Dividende trotz geringerem Umsatz: Bürgerenergiegenossenschaft Mittlere Oberpfalz zog Bilanz

Die große Freiflächen-PV-Anlage an der A93 bei Perschen (Landkreis Schwandorf) ist eines der Projekte, mit denen mit dem die Genossenschaft Bürgerenergiegenossenschaft Mittlere Oberpfalz (Bemo) den Anteil der regenerativen Energien im Landkreis Schwandorf erhöhen will. Bei der Generalversammlung am Montag in Nabburg gab es dazu aktuelle Informationen. Erfreulich für die Genossen: Auch heuer konnten wieder drei Prozent Dividende ausgeschüttet werden.
Aufsichtsratsvorsitzender Arnold Kimmerl eröffnete die Versammlung und gab einen Kurzbericht zur Tätigkeit des Vorstandes. Er lobte die Zusammenarbeit mit Christian Meyer, Herbert Werner und Hans Prechtl. Meyer nannte als Schwerpunkte bei den Sitzungen neue Projekte im Bereich von Photovoltaik und Windenergie. Zudem werde die Ausdehnung der Genossenschaft in Richtung Landkreissüden vorangetrieben. 2024 sei für Sonne und Wind ein gutes Jahr gewesen, trotzdem war der Umsatz nach seinen Worten um rund zehn Prozent niedriger als 2023.
Durch das umfangreiche Zahlenwerk der Bilanz kämpfte sich Herbert Werner. Er nannte für 2024 eine Bilanzsumme von knapp 4,3 Millionen Euro gegenüber knapp 4,7 Millionen Euro im Jahr 2023. Am Ende blieben 88.101 Euro, die als Dividende ausgeschüttet werden konnten. Werner stellte fest, dass derzeit ein Aufnahmestopp für Mitglieder verhängt worden sei, da konkret keine neuen Projekte anstünden. Begrüßt wurde dagegen, dass immer mehr Gemeinden eine Mitgliedschaft anstrebten.
Problematik der Abregelungen
Noch umfangreicher waren die Zahlen zu den genossenschaftseigenen Photovoltaikanlagen auf der Hauptschule Nabburg, verschiedenen Dächern in Oberviechtach und Wildeppenried, der Sparkasse Nabburg, der Schule in Schwarzenfeld sowie der Freiflächen-PV-Anlage bei Perschen und in Schmidgaden.
Besonders Perschen nutzte Werner als Beispiel, um auf die Problematik der Abregelungen hinzuweisen. „Das tut uns oft richtig weh“, sagte der Finanzexperte. In Schwarzenfeld etwa bestehe die Gefahr, dass der erzeugte Strom in diesem Falle nicht einmal für den Eigenbedarf reichen würde. Häufig seien die Gründe kaum nachvollziehbar, sagte Werner und äußerte Zweifel, ob die Abrechnung für die in diesem Fall vorgesehene Vergütung „immer reell“ sei.
Anschließend gab Werner einen Überblick über die Werte der Finanzanlagen in Form der Beteiligung an Windkraftanlagen. Letztere würden derzeit wegen der noch laufenden Finanzierungen noch nicht in die Bilanz einfließen. Zusammenfassend stellte er fest, dass fast alle Anlagen im Ertrag hinter den Prognosen zurückgeblieben seien und so auch für 2025 keine gute Referenz bildeten.
Unterdurchschnittliche Erträge
Eher verhalten sah er das Projekt „Regiostrom“ in Zusammenarbeit mit dem Bayernwerk anlaufen. Der Energieversorger tue sich gelegentlich schwer, den Strom auf dem Spotmarkt gut zu verkaufen, so Werner. In der Zusammenfassung ging der Vorstand noch einmal auf die Parameter zur Bilanz ein - von unterdurchschnittlichen Erträgen bei der Photovoltaik über steigende Reparaturkosten bis hin zu verminderten Zinsaufwendungen. Angesprochen wurden auch die Zinserträge aus Anlagen, Liquiditätsreserven, die Überprüfung der Rückbauverpflichtung und Realisierung bereits genehmigter Projekte.
Eher Routine war anschließend die turnusmäßige Neubesetzung im Aufsichtsrat mit Markus Bäuml (Burglengenfeld), Karl Bley (Nittenau), Johannes Schimmer (Schmidgaden) und Bernhard Tschöpl (Fensterbach).
Einen tiefen Einblick in das Strommarktdesign der Zukunft und dessen Auswirkungen auf Stromerzeuger, Netzbetreiber und Verbraucher, gewährte schließlich Prof. Oliver Brückl von der OTH Regensburg. Er vermittelte eindrucksvoll die Komplexität, welche die Energiewende hervorgebracht habe. Nabburgs Bürgermeister Frank Zeitler forderte den Zusammenhalt aller, wenn es um die Ausschöpfung erneuerbarer Energien gehe.