Verwaltung statt Hotel: Die Firma Gebr. Donhauser will Platz für bis zu 100 Mitarbeiter schaffen

Kino, Hotel, Freizeiteinrichtung – so manches Vorhaben war in den vergangenen Jahren schon im Gespräch am Brunnfeld bei Schwandorf. Nichts davon wurde auf dem Areal in der Nähe des Globus-Marktes, zwischen dem Pendlerparkplatz und Höflarn, realisiert. Doch das soll sich bald ändern.
Auf dem rund 4200 Quadratmeter großen Grundstück will die Schwandorfer Traditionsfirma Gebr. Donhauser ihr neues Büro- und Verwaltungsgebäude errichten. Der städtische Planungs- und Umweltausschuss leitete dazu in seiner jüngsten Sitzung die erforderlichen planungsrechtlichen Schritte ein.
Thilo Donhauser und Felix Fischer von der Firma Donhauser präsentierten die Planungen. In Folge des konstanten Wachstums benötige das Unternehmen mehr Platz für die Verwaltung, die bislang in der Ettmannsdorfer Straße ansässig ist. Thilo Donhauser, Sohn der geschäftsführenden Gesellschafterin Claudia Donhauser und seit August 2024 als Bauleiter im Unternehmen tätig, berichtete von sieben Bürocontainern, die mittlerweile aufgestellt wurden, um Platz zu gewinnen.
Zusätzliche Erweiterungsmöglichkeiten gibt es an der Ettmannsdorfer Straße nicht. Es bestehe akuter Handlungsbedarf, um die Mitarbeiter zu halten und das Unternehmen zukunftsfähig aufzustellen. Gebr. Donhauser habe die Möglichkeit erhalten, das Areal an der Höflarner Straße am Brunnfeld, auf dem zuletzt ein Hotel geplant war, zu erwerben.
Wohnungen für Mitarbeiter
Den Standort in unmittelbarer Nähe zur Autobahn sehe man als sehr geeignet an. So stellte das Traditionsunternehmen am 9. Oktober einen Antrag auf Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans „Sondergebiet Büro und Verwaltung“.
Architekt Felix Fischer erläuterte dem Planungsausschuss den Entwurf für das „flächen-, energie- und materialeffiziente Gebäude“. Vorgesehen ist ein würfelförmiger, kompakter Baukörper auf möglichst kleiner Grundfläche mit fünf Geschossen und einem Untergeschoss, der Platz für bis zu 100 Mitarbeiter bietet.

Das neue Gebäude solle ein funktionaler Arbeitsplatz werden, der moderne Arbeitsweisen unterstütze und langfristig Raum für Weiterentwicklung biete. Im Untergeschoss sollen Abstell- und Technikräume untergebracht werden, in den fünf Etagen darüber die erforderlichen Büros, im Erdgeschoss zudem Foyer und Besprechungsräume, im vierten Obergeschoss sind zusätzlich Mitarbeiter-Appartements geplant.
Der Gebäude-Sockel wird laut Fischer in Sichtbeton ausgeführt, die Hauptgeschosse in Mauerwerkbauweise, das oberste Stockwerk als leichter Aufsatz in Holzbauweise. Das Büro- und Verwaltungsgebäude soll aus Richtung Osten über die Höflarner Straße erschlossen werden. Fischer erläuterte, dass die Firma Donhauser diesen Anschluss herstelle, die Höflarner Straße aber nach der Einfahrt zur Firma Donhauser weiter Einbahnstraße bleiben soll, damit aus dieser Richtung kein zusätzlicher Verkehr in Richtung Höflarn aufkomme.
CSU-Fraktionschef Andreas Wopperer bezeichnete den Anlass des Tagesordnungspunkts als doppelt positiv. Zum einen müsse man sich nicht wieder mit einem Hotelprojekt befassen, dass dann letztlich scheitere. Zum anderen sei es natürlich erfreulich, dass ein angestammtes Unternehmen in Schwandorf baue. Begrüßenswert sei es außerdem, dass sich nach dem Umzug am bisherigen Standort in der Ettmannsdorfer Straße eine Wohnnutzung etablieren könne.
Potenzial für Wohnraum
Das unterstrich auch SPD-Stadtrat Manfred Schüller, der an der Ettmannsdorfer Straße großes Potenzial für zentrumsnahe Wohnungen sah. Für das Gelände am Brunnfeld, das den Stadtrat schon zehn bis 15 Jahre beschäftige, habe man nun „etwas Greifbares und Solides“. Auch Karl Heinz Saur (FW) signalisierte volle Zustimmung. Er lobte die Gestaltung des Gebäudes und die geplanten Mitarbeiterappartements.
Uns ist wichtig, dass das neue Gebäude ein Ort wird, der moderne Arbeitsformen ermöglicht und zugleich Raum für Entwicklung und Miteinander schafft.Claudia Donhauser, Die Geschäftsführerin von Gebr. Donhauser zum neuen Bürogebäude am Brunnfeld
Einstimmig wurden als erforderliche planungsrechtliche Schritte der Vorentwurf zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan „Sondergebiet Büro und Verwaltung“ am Brunnfeld gebilligt und die Aufstellung beschlossen. Die Verwaltung wurde beauftragt, die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit, der Behörden und Träger öffentlicher Belange zu veranlassen.
Aufgehoben wurde dagegen der Beschluss vom September 2020 zur Aufstellung des vorhabenbezogenen Bebauungsplans „Sondergebiet Hotel“ am Brunnfeld, das damit auch planungsrechtlich Geschichte ist.