.