So könnte der Technologie Campus an der A93 bei Schwandorf aussehen

Erst wurde jahrelang gerungen, nun geht es Schlag auf Schlag: Zuerst wurde der Zeitplan für den Bau des Gründerzentrums präsentiert, dann folgte der Spatenstich für die Erschließung des Interkommunalen Gewerbegebietes und nun wurden erste Ideen für die Gestaltung des Gebäudekomplexes vorgestellt. Bei den Schwandorfer Kreisräten kamen die Vorstellungen zum Neubau gut an.
Bei einer Gegenstimme beschloss der Ausschuss für Schulen, Planung und Bau am Montag auf Basis der ersten Ideen, die Planung weiterzuentwickeln.
Zuerst Lage abgestimmt
Im Planungsprozess musste zunächst die Lage im neuen Gewerbegebiet abgestimmt werden. Demnach sollen der Technologie Campus und das Business Forum, früher auch als Gründerzentrum bekannt, im südöstlichen Teil des Areals errichtet werden. Hier stehen 9000 Quadratmeter, unmittelbar an das Tankstellengelände angrenzend, zur Verfügung. Auf dieser Fläche sind drei Gebäude geplant, die miteinander verbunden sein werden, wie der Regensburger Architekt Frank Stürzl erklärte.
Stürzl begründete die Errichtung von drei statt zwei Baukörpern mit den verschiedenen Nutzungen und unterschiedlichen Raumhöhen. „Da macht es keinen Sinn, etwas zusammenzupressen“, meinte Stürzl. So sollen im westlichsten der drei Gebäude Forschungslabore untergebracht werden, die teilweise mehr als sechs Meter hoch sind. Die Labore sind unter anderem für die Fachbereiche Bauingenieurwesen, Elektro- und Informationstechnik sowie Bio- und Umweltverfahrenstechnik vorgesehen.

Im mittleren Gebäude, das etwas versetzt parallel zum Forschungsgebäude errichtet werden soll, sind Büros und Hörsäle vorgesehen. Diese Räume sollen über zwei Etagen verteilt werden. Dadurch werde das Hörsaal- und Bürohaus auch höher werden als das benachbarte Forschungsgebäude, erklärte Stürzl. Beide Häuser sollen vorrangig von der OTH Amberg-Weiden und der OTH Regensburg genutzt werden.
Nur ein kleiner Teil des mittleren Gebäudes soll gemeinsam von den Hochschulen und dem Business Forum genutzt werden. Dort ist ein Co-Working-Bereich geplant, der dem Business Forum zugeordnet ist, aber auch den Wissenschaftlern und Hochschulmitarbeitern zur Verfügung steht. Je nach späterem Bedarf könnten in diesem Co-Working-Bereich auch Werkstätten entstehen. Für den Technologie Campus wurde das Raumprogramm mit den Hochschulen eng abgestimmt.
Quer zum mittleren Haus soll sich das dritte Gebäude anschließen. Hier wird das Business Forum beheimatet sein. Derzeit ist es in Maxhütte-Haidhof bei der Firma Läpple ansässig. Schon länger sucht der Landkreis Schwandorf als Träger des Gründerzentrums einen neuen Standort. Da sich im Städtedreieck keine Alternative fand, wurde die Suche auf den gesamten Landkreis ausgeweitet. Das Interkommunale Gewerbegebiet an der A93 direkt an der Anschlussstelle Schwandorf-Mitte gehörte schnell zum Favoritenkreis. Die Kreisräte hatten sich schließlich für diesen Standort entschieden.
Im Neubau des Business Forums ist ein Mix aus verschieden großen Büros geplant. Sollten diese stark nachgefragt werden, könnte das Gebäude noch in Richtung Tankstelle erweitert werden. Den dafür notwendigen Platz haben die Planer bereits einkalkuliert. Auch beim Laborgebäude wäre eine Erweiterung nach Westen möglich, wenn sich der Forschungsbedarf gut entwickeln würde.
Nachhaltigkeit ist wichtig
Neben den möglichen Anbauten sei laut Architekt auch eine Aufstockung der Gebäude diskutiert worden. Eine solche Möglichkeit erwartet Stürzl aber eher für das Business Forum.
Zwischen den beiden OTH-Gebäuden ist ein Betriebshof angedacht, der auch über eine eigene Zufahrt erreichbar wäre. Dort könnten die Wissenschaftler auch Versuche im Freien durchführen, wofür es nach Rücksprache mit den Professoren durchaus Bedarf gäbe.
Für den Technologie Campus ist eine richtungsweisende, aber auch wirtschaftliche Energieversorgung angedacht.Frank Stürzl, Architekt
Südlich und westlich der drei Gebäude sollen zahlreiche Parkplätze entstehen. Die hohe Anzahl sei notwendig, weil die OTHs auch Veranstaltungen im Technologie Campus abhalten wollen. Grünen-Kreisrat Rudi Sommer hatte sich daran gestört, dass ein „erheblicher Teil versiegelt“ werde. Stürzl merkte dazu an, dass die Parkfläche mit versickerungsfähigem Pflaster ausgestattet werden soll. Der Betriebshof müsse allerdings befestigt werden, da hier auch mit Stoffen gearbeitet werden wird, die nicht im Boden versickern dürften, so der Architekt.
Stürzl wies darauf hin, dass das Thema Nachhaltigkeit eine große Rolle bei der Planung spiele. So sei für den Gebäudekomplex eine „richtungsweisende, aber auch wirtschaftliche Energieversorgung“ angedacht. Die Dächern sollen extensiv begrünt werden – was auch einen kühlenden Effekt für das oberste Geschoss habe, so Stürzl.
Dass die Nachhaltigkeit ein wichtiger Punkt ist, lobte CSU-Kreisrat Martin Birner. Man wolle „keinen Glasbau“, sondern „ein schlichtes Bauwerk, das auch an künftige Nutzungsänderungen angepasst werden“ könne, so Birner. Er sei schon gespannt auf die weitere Entwicklung der Baukörper.
Laut dem Architekten seien die meisten Fachplaner bereits an Bord. Im neuen Jahr soll mit der Vorentwurfs- und Entwurfsplanung weitergemacht werden. Dann werde auch eine erste Kostenschätzung vorgelegt.