Regensburger Grüne fordern Tempo-30-Zone im Unterislinger Weg

Von Jürgen Scharf · 28. November 2025 um 15:45

Ist der Verkehr im Unterislinger Weg in Regensburg zu gefährlich? „Es gibt viele Einrichtungen für Kinder und ältere Menschen“, sagt die Fraktionsvorsitzende Maria Simon. Deshalb möchten die Grünen im Stadtrat nun mit einer Tempo-30-Zone durchgreifen.

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Ein Fußgänger macht einen Schritt in die Fahrbahn rein, springt dann aber hektisch wieder zurück. Ein Fahrradfahrer düst an ihm vorbei und sprintet noch schnell auf die andere Fahrbahnseite. Und schon einen Augenblick später rattert eine Kolonne aus mehreren Fahrzeugen vorbei. Eine Szene, wie sie an der Einmündung eines Spazierwegs und der Burgunderstraße in den Unterislinger Weg im Stadtosten regelmäßig vorkommt. Die Regensburger Grünen wollen, dass diese Straße nun sicherer gemacht wird.

Die Stadtratsfraktion hat einen Antrag gestellt, dass die Verwaltung beauftragt wird, zu prüfen, ob die Verkehrssituation im Unterislinger Weg und in der Hermann-Geib-Straße auf dem Abschnitt zwischen Bajuwaren- und Alfons-Auer-Straße sicherer gemacht werden kann. Die Grünen sagen, dass insbesondere die Möglichkeit der Einführung von „Tempo 30“ untersucht werden soll.

„Strecke ist stark befahren“

„Die Strecke ist stark befahren. Gleichzeitig gibt es hier auch eine hohe Dichte an Einrichtungen für Kinder, Jugendliche und ältere Menschen“, sagt Fraktionsvorsitzende Maria Simon. Neben der Grundschule Napoleonstein und einer Kindertagesstätte seien hier die städtische Berufsschule II, das Jugendzentrum Arena sowie ein Tagespflegeheim ansässig. Immer wieder komme es zu gefährlichen Situationen, sagt Simon. Zumindest sei ihr das so berichtet worden. Eine Frau aus dem Viertel habe sich an die Partei gewandt und geschrieben, dass sie regelmäßig schwierige Situationen auf der Straße beobachte. Mehrere Anwohner hätten ihr gegenüber diese Einschätzung auch bestätigt.

„Die aktuellen Verkehrsverhältnisse bergen ein Risiko“, sagt auch die stellvertretende Fraktionsvorsitzende und Oberbürgermeisterkandidatin Helene Sigloch: „Wir wollen daher im Interesse aller prüfen lassen, wie wir den Streckenabschnitt sicherer machen können.“ Dafür sollen sowohl bauliche als auch verkehrsrechtliche Maßnahmen geprüft werden.

Das Stimmungsbild unter den Menschen, die dort am vergangenen Freitagnachmittag unterwegs sind, scheint gemischt zu sein. An der Haltestelle An der Iselrinne warten mehrere Personen auf den Bus. Ein Mann erzählt, dass er erst vor kurzem in das Viertel gezogen sei. Es sei ihm aber bereits aufgefallen, dass es an der Einmündung der Burgunderstraße in den Unterislinger Weg zu gefährlichen Situationen komme: „Da ist oft einiges los.“ Deswegen fände er es auch eine „durchaus gute Idee“, wie er sagt, rund um die Bushaltestelle bis zur Einmündung ein Tempolimit einzuführen. Er würde aber davon abraten, auf gesamter Strecke, von der Bajuwaren- bis zur Alfons-Auer-Straße, das Tempo zu drosseln: „Das wäre echt zu viel.“

Zwei junge Männer, Johannes und Laurin, erzählen, dass sie regelmäßig von hier aus den Bus nutzen. Die Autos seien teilweise schon sehr schnell unterwegs, findet Laurin. Ein Tempolimit fände er deswegen nicht schlecht: „Und Tempo 30 ist ja jetzt auch nicht komplett langsam.“ Er ist aber ebenfalls der Meinung, dass dieses auf das Gebiet rund um die Bushaltestelle beschränkt werden sollte, weil der Verkehr ansonsten auf zu langer Strecke zu sehr gedrosselt werde.

Kommen Temposchwellen?

Warum sind einige Autofahrer hier aber überhaupt beizeiten so schnell unterwegs? Eine Frau, die ebenfalls auf den Bus wartet, hat eine klare Meinung: „Die kommen von oben von der Autobahn und haben sich gedanklich noch gar nicht darauf eingestellt, dass hier jetzt schon der Stadtverkehr ist.“

Im Stadtrat wird der Antrag zumindest bei der Brücke schon mal auf Zustimmung stoßen, wie Fraktionschef Joachim Wolbergs der MZ sagt: „Tempo 30 am Unterislinger Weg, da bin ich sofort dabei. Die Straße ist prädestiniert dafür.“ Er sei da selbst oft unterwegs. Nicht zuletzt angesichts des Umfelds mit den vielen Einrichtungen dürfe das keine Rennstrecke sein, findet er.

Dagmar Schmidl von der CSU äußert sich zurückhaltender: „Ich werde mir zunächst einmal anhören, zu welcher Einschätzung die Verwaltung kommt. Grundsätzlich bin ich aber eher skeptisch, ob der Unterislinger Weg der richtige Ort für Tempo 30 ist. Es ist ja eine Einfallstraße, auf der der Verkehr auch fließen sollte.“

Um Tempo-30-Zonen überhaupt einführen zu können, müssen Straßen bestimmte Bedingungen erfüllen. Dabei kann es beispielsweise darum gehen, ob es eine Vorfahrtsstraße ist oder nicht. Oder ob die Anwohner gesundheitliche Schäden, etwa durch den Verkehrslärm, zu befürchten haben.

„Uns ist bewusst, dass es nicht immer einfach ist, so eine Maßnahme durchzusetzen“, sagt Simon. Deswegen habe die Fraktion bewusst auch die Möglichkeit von baulichen Maßnahmen mit angeführt. Das könnten etwa Temposchwellen sein. „Egal was, Hauptsache, am Ende wird es dort sicherer“, sagt Simon.