Regensburger Hafen: Umweltverbände pochen auf Zugang zur Donau

Die Stadt arbeitet an einem Bebauungsplan für West- und Ölhafen im Regensburger Osten. Der Bund Naturschutz und weitere Verbände fordern, dass am Donauufer Platz für Wege und Erholung entsteht.
Auch Verkehrsclub Deutschland (VCD) und Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club (ADFC) rufen die Stadt dazu auf, die Chance zu nutzen, den Regensburgern hier Zugang zum Fluss zu verschaffen und wichtige Radwege zu verwirklichen. Mit dem Bebauungsplan sollen die Betriebe Entwicklungsmöglichkeiten bekommen, während die Anwohner so weit wie möglich vor Verkehr und Lärm geschützt werden sollen.
Bewohner des Westhafen-Areals beklagen, sie könnten derzeit am Ufer nicht einmal spazieren gehen, das verwehrten ihnen Sicherheitsleute des Bayernhafens. Das Unternehmen vertritt die Position, es könne nicht jeden Punkt öffentlich zugänglich machen, ein Radweg über Betriebsgelände sei etwa nicht möglich. BN-Kreischef Raimund Schoberer sieht die Stadt am Zug, die Interessen der Regensburger gegenüber dem Hafen mit Nachdruck zu vertreten. „Der Stadtrat ist Planungsträger: Wenn der nicht Ja sagt, gibt’s keinen Bebauungsplan.“
Bund Naturschutz: Grünachse an der Donau stärken
Im Entwurf des Bebauungsplans, zu dem sich bis 15. November Verbände und Bürger äußern konnten, hat die Stadt eine Umwidmung der ufernahen Flächen von „Landwirtschaft“ in „Grünland“ vorgesehen. Aus Sicht des BN reicht das nicht aus. Er fordert eine naturnahe Fläche, die die Regensburger zur Naherholung nutzen können. BN-Kreischef Schoberer sagt: „Wir haben gerade im Osten eine Unterversorgung mit Grünbereichen.“ Nun biete sich eine Möglichkeit, die Donau als Grünachse zu stärken.
VCD-Kreischef Wolfgang Bogie weist in seiner Stellungnahme darauf hin, dass freier Zugang zu Flüssen selbst in der bayerischen Verfassung verankert sei. Ihr zufolge seien Gemeinden sogar verpflichtet, hier Wanderwege und Erholungsparks anzulegen. Im Fall des Westhafengebiets befürchtet Bogie eine „extreme Lücke“ in diesem Bereich des geplanten Hauptradroutennetzes, der die Stadtteile im Norden mit denen im Süden und den großen Arbeitgebern im Südosten verbinden solle. „Das ist eine sehr attraktive Pendlerroute“, sagt Bogie. Der VCD fordert, dass die Wege so breit werden, dass sie auch einen Bereich für Fußgänger haben.
Zwei Radrouten sind in dem Gebiet geplant
Konkret führen durch den Geltungsbereich des Bebauungsplans zwei Hauptradrouten, eine zwischen Straubinger Straße und Donau-Arena sowie eine abzweigende Route südlich der Donau Richtung Altstadt. ADFC-Kreisvorsitzender Benedikt Benz betont, die Schaffung der Hauptrouten habe der Stadtrat bereits 2019 bei der Annahme des Bürgerbegehrens „Radentscheid“ als vorrangiges verkehrspolitisches Ziel der Stadtentwicklung festgelegt. Derzeit müssten Radfahrer, die hier zwischen Nord und Süden unterwegs sind, den Odessa-Ring nutzen. „Das sind knapp zwei Kilometer Umweg.“
Vertreter der Stadt hatten zuletzt eingeräumt, der Zugang zur Donau sei „ein schwieriger Punkt“. Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer (SPD) hatte betont, der Hafen habe hier Privilegien. Die Stadt werde ihre Interessen aber nicht hintenan stellen.