Die letzten Flächen für Photovoltaik am AQACUR in Bad Kötzting werden belegt

Bislang haben die Besucher des AQACUR immer nur sehr wenig davon mitbekommen, wie die gesamte Anlage massiv Energie einsparen will. Seit dem Frühling ist das aber anders. Nachdem der Parkplatz davor erst überdacht worden war, haben nun die eigentlichen Arbeiten begonnen – denn wichtiger als die Überdachung ist das, was da oben drauf kommen soll.
Bad und Sauna sind die größten Einzel-Stromverbraucher der Stadt. Das weiß die natürlich nicht erst seit kurzem, nur wurde das zum Problem, als mit Beginn des Ukraine-Krieges die Preise dafür in ungekannte Höhen gestiegen waren.
Stromkosten fast vervierfacht
Von 350 000 Euro pro Jahr hatten sich die Kosten sprunghaft mit rund 1,2 Millionen Euro fast vervierfacht. Darum wurde gemeinsam mit dem Planungsbüro Schmid aus Blaibach ein Vorgehen entworfen, wie diese Kosten nicht nur stark, sondern auch nachhaltig gesenkt werden könnten.
Quasi als Sofortmaßnahme wurde danach gesucht, wie der Stromverbrauch generell eingeschränkt werden könnte. Darum wurden alle Leuchtmittel auf LED umgestellt oder auch Pumpen, die nicht permanent in Betrieb sein müssen – etwa an Rutschen – mit Steuerelementen versehen.

Beheizt wird die Anlage ohnehin durch eine angeschlossene Hackschnitzelanlage. Weil aber etwa die Öfen in den Saunen eben auch mit Strom betrieben werden müssen und nicht nur am Verbrauch gespart werden kann, fiel schließlich auch die Entscheidung, eine große Photovoltaik-Anlage zu bauen – und mit „groß“ meinen die Planer rund ein Megawatt an Leistung. Eine Investition, die aber auch einiges kostet: Rund vier Millionen Euro aus den Rücklagen der Bade- und Saunawelt fließen in diese Maßnahme, die das AQACUR zu rund 60 Prozent unabhängig vom Strom aus dem Netz machen soll.
Um so viel Leistung erzeugen zu können, braucht es natürlich auch viel Fläche. In Summe rund 3600 Quadratmeter wurden in den vergangenen anderthalb Jahren sowohl auf dem Dach als auch auf der Liegewiese des Freibades installiert.
Arbeiten bald abgeschlossen
Doch damit nicht genug. Bis Anfang August – so lange sollen die aktuellen Arbeiten am Parkplatz laut Stadtbauamtsleiter Christian Kopf noch dauern – werden im Moment weitere 2500 Quadratmeter Fläche belegt. Dafür wurden über gut 100 Parkplätzen erst die Überdachungen geschaffen, um darauf nun die Platten zu installieren. Die Arbeiten liegen sowohl im Zeit- als auch im Kostenrahmen, sagt Kopf auf Nachfrage unseres Medienhauses.
Das bedeutet, dass die Besucher des AQACUR in wenigen Tagen wieder vor dem Bad parken können und nicht mehr auf die ausgewiesenen Alternativen ausweichen müssen. Danach werden größere Arbeiten rund um das Bad erst einmal vorbei sein. Lediglich kleinere Restarbeiten, für die allerdings dann jeweils nur noch eine Zahl von Parkplätzen im einstelligen Bereich gesperrt werden müssen, stünden dann noch an, sagt Kopf.
Die Anlage im Überblick
■ Seit Anfang 2024 waren 1500 Quadratmeter Dachfläche mit einer PV belegt.
■ Im Laufe des Jahres folgten noch 2100 Quadratmeter Liegefläche im Freibad
■ Seit dem Frühjahr wird an den 2500 Quadratmetern Parkplatz-Überdachung gebaut, auf die ebenfalls eine PV-Anlage kommen wird.
■ Alle drei Anlagen zusammen verfügen über rund ein Megawatt an Leistung.
■ Um die gewonnene Energie optimal nutzen zu können, wurde für rund eine halbe Million Euro außerdem ein Batteriespeicher mit 4,5 Metern Länge, 2,5 Metern Höhe und einer Breite von zwei Metern gekauft und aufgebaut. Der liefert mit 1200 Kilowattstunden so viel Strom, wie 500 Haushalte an einem Tag benötigen.wf