Erschließung startet: Interkommunales Gewerbegebiet an der A93 bei Schwandorf nimmt Gestalt an

Von Jan Lange · 20. November 2025 um 15:18

Das seit Jahren geplante Interkommunale Gewerbegebiet an der A93 nimmt endlich Form und Gestalt an. Am Donnerstagvormittag wurde der offizielle Startschuss für die äußere Erschließung des Areals gegeben. Die erste Teilfläche des neuen Gewerbegebietes ist bereits verplant.

Sie gehören zu den besten Flächen in Schwandorf und Wackersdorf: die Grundstücke direkt an der A93 und der B85. Dass war den Rathauschefs schon vor 20 Jahren klar. Die drei Kommunen Schwandorf, Wackersdorf und Steinberg am See gründeten deshalb einen Zweckverband, um die Filetgrundstücke gemeinsam zu vermarkten.

Jakob Scharf ist letzter noch aktiver Gründungsvater

Doch das geplante Gewerbegebiet kam lange nicht so recht voran. Es gab mehr Rückschläge als Fortschritte. Daran erinnerte beim Vor-Ort-Termin am Donnerstag auch Vize-Landrat Jakob Scharf (CSU). Er ist der letzte noch aktive Gründungsvater, damals war er als Bürgermeister von Steinberg am See beteiligt. In den drei Kommunen gibt es längst eine andere Rathausspitze, und auch der Chef im Landratsamt ist mittlerweile ein Anderer.

An Fahrt aufgenommen hatte das Gemeinschaftsprojekt erst, als die drei Kommunen vor einigen Jahren eine Fläche von fünf Hektar rund um die heutige Esso-Tankstelle erworben hatten. Diese Teilfläche wird nun in einem ersten Schritt erschlossen. Sie wird an die Schmutz- und Regenwasserleitungen sowie die Wasserversorgung angeschlossen.

Schmutz- und Regenwasser werden künftig über eine Pressleitung auf die Südseite der B85 geführt und an bestehende Infrastruktureinrichtungen wie das Regenüberlaufbecken und das Schmutzwasserpumpwerk angebunden. Voraussichtlich im März 2026 werden die Bauarbeiten abgeschlossen sein, wie Wackersdorfs Bürgermeister Thomas Falter (CSU) beim Vor-Ort-Termin ankündigte. Falter ist aktuell der Vorsitzende des Zweckverbandes.

Ende 2026 soll gesamte Erschließung beendet sein

Die Arbeiten waren an die Firma Sommer Tiefbau aus Wegscheid (Landkreis Passau) vergeben worden. „Das passt perfekt zum Wetter“, meinte Falter augenzwinkernd mit Blick auf den einsetzenden Schneefall am Donnerstagvormittag.

Die innere Erschließung des Gewerbegebiets Am Richtfeld, bei der unter anderem eine Zufahrtsstraße mit Wendehammer entstehen wird, soll dann Mitte 2026 beginnen und bis Ende nächsten Jahres abgeschlossen werden. Ab 2027 könnten sich also erste Gewerbebetriebe ansiedeln. Zur Verfügung stehen acht Parzellen mit Größen zwischen 3500 und 10 000 Quadratmetern. Mit ersten Interessenten laufen bereits Gespräche, erklärte Falter.

Ein künftiger Nutzer steht schon fest: Am Standort sollen ein Technologie-Transferzentrum (TTZ) sowie das neue Gründerzentrum des Landkreises Schwandorf errichtet werden. Es sei „ein klarer Impuls für Innovation, Unternehmensgründungen und regionale Wertschöpfung“, zeigte sich der Wackersdorfer Bürgermeister überzeugt.

Den Kreisräten war jüngst ein möglicher Zeitplan vorgestellt worden. Demnach könnten die Bauleistungen im kommenden Jahr ausgeschrieben und spätestens Anfang 2027 mit dem Bau begonnen werden. Die Fertigstellung ist für Ende 2028 vorgesehen.

Auch Landkreis profitiert von neuem Gewerbegebiet

Für Vize-Landrat Jakob Scharf stand deshalb fest, dass der Landkreis Schwandorf von der Erschließung des Gewerbegebietes ebenfalls profitiere. Der Landkreis hatte länger für den Vorgänger des Gründerzentrums, das Mittelstandszentrum Maximilianshütte (heute Business Forum), einen neuen Standort gesucht. Aktuell noch im Städtedreieck in Gebäuden des Läpple-Werks angesiedelt, fanden sich in den Städten Maxhütte-Haidhof, Burglengenfeld und Teublitz keine Alternativstandorte. Auch deshalb wurde die Suche auf den gesamten Kreis erweitert. Das Interkommunale Gewerbegebiet an der A93 war dabei schnell ein Favorit.

Das Interkommunale Gewerbegebiet hat nach dem rechtsgültigen Flächennutzungsplan eine potenzielle Gesamtfläche von rund 77 Hektar. Es sei ein „zukunftsorientierter Wirtschaftsstandort, der die Stärken der drei Kommunen bündelt und neue Möglichkeiten für Unternehmen und Gründer in der Region eröffnet“, fand Falter.