Bahn streicht Radparkplätze am Regensburger Bahnhof: Grüne pochen auf pragmatische Lösung

Die Entscheidung der Deutschen Bahn, knapp 200 überdachte Radparkplätze auf Gleis 1 des Regensburger Hauptbahnhofs zu streichen, sorgt in der Stadtpolitik für Kopfschütteln. Nun nehmen die Grünen die Stadt in die Pflicht.
Vergangene Woche berichtete die MZ zuerst über die Pläne der Bahn. Das Unternehmen möchte auf Gleis 1 Platz schaffen, da im kommenden Jahr umfangreiche Bauarbeiten anstünden. Durch den Schritt gehen rund 200 Radlparkplätze verloren – das sorgte insbesondere bei Radverbänden für Kopfschütteln. Die Grünen im Stadtrat nehmen das zum Anlass, ein generelles Umdenken zu fordern.
„Man muss das Rad nicht neu erfinden“: Grüne fordern Aufstockung und Überdachung
Grünen-Fraktionschef Daniel Gaittet sagt im Gespräch mit dieser Zeitung: „Die Situation hat sich verschärft.“ Das Problem sei allerdings grundlegender. Schon im Januar habe seine Fraktion gefordert, die Flächen am Bahnhof besser zu nutzen. „Dabei muss man das Rad ja nicht neu erfinden.“ Man könne die bestehenden Radparkplätze ja aufstocken und überdachen, schon allein dadurch verdopple sich die Zahl der Stellplätze. „Wir müssen vorhandene Flächen wirksamer und besser nutzen.“ Gaittet pendelt beruflich mit dem Zug nach München. „Entlang der Strecke gibt es viele solcher Lösungen“, sagt er. „Was Freising kann, können wir auch.“
Mit seinem Anliegen hat sich Gaittet am Montag an Planungsreferent Florian Plajer gewandt. Die Stadt hatte auf MZ-Anfrage vergangene Woche betont, dass man nach Lösungen für das Problem suche – konkreter wurde die Verwaltung zunächst nicht.
Regensburger Hauptbahnhof: Mehr Stellplätze für Autos als für Räder
Für Gaittet ist die Debatte um die Radstellplätze am Bahnhof symptomatisch für einen Konflikt, der tiefer rührt. „Wir müssen auch darüber sprechen, wie die Menschen mit dem Fahrrad oder zu Fuß in die Innenstadt kommen.“ Der Fokus liege zu sehr auf dem Auto. Gaittet rechnet vor, dass rund um den Bahnhof in etwa 2200 Autoparkplätze zur Verfügung stehen. Für Räder seien es dagegen 1300 Stellplätze. „Gefühlt werden es gerade nicht mehr, sondern weniger“, fügt Gaittet an.