Streit um Eiche im Regensburger Westen: Neuer Fällantrag gestellt

Vor knapp einem Jahr erteilte die Stadtverwaltung einem Regensburger die Genehmigung, eine große Eiche im Regensburger Westen zu fällen. Allerdings steht diese auf zwei Grundstücken. Mit den Nachbarn konnte sich der Mann bislang aber nicht einigen. Im Januar läuft nun auch die Genehmigung aus. Wie die Stadt mitteilt, gibt es jetzt einen Antrag auf eine Erneuerung.
Der Mann, der den Baum fällen lassen will, wollte bislang keine öffentliche Stellungnahme zu dem Fall abgeben. Nach Informationen unserer Zeitung argumentierte er bei seinem Fällantrag unter anderem mit der Nähe des Baums zum Haus und gesundheitlichen Problemen, die dieser bei ihm hervorrufe. Die Stadt genehmigte das Vorhaben.
Beim Amtsgericht Klage eingereicht
Weil die Eigentümer des benachbarten Grundstücks der Fällung aber nicht zustimmten, reichte der Regensburger beim Amtsgericht Klage ein. Hier wurde er darauf hingewiesen, dass es zunächst einen Schlichtungsversuch bei einer unabhängigen Stelle geben muss. Ein Notar versuchte zuletzt dann auch, zwischen beiden Parteien zu vermitteln – ohne Erfolg. Einer der Eigentümer, die gegen die Fällung sind, erzählte der Mittelbayerischen danach, dass von seiner Gruppe „ein großzügiger Pflege- und Rückschnitt angeboten wurde, was jedoch von der Gegenseite nicht als Lösung akzeptiert wurde“.
Die Eigentümergemeinschaft des Nachbargrundstücks ist laut ihm weiter entschieden gegen die Fällung. Sie wollte nun aber erst abwarten, ob der Nachbar nach dem gescheiterten Schlichtungsversuch eine Klage einreicht. Und ob er nach Ablauf der alten Fällgenehmigung – weil es bis zu deren Ende wohl kaum eine Entscheidung geben wird –, eine neue beantragt. Bei letzterem gibt es nun bereits Gewissheit.
Auf Nachfrage von Astrid Lamby (ÖDP) berichtete Umweltamtschefin Tina Voigt im Stadtratsausschuss, dass der Grundstückseigentümer bereits einen neuen Antrag eingereicht hat. Diesen werde die Verwaltung nun prüfen. Voigt betonte dabei, dass die Stadt mit dem beim Gericht angesiedelten zivilrechtlichen Verfahren nichts zu tun habe: „Wir entnehmen das größtenteils auch aus der Zeitung.“
Mehrere Gruppen protestierten
Gegen die Fällung des Baumes hatten die Eigentümergemeinschaft, mehrere weitere benachbarte Anwohner und auch der Bund Naturschutz vehement protestiert. Ein Mitglied der Eigentümergemeinschaft hat nach eigenen Angaben zuletzt auch einen eigenen Antrag bei der Stadt eingereicht: auf Erhalt der Eiche. Die Eigentümergemeinschaft hatte zuvor schon gegenüber unserer Zeitung kritisiert, dass sie im Vorfeld der Fällgenehmigung nicht von der Stadt gehört wurde, obwohl der Baum auch auf ihrem Grundstück steht.
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Die Stadt selbst wollte aus Gründen des Datenschutzes, wie sie angibt, gegenüber unserer Zeitung bislang keine Angaben zu dem Fall machen. Im Umweltausschuss machte Voigt nun allerdings aus einer Information der Verwaltung kein Geheimnis mehr. Das Alter des Baumes wurde vom Bund Naturschutz in Mitteilungen mit etwa 100 Jahren angegeben. Dies treffe aber keinesfalls zu, sagte Voigt: „Wir haben Aufzeichnungen und Luftbilder wo man sieht, dass der Baum circa 50 bis 60 Jahre alt ist. Aber natürlich klingen 100 Jahre besser, das ist mir schon klar.“