Neue Hauptradroute in Regensburg im Check: In 45 Minuten einmal quer durch die Stadt

Seit einigen Tagen ist Regensburg um eineinhalb Hauptradrouten reicher. Die Stadt markierte nun die Radlroute (rr) 12 sowie den westlichen Abschnitt der rr 01. Kathrin Mayer und Luise Eitelbuss nahmen die zwölf und fünf Kilometer langen Strecken für Radfahrer unter die Lupe. An manchen Stellen waren sie lieber vorsichtig.
Wenn das Hauptradroutennetz einmal fertig ist, soll es 172 Kilometer lang sein und 18 Strecken umfassen. Auf ihnen soll der Radverkehr gebündelt und sicher sowie zügig abgewickelt werden – etwa auf gemeinsamen Geh- und Radwegen, klassischen Radwegen, Radfahrstreifen, selbstständigen Wegen, Umweltspuren oder Fahrradstraßen und höchstens in Ausnahmefällen auf Straßen mit Schutzstreifen oder in Tempo-30-Zonen.
Süden, Norden, Westen
Vor einem Jahr stellte die Stadt die erste davon fertig. Sie führt auf zehn Kilometern von der Siemensstraße über die Blumenstraße, den Hauptbahnhof und das Dörnbergviertel bis Sinzing. 30 Minuten dauert die Tour auf ihr. Die rr05 legte einen Traumstart hin. Die Stadt schaffte es damit in die Top 5 der Kategorie Infrastruktur beim Deutschen Fahrradpreis.
Wie also fährt es sich nun auf der rr12 vom BMW-Werk über den Odessa-Ring und die Pilsen-Allee bis zum Falkensteinradweg bei Gonnersdorf sowie dem westlichen Teil der rr01 von der Regen- bis fast an die Naabmündung? Als passionierte Radfahrerinnen und Teilnehmer bei den Ausfahrten der Gruppe Velo Vibes mussten Mayer und Eitelbuss nicht lange gebeten werden, sich das einmal anzusehen: Ein neues Radprojekt, das am Ende der Saison 2025 unverhofft eine weitere Ausfahrt ermöglicht? Immer her damit.

Eines fällt den beiden gleich auf den ersten Metern entlang der Max-Planck-Straße auf: So angenehm ruhig wie auf der rr05 ist es hier nicht – und das soll sich auch auf dem Rest der Route nicht ändern. Sie führt an viel befahrenen sowie breiten Hauptverkehrsadern entlang und vorbei an etlichen Gewerbe- und Industriegebieten, die Ziel oder Startpunkt von Autos und Lastwagen sind. „Man merkt sofort, dass es leiser wird“, sagt Eitelbuss, als der Radweg beim Wechsel auf den Odessa-Ring hinter einem Erdwall abtaucht. Vom Lärm abgeschirmt fahren sie etwa noch auf einigen hundert Metern hinter der Lärmschutzwand am Brandlberg und dem anderen Ende der rr12 bei Gonnersdorf entlang. Diese Umgebung bringt es auch mit sich, dass die beiden Radlerinnen etliche Aus- und Einfahrten für die Autos queren müssen – ob nun an zwei Tankstellen in der Max-Planck-Straße, an den Abzweigungen des Odessa-Rings in Richtung Barbing und zum Güterverkehrszentrum oder beim Industriegebiet Haslbach. „Das kostet Zeit“, erklärt Mayer. Außerdem sind sie an diesen Stellen besonders vorsichtig, um keines der Autos zu übersehen.
Trotzdem benötigen sie für diese Tour von der Grenze zum Landkreis im Süden bis zu der im Norden lediglich 45 Minuten. „Das ist ein breiter Weg. Ich mag es, dass ein Grünstreifen zwischen dem Radweg und der Straße ist. Da fühlt man sich sicher“, lobt Eitelbuss überdies. Und so nutzen auch etliche andere Radler die Strecke – und das, obwohl die Temperaturen jetzt schon so kalt sind, dass Handschuhe und Ohrenschutz unentbehrlich sind.
Etliche Radler unterwegs
„Die Strecke ist zum Beispiel für Menschen gut, die im Norden wohnen, aber im Osten arbeiten“, lobt Eitelbuss. Zu den Stoßzeiten könne es sich auf der Osttangente schon ganz schön stauen, pflichtet Mayer bei. Da sei das Rad auf jeden Fall oft schneller.
Weiterhin fallen ihnen Haarnadelkurven beim Wechsel auf den Odessa-Ring sowie beim Baseball-Stadion auf, die sie sehr vorsichtig nehmen, um nicht mit anderen Radfahrern zusammenzustoßen. „Für Lastenradfahrer könnte das schwierig werden“, sagt Eitelbuss.

Weiteres Lob dagegen erntet der Abschnitt beim Kalkwerk: „Der Radweg hat eine extra Straßenbeleuchtung. Das finde ich wichtig“, sagt Eitelbuss.
Während es im südlichen Teil der Strecke lediglich die beiden Tankstellen gibt, um sich zu verpflegen, entdecken die Radfahrerinnen im Norden den Supermarkt in Brandlberg sowie Werbeschilder für Verkaufsstellen von Eiern, Nüssen und Trockenfrüchten.
Auf dem westlichen Abschnitt von rr01 fällt den beiden vor allem die neue Fahrradstraße am Europakanal auf. Ansonsten aber habe sich die Ausfahrt in Richtung Naab nicht verändert, finden die beiden.
Als nächste Strecke befindet sich die rr08 in der Umsetzungsplanung. Sie soll von Graß über Kumpfmühl und den Bismarckplatz im Zentrum nach Kareth führen.