Windpark Burglengenfeld ist nun genehmigt – Baustart trotzdem erst in 2027

Für die Initiatoren ist sie wie ein heiß ersehntes Weihnachtsgeschenk, für die Kritiker eher eine „schöne Bescherung“: Die immissionsschutzrechtliche Genehmigung für den Bau des kommunalen Windparks Burglengenfeld (Landkreis Schwandorf) im nördlichen Umland ist da. Anfang dieser Woche wurde der Bescheid des Landratsamts postalisch zugestellt. Am Mittwoch gab Bürgermeister Thomas Gesche (CSU) die Entscheidung im Bauausschuss bekannt.
Laut Pressemitteilung hat die Kreisbehörde in den zurückliegenden eineinhalb Jahren „alle relevanten Belange umfassend geprüft“. Sämtliche Umwelt- und Immissionsschutzaspekte seien beleuchtet worden. Ein besonderes Augenmerk habe dem Schutz von Mensch, Natur und Landschaft gegolten. Durch „klare Auflagen“ würden mögliche Auswirkungen auf Wasser, Boden und Tierwelt sowie auf die Anwohner (etwa in Bezug auf Lärm und Schattenwurf) „auf ein Mindestmaß reduziert“. Auch Fragen des Baurechts, des Denkmalschutzes und der Luftverkehrssicherheit seien geklärt und stünden dem Windpark nicht im Wege.
Bürger sollen sich beteiligen
Wie berichtet, handelt es sich bei dem Vorhaben auf dem Gebiet der ehemaligen Gemeinde Büchheim im Witzlarner Forst um ein Gemeinschaftsprojekt: Die Wind 18 GmbH kooperiert über die Stadtwerke Burglengenfeld (SWB) mit der Kommune sowie direkt mit der Bürgerenergie Mittlere Oberpfalz (Bemo). Die Genossenschaft soll die in Aussicht gestellte Bürgerbeteiligung organisieren, von der vornehmlich Burglengenfelder Haushalte nahe des Windparks profitieren könnten. Die konkrete Umsetzung der Beteiligung ist für das kommende Jahr geplant.
Der aus vier Anlagen bestehende Windpark (Gesamtleistung rund 30 Megawatt) im Witzlarner Forst deckt sich laut Pressemitteilung mit dem Vorranggebiet, das die übergeordnete Regionalplanung der Stadt Burglengenfeld zugewiesenen hat. Ferner ist die Rede von einem „entscheidenden Meilenstein für die Energiewende in der Region“.

Die Projekt-Partner begrüßen die Entscheidung des Landratsamts. Nun rücke das „Burglengenfelder Leuchtturmprojekt“ für ein Miteinander bei der Umsetzung erneuerbarer Energie-Projekte in die Umsetzungsphase. Bürgermeister Thomas Gesche (CSU) betont: „Ein wesentliches Standbein zum Gelingen der Energiewende ist die Windenergie in unserer Region.“ Der ins Auge gefasste Standort sei besonders dafür geeignet. Die CO-neutrale Stromversorgung in der Oberpfalz werde forciert. Wichtig sei dabei allerdings stets, die Bürger vor Ort teilhaben zu lassen. Über den nun genehmigten Windpark gelinge genau das, meint Gesche.
Bemo-Vorstand Herbert Werner ergänzt: „Mit dieser Genehmigung ist der Weg frei für ein Projekt, das nicht nur saubere Energie liefert, sondern die regionale Wertschöpfung stärkt und einen aktiven Beitrag der Bürger zum Klimaschutz leistet.“ Er gehe davon aus, dass das Interesse der Bürger an einer Beteiligung hoch sein werde.
Große Sorgen im Burglengenfelder Umland
Bekanntlich ist das Vorhaben jedoch alles andere als unumstritten, zumal unmittelbar angrenzend an den Windpark Burglengenfeld, auf Schwandorfer Flur, noch mehr Anlagen geplant sind. Bewohner des Umlands befürchten neben einem Wertverlust für ihre Immobilien insgesamt zu große Eingriffe in den Wald, worunter auch die Tierwelt leiden werde. Außerdem haben viele das Gefühl, dass der ländliche Raum auf dem Weg zur Energiewende ohnehin überproportional belastet werde. Besorgte Bürger haben sich zur Initiative „Gegenwind Büchheim“ zusammengeschlossen. Leo Pirzer, einer der führenden Köpfe, hat das Geschehen mit Argusaugen verfolgt – und bereits rechtliche Schritte geprüft. Sein Optimismus hält sich allerdings in Grenzen.
Theoretisch könnte die Genehmigung des Projekts angefochten werden. Eine Klage hätte jedoch nach Informationen des Landratsamts keine aufschiebende Wirkung. Wind 18 wäre also auch im Falle einer Klage berechtigt, mit dem Bau loszulegen. Nur ein erfolgreicher Antrag auf aufschiebende Wirkung beim Verwaltungsgerichtshof in München könnte die Umsetzung bremsen.
Mit einem schnellen Baubeginn ist freilich ohnehin nicht zu rechnen. Für den Start der Rodungen sei es heuer bereits zu spät, bestätigt Partnermanager Stefan Habermeier, der als regionaler Ansprechpartner von Wind 18 fungiert. Seinen Worten zufolge können die Fällarbeiten erst im November 2026 erfolgen. 2027 dürfte dann der eigentliche Bau starten, und bis Ende desselben Jahres sollen die Anlagen ans Netz gehen. Der Anknüpfungspunkt steht laut Habermeier schon fest.