Noch mehr Schwung fürs Theater: Ovigo hat 2026 viel vor - auch mit einem neuen Partner

Einen Blick auf Gegenwart und Zukunft des Theaters in der Region ermöglichte ein Termin in der Marienkirche in Nabburg. Dort präsentierte das Ovigo Theater seinen Spielplan für 2026. Intendant Florian Wein ging auch auf die geplante Kooperation mit dem Theaterzweckverband „Neue Bühne Oberpfalz“ ein. Dieser soll helfen, den Verlust des Landestheaters Oberpfalz (LTO) aufzufangen.
Unter dem Jahresmotto „Die Zeit, die uns bleibt“ führte Intendant Florian Wein rund zwei Stunden lang durch einen Abend, der gleichermaßen Rückblick, Ausblick und Aufbruch war. Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung von Franziska von Hülst (Gesang) und Florian Klein (Klavier), die mit vier Liedern das Motto des Abends klangvoll unterstrichen.
Zahlreiche geladene Gäste aus Politik, Kultur und Verwaltung – darunter die Landräte Thomas Ebeling (CSU, Schwandorf) und Andreas Meier (CSU, Neustadt an der Waldnaab) – füllten die Plätze der Spitalkirche. Beide betonten in ihren Grußworten die Bedeutung der kulturellen Zusammenarbeit über Landkreisgrenzen hinweg.
Zweckverband soll Arbeit des Landestheaters Oberpfalz weiterführen
„Kulturbildung ist Zukunftsarbeit“, so Ebeling. „Gerade das Theater kann junge Menschen begeistern und Werte vermitteln. Ziel ist es, langfristig auch den Nachwuchs an das Theater heranzuführen.“
Mit dem Theaterzweckverband der Nordoberpfalz, der künftig als Zweckverband „Neue Bühne Oberpfalz“ firmieren wird, soll die bisherige Arbeit des insolventen Landestheaters Oberpfalz weitergeführt und auf stabile Beine gestellt werden. Zum Verband gehören neben dem Landkreis Neustadt/WN auch die Stadt Weiden, der Landkreis Tirschenreuth sowie die Stadt Kemnath. Der Landkreis Schwandorf tritt als Förderer auf und unterstützt das Ovigo Theater ohnehin bereits, wie Landrat Thomas Ebeling bekräftigte. Die erste Sitzung des Zweckverbands ist laut Ebeling für November geplant.
„Es geht nicht nur um Strukturen, sondern um Haltung“, sagte Andreas Meier. „Wir wollen, dass die Oberpfalz auch künftig eine lebendige Theaterregion bleibt.“ Ein neues Logo, das von den beiden Landräten gemeinsam enthüllt wurde, soll diesen Neustart symbolisieren. Es stehe für Kontinuität und Neuanfang gleichermaßen – für eine Region, die Kultur nicht als Luxus, sondern als Auftrag verstehe.
Dass das Ovigo Theater diesen Geist längst verkörpert, zeigte sich an diesem Abend deutlich, als Wein den neuen Spielplan für 2026 vorstellte: 23 Produktionen, mehr als 50 Spielorte in 40 Gemeinden, mehr als 160 Aufführungen und rund 170 Rollen sind geplant, die Inszenierungen reichen vom Kinderstück bis zum Freilichtdrama.
Häufige Spielorte sind Oberviechtach, Nabburg, Weiden, Bodenwöhr, Grafenwöhr, Neunburg, Bärnau, Sulzbach-Rosenberg, Winklarn oder Bad Kötzting.. „Wir spielen überall dort, wo Kultur geliebt und gelebt wird“, so Wein. Die Stücke des kommenden Jahres stehen laut Wein alle im Zeichen der Vergänglichkeit – und zugleich der Kraft des Moments, die das Theater so einzigartig mache.
Ovigo will 2026 bei den Zuschauern die 20.000er Marke knacken
Das Motto des Spieljahrs sei bewusst gewählt, erklärte der Intendant weiter: „Es erinnert uns daran, dass Kultur immer eine Sache der Gegenwart ist – sie passiert hier und jetzt.“ Mit diesem Anspruch wolle man 2026 das Publikum erneut berühren, bewegen und zum Nachdenken bringen. Mit den fast 400 Mitgliedern im Rücken hofft der Verein, dass 2026 die Marke von 20.000 Besuchern geknackt werden könnte.
Zum Schluss des Abends erntete das Ovigo-Team nach der Vorstellung zahlreicher Neuproduktionen und Wiederaufnahmen langen Applaus – und die Zuversicht und Vorfreude war deutlich spürbar.