Abgespeckte Version für Maschek-Areal – Planer drücken bei 100 Wohnungen zunächst auf Bremse

Für das ehemalige Maschek-Areal im Schwandorfer Süden gab es schon mehrmals große Pläne. Das aktuellste Vorhaben: Zusammen mit einem Investor sollte an dieser Stelle im großen Stil geförderter Wohnraum sowie ein Ärztehaus realisiert werden. Doch im Planungs- und Umweltausschuss am Donnerstag kündigten die Projektverantwortlichen an, nicht gleich in die Vollen gehen zu wollen.
Im Sitzungssaal des Schwandorfer Rathauses erläuterte Claudia Donhauser, Geschäftsführerin der Gebr. Donhauser, den Ausschussmitgliedern die nun veränderten Pläne für das Areal. Der Inhaber des Areals, Ingo Maschek, war indes am Donnerstag nicht zugegen. Während Arztpraxen und Parkhaus zeitnah gebaut werden sollen, braucht es bei den bis zu 100 geförderten Wohnungen noch Geduld. Donhauser erklärte, dass es ungewiss sei, wann der Bau der Appartements realisierbar ist.
Die Bayernheim GmbH mit Sitz in München habe zwar weiterhin als Investor Interesse an dem Wohnbauprojekt, jedoch seien derzeit keine Fördermittel verfügbar. Laut den Sitzungsunterlagen könne der Investor voraussichtlich erst 2027 verbindlich Auskunft geben, ob Fördermittel zur Verfügung stehen. Deshalb könne der Bau der Wohnungen erst zu einem späteren Zeitpunkt begonnen werden.
Unterschiedliche Größen
Den Plänen nach, die im März noch vorgestellt wurden, soll die Wohnbebauung im rückwärtigen westlichen Teil des Areals entstehen. Geplant sind fünf Gebäude mit 100 unterschiedlich großen Wohneinheiten, die sich auf jeweils drei Geschossen verteilen.
Es soll sich dabei um geförderten Wohnraum handeln, der den Menschen zugute kommen soll, die „in der Mitte der Gesellschaft“ stehen, wie es bei der Vorstellung im März geheißen hatte. Ziel sei es, dass diese Zielgruppe moderne und bezahlbare Wohnungen mieten könne. Um sozialen Wohnungsbau handle es sich dagegen nicht. Während die Wohnungen auf sich warten lassen, soll mit dem Bau des Ärztehauses möglichst bald begonnen werden. „Wir haben drei bis fünf Ärzte an der Hand, die sich dort ansiedeln möchten“, informierte Claudia Donhauser.
Wir haben drei bis fünf Ärzte an der Hand, die sich dort ansiedeln möchten.Claudia Donhauser, Geschäftsführerin der Gebr. Donhauser
Architektin Katharina Burkhardt gab im Anschluss einen Überblick über das weitere Vorgehen. Im Wesentlichen habe sich an den Plänen nichts geändert. Nach wie vor halte man daran fest, im vorderen, östlichen Bereich an der Regensburger Straße ein Gebäude zu errichten, das Platz für Kleingewerbe sowie für Arztpraxen und Büroflächen bieten soll. Dies ist dann der erste Bauabschnitt.
Damit Kunden und Mitarbeiter es nicht weit zu den Geschäften und Büros haben, seien ausreichend Parkplätze vorgesehen. Diese sollen entlang der Regensburger Straße sowie in einem Parkhaus angelegt werden. Das Parkhaus soll dann im zweiten Bauabschnitt entstehen.
Zwei Bebauungspläne
Damit die einzelnen Bauabschnitte ermöglicht werden können, erläuterte Baudirektor Reinhard Schade den Stadträten, dass für das Areal zwei eigenständige Bebauungspläne erstellt werden müssen. Über den Plan, der das Ärztehaus und das Parkdeck betrifft, berieten die Ausschussmitglieder nun ihrer Sitzung am Donnerstag.
CSU-Fraktionsvorsitzender Andreas Wopperer signalisierte grundsätzlich Zustimmung zum Bauvorhaben, zum Verständnis wollte er jedoch wissen, warum zwei Baupläne nötig seien. Schade erklärte, dass dies erforderlich sei, damit der Bau des Ärztehauses vorangetrieben werden könnte. Der geförderte Wohnraum indes ist dann als vorhabenbezogener Bebauungsplan zu behandeln, sobald Fördermittel zur Verfügung stehen und der Investor bauen lässt.
Für die SPD signalisierte Ausschusssprecher Manfred Schüller Zustimmung. Er erwähnte, dass es ihm ein Anliegen sei, die ärztliche Versorgung in Schwandorf sicher zu stellen. In diesem Zusammenhang verwies er auf einen Antrag, den er schon 2022 gestellt habe. Das damalige Ziel: der Bau eines Ärztehauses. „Wir stimmen dem Vorhaben auch in der abgespeckten Version zu“, schloss er seine Ausführungen. Ebenso zeigte sich Kurt Mieschala für die UW angetan von dem Projekt: „Es ist schön, dass endlich was los geht.“
Der Planungs- und Umweltausschuss votierte einstimmig für die Aufstellung des Bebauungsplans mit integriertem Grünordnungsplan und beschloss die Beteiligung der Öffentlichkeit.