Schon länger geplant: Gründerzentrum an der A93 bei Schwandorf könnte Ende 2028 stehen

Von Jan Lange · 16. November 2025 um 19:00

Im Interkommunalen Gewerbegebiet an der A93 soll ein neues Gründerzentrum entstehen. Es soll das bisherige Mittelstandszentrum Maximilianshütte, das in Maxhütte-Haidhof angesiedelt ist, ersetzen. Pläne dazu gibt es schon länger. Nun wurde den Kreisräten ein genauerer Zeitplan präsentiert.

Noch ist die Fläche neben der Esso-Tankstelle an der Autobahnauffahrt Schwandorf-Mitte unbebaut. Dass hier künftig das geplante Gründerzentrum stehen soll, darauf deutet auch noch nichts hin. Das könnte sich aber bald ändern. Denn im kommenden Jahr sollen die Bauleistungen bereits ausgeschrieben werden, wie jüngst im Ausschuss für Kreisentwicklung, Umweltschutz, Touristik, Sport und Kultur informiert wurde.

Ende 2026 oder Anfang 2027 könnte demnach mit der Errichtung des Gründerzentrums begonnen werden. Der Einzug könnte dann Ende 2028 oder Anfang 2029 erfolgen, so die derzeitigen Planungen.

Bei den Planungen wurde inzwischen das Raumprogramm erarbeitet. Momentan sind die Planer mit den Grundrissen der Gebäude befasst. Im Kreisausschuss für Schulen, Planung und Bau, der das nächste Mal am 24. November tagt, sollen erste Ideen für den Neubau vorgestellt werden.

Vor zwei Jahren war man bei den ersten Vorstellungen von einer Fläche von 765 Quadratmetern ausgegangen. Bei dem aktuellen Entwurf habe sich gegenüber den bisherigen Planungen in Bezug auf die Gebäude, deren Größe und den Standort nichts verändert, teilte Landkreissprecher Manuel Lischka auf MZ-Nachfrage mit.

Beide Einrichtungen werden gleichzeitig geplant und gebaut

Es bleibt aber nicht bei einem bloßen Gründerzentrum. Direkt daneben soll es auch ein Technologie-Transferzentrum (TTZ) geben, eine gemeinsame Einrichtung der OTH Amberg-Weiden und der OTH Regensburg. Im TTZ soll zusammen mit der Wirtschaft geforscht werden. Vor allem kleineren Firmen, die oft keine eigene Forschungsabteilung haben, soll die Einrichtung zugute kommen.

Um möglichst große Synergieeffekte und auch Kosteneinsparungen zu erzielen, werden beide Gebäude (TTZ und Gründerzentrum) gleichzeitig geplant und auch zusammen gebaut, teilte Lischka weiter mit. Zu den möglichen Baukosten gibt es laut dem Kreissprecher derzeit „noch keine seriösen und belastbaren Zahlen“.

Wir gehen davon aus, dass der genannte Zeitplan eingehalten werden kann.Manuel Lischka, Pressesprecher des Landkreises Schwandorf

Auch wenn die finanzielle Situation der Kommunen und Landkreise aktuell nicht unbedingt besser wird, sieht man im Landratsamt keine Risiken für das Bauvorhaben. „Wir gehen davon aus, dass der genannte Zeitplan eingehalten werden kann“, erklärte Lischka.

Sollte sich der Zeitplan wider Erwarten verzögern, rechnet der Landkreis damit, das Mittelstandszentrum, das inzwischen Business Forum heißt, am bisherigen Standort weiter betreiben zu können. Der Mietvertrag für die beiden Gebäude der Firma Läpple soll erst einmal bis Anfang 2029 verlängert werden. „Das Business Forum steht mit der Firma Läpple in gutem Austausch und pflegt seit jeher ein sehr gutes Verhältnis. Sollte also absehbar sein, dass sich der Zeitplan entsprechend verzögert, wird man hierfür sicherlich eine Lösung finden“, so der Landkreissprecher.

Das Business Forum war 2024 zu etwa 25 Prozent ausgelastet. Es gab im Vorjahr einen Einzug, wie im Kreisentwicklungsausschuss ebenfalls informiert wurde. Der neue Mieter ist im Bereich „rechtliche Beratungen“ aktiv, so Lischka im Nachgang der Ausschusssitzung gegenüber der MZ.

Ob alle bisherigen Nutzer des Business Forums auch in das neue Gründerzentrum einziehen werden, darüber kann laut dem Landkreissprecher zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Aussage getroffen werden. Es gebe aber seitens einiger Unternehmen – für welche die Nähe zum Technologie-Campus interessant ist – bereits Interessensbekundungen, so Lischka.

Immer gewisser Bedarf für ein Gründerzentrum

Die Gründungstätigkeit war in der Corona-Zeit deutlich eingebrochen, wie der KfW-Gründungsmonitor gezeigt hat. Nach der Pandemie haben sich die Gründungsaktivitäten zwar auf einem Erholungskurs befunden, aber noch nicht das Vor-Corona-Niveau erreicht. „Die Gründungstätigkeit in wirtschaftlich unsicheren Zeiten ist besser als erwartet, aber nach wie vor zu niedrig“, hieß es dazu im Kreisausschuss.

Braucht es in dieser Situation überhaupt ein neues Gründerzentrum? Vom Landkreis Schwandorf als Hauptgesellschafter gibt es auf diese Frage ein klares Ja. „Aus unserer Sicht gibt es immer einen gewissen Bedarf, und wir erwarten aufgrund des hervorragenden Standorts eine steigende Nachfrage“, erklärte Lischka. „Auch durch die Zusammenarbeit mit den beiden Hochschulen erwarten wir uns neue Impulse für die Gründertätigkeit im Landkreis Schwandorf.“

Auch in der Stadt Schwandorf, die seit vorigem Jahr mit 25 Prozent an der Business Forum GmbH beteiligt ist, sieht man durch das Gründerzentrum einen „deutlichen Mehrwert“ für den Standort Schwandorf, wie Wirtschaftsförderer Armin Rank bereits in der Vergangenheit erklärt hatte.

Das Gründerzentrum (Business Forum) und der Technologie-Campus (TTZ) werden gewisse Räumlichkeiten, zum Beispiel den Co-Working-Bereich oder Hörsäle, gemeinsam nutzen. Auch die beiden Geschäftsführer arbeiten laut Lischka „fachlich sehr eng und gut zusammen“.