In Bad Kötzting liefen im Jahr 2025 (fast) alle Projekte richtig gut

Von Stefan Weber · 19. November 2025 um 17:00

Ein volles Haus zur Bürgerversammlung – das spricht für das Interesse der Bürger an ihrer Stadt und was sich in ihr im vergangenen Jahr so bewegt hat. Bürgermeister Markus Hofmann nutzte diese Möglichkeit am Dienstagabend im Postsaal darum traditionell, um rund anderthalb Stunden lang den Fokus auf die Arbeit des Stadtrates und der Mitarbeiter der Verwaltung im Rathaus zu lenken.

Und da gab es einiges zu berichten: Angefangen von den Plänen für den neuen Friedhof (wir berichteten), über den Schuldenstand der Stadt (Pro-Kopf-Verschuldung in elf Jahren um 2587 Euro auf 849 Euro gesenkt) bis hin zum Ausblick auf die Gewerbesteuer, die 2025 mit 5,4 Millionen Euro wieder fast zwei Millionen Euro höher ausfallen werde als angesetzt.

Spielbank auf Rekordkurs

Ebenfalls gut laufe es bei der Spielbank, die bis Ende Oktober bereits mehr als 900.000 Euro an Abgabe an die Stadt überwiesen habe. Damit sei der Rekordwert aus dem Jahr 2023 (950 000 Euro) im Visier. Auch bislang mehr als 42.000 Besucher dieses Jahr könnten sich sehen lassen.

Mehr als die angepeilten 600.000 Euro seien in diesem Jahr in die Sanierung des Straßennetzes geflossen, wobei die Zufahrt von Liebenstein, der Arndorfer Steig und die Zellertalsiedlung noch ausstünden. Für die Anwohner des Plattenweges kündigte er für kommendes Jahr außerdem eine Teilbürger-Versammlung an.

Außerdem wurde in das Trinkwassernetz ebenso investiert (400.000 Euro) wie in den letzten Abschnitt des Regenentlastungs-Kanals (eine Million Euro). Weitere 400.000 Euro flößen darüber hinaus in die Sanierung des Kanalnetzes.

Das gut 13 -Millionen Euro teure Großbauprojekt Parkhaus liege im Kosten- und Zeitrahmen. „Warum brauchen wir das?“, werde er des öfteren gefragt, so der Bürgermeister. „Zum einen wird das Projekt mit allen Zusatzmaßnahmen wie der Bibliothek zu 40 Prozent gefördert, was für ein reines Parkhaus nicht der Fall gewesen wäre“, sagte er. Der Bau wäre somit für die Stadt genauso teuer gekommen wie die nun laufende Maßnahme.

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Darüber hinaus gebe es genügend Bedarf alleine für die 40 Anwohner-Parkplätze. Und: Wenn mehr Menschen wieder in der Innenstadt wohnen sollen als bisher, dann müssten die auch irgendwo parken können. „Und wenn wir bei diesen Baupreisen nicht investieren – von privater Hand wird sich da in den kommenden Jahren nicht mehr viel tun“, zeigte sich Hofmann überzeugt.

Weitere vier Millionen Euro – wenn auch aus Eigenmitteln – seien in die energetische Sanierung der Bade- und Saunawelt AQACUR geflossen. In die Becken fließe übrigens nun auch das Wasser einer für den Trinkwassergebrauch nicht mehr geeigneten stadteigenen Quelle in Beckendorf, was zusätzlich Kosten spare. Positiv sei ebenfalls, dass die Übernachtungszahl auch in diesem Jahr mindestens nahe an der „magischen Grenze“ von 230.000 liegen werde und sich dieser hohe Wert nach den „Corona-Jahren“ wieder auf dem hohen Niveau vor dem Pandemie-Jahr 2020 eingependelt habe.

Wenn wir bei diesen Baupreisen nicht investieren, wird sich von privater Hand absehbar nicht mehr viel tun.Markus Hofmann, Bürgermeister

Sehr gut laufe es nach zehn Jahren Betrieb auch im Präventionszentrum Sinocur: 39 Gesundheitsvorträge mit knapp 1900 Teilnehmern, 26 Kochkurse und Workshops mit 400 Teilnehmern – insgesamt über 200 Veranstaltungen im Haus und wöchentlich fünf bis sechs Vorträge durch die Klinik für Traditionelle Chinesische Medizin oder auch den Kneipp-Verein bescherten dem Haus in der Bilanz rund 800 Veranstaltungen im Jahr.

Dann noch eine restaurierte Bühne für die Jahnhalle, zahlreiche kulturelle Veranstaltungen, ein sanierter Kneipp-Kindergarten, in dem nun eine Gruppe mehr betreut werden kann, sowie der Ausblick auf das Fünf-Millionen-Euro-Projekt „Aufstockung der Mittelschule“ für die Offene Ganztagsbetreuung an Mittel- und Grundschule – sehr vieles laufe sehr gut in der Stadt.

Ein paar Projekte liefen nicht

Da könne auch verschmerzt werden, dass der Umbau des Rathaus-Erdgeschosses aufgrund von Lieferengpässen noch nicht habe abgeschlossen werden konnte und man noch immer auf Gutachten für die Mauer des alten Friedhofes warte, um mit den Arbeiten zur Umgestaltung als Ort der Ruhe beginnen zu können.

Dafür werde der Seniorenbus bis März endlich geliefert, Fahrer hätten sich schon gemeldet – und nach dem Brand im AQACUR vor wenigen Wochen wurde die Nachholfeier zum 20-jährigen Bestehen nach Möglichkeit am Nikolaustag (6. Dezember) zumindest in Aussicht gestellt.

Ärger beim Breitband-Ausbau

■ Schnelles Internet: Wie einige Bürger bestätigten, seien ihre Verträge mit der Firma Leonet bereit drei Jahre alt – einen Glasfaser-Anschluss hätten sie aber bis heute nicht erhalten.

■ Bürgermeister: Ein Problem, das der Verwaltung bekannt sei, wie Bürgermeister Markus Hofmann erklärte. Er sagte: „„Wenn noch ein Telekommunikations-Anbieter ins Rathaus kommt, dann schmeiß’ ich ihn raus!“ Viel sei versprochen, nur sehr wenig gehalten worden. Im Falle von Leonet seien erst zwei der vier versprochenen Gebiete ausgebaut worden. Nach Ankündigungen Anfang des Jahres, es werde weiter gebaut, habe sich nichts mehr getan.

„Wenn noch ein Telekommunikations-Anbieter ins Rathaus kommt, dann schmeiß’ ich ihn raus!“Bürgermeister Markus Hofmann zum stockenden Breitband-Ausbau

■ Frist: Leonet habe nun eine Frist bis Ende des Jahres von der Stadt bekommen, bevor sich die selbst daran machen werde, für Glasfaser zu sorgen.

■ Lösung: Die Stadt werde beim Kreisunternehmen Digitale Infrastruktur den Ausbau der „Grauen Flecken“ bestellen – das bedeute, dass sich die Stadt finanziell auch daran beteiligen müsse (im Gegensatz zum zunächst angekündigten privatwirtschaftlichen Ausbau). Allerdings stehe dann zu hoffen, dass „bis 2027 wirklich alle Bürger“ angeschlossen seien. wf