Sanierung verschoben: Warum die Neutraublinger Stadthalle warten muss

Von Michael Sperger · 23. September 2025 um 13:00

Der Neutraublinger Stadtrat beschäftigte sich erneut mit der Planung rund um die Sanierung des Rathaus-Ensembles. Das 31-Millionen-Euro-Projekt nimmt weiter Form an. In der Sitzung gaben die Planer Michael Unverdorben und Andreas Ascherl ein Update zu den laufenden Sanierungen – und verkündeten eine nicht unerhebliche Planänderung.

Dichtes Gedränge herrschte kurz vor Sitzungsbeginn im Neutraublinger Übergangsrathaus in der Pommernstraße. In einer Ecke des Sitzungssaals waren die verschiedenen bunten Bodenbeläge ausgelegt, die für das renovierte Rathaus und die Stadthalle in Frage kommen. In der Sitzung einigten sich die Stadträte nun auf die jeweiligen Materialien – nachdem diese Entscheidung zuvor mehrfach aufgeschoben wurde, weil man sich im Stadtrat nicht einigen konnte. „Wir haben uns die verschiedenen Materialien vor Ort im Rathaus gemeinsam angeschaut. Da konnten wir einiges klarstellen“, blickte Bürgermeister Harald Stadler zurück.

Insgesamt 21 Unterpunkte hatte die Verwaltung in ihrer Beschlussvorlage zu den Bodenbelägen vorbereitet. Dabei herrschte größtenteils Einigkeit. Das Ergebnis des Abstimmungs-Marathons: Im Rathaus setzt die Stadt größtenteils auf Kugelgarn, das für einen Kontrast zur Klinkerfassade sorgen und den Schall mindern soll. In der Stadthalle soll pflegeleichter und nahezu fugenfreier Terrazzo-Boden verlegt werden. Außerdem soll der charakteristische Klinker-Bodenbelag an vielen Stellen erhalten bleiben. Damit nimmt das 31-Millionen-Euro-Projekt weiter Form an.

Die Neutraublinger Stadträte – im Bild Sabine Hrach – machten sich im Übergangsrathaus ein Bild von den Bodenbelägen. - Foto: Michael Sperger

Stadthalle in Neutraubling wird aufgeschoben: Saturnalia muss warten

In der Sitzung gaben die Planer Michael Unverdorben und Andreas Ascherl ein Update zu den laufenden Sanierungen – und verkündeten eine nicht unerhebliche Planänderung. Weil es bei der Baugenehmigung und beim Beschluss zur PV-Anlage auf dem Dach zu Verzögerungen gekommen ist, werde die Zeit für die Planung und Umsetzung des neuen Daches der Stadthalle in diesem Jahr nicht mehr ausreichen. Das Risiko einer Dachöffnung bei beginnender schlechter Witterung sei zu hoch. Deshalb soll nun zuerst die Sanierung des Rathauses angepackt werden. Die Stadthalle wird damit frühestens Mitte 2027 fertig. „Eine vorzeitige Fertigstellung bis zum Wunschtermin Ende 2026 wird definitiv nicht mehr erreichbar sein“, erklärt Unverdorben. Die Faschingssession der Saturnalia muss also ein weiteres Jahr auswärts stattfinden. Auf der anderen Seite sei es denkbar, das sanierte Rathaus früher als geplant zu beziehen. „Wir haben auf der Baustelle noch alles im Griff, aber es bleibt ein heißer Ritt“, fasste es Unverdorben zusammen. 60 Prozent der Aufträge seien bereits vergeben, insgesamt sei man zeitlich noch im Soll – einen Puffer habe man aber nicht. Bis Ende 2028 muss die Maßnahme vollständig abgewickelt sein, um die EFRE-Förderung zu erhalten.

Sanierung des Rathaus-Ensembles in Neutraubling: Eine Million Euro unter Budget

Vor kurzem hatte eine Petition der Aktiven Bürger eine Diskussion um die Kosten der Sanierung entfacht. Besonders zwei Zusatzmaßnahmen – der geplante Übergang zwischen Rathaus und Stadthalle sowie die teureren roten Solarziegel auf dem Dach – standen in der Kritik. Mit 31 Millionen Euro kalkuliert die Stadt Neutraubling für die umfassende Sanierung des Rathaus-Ensembles. Zu diesem Thema hatten die Planer gute Nachrichten im Gepäck: Aktuell liege man etwa eine Million Euro unter dem Budget und den kalkulierten Risikopuffer von rund 1,4 Millionen Euro habe man auch noch nicht antasten müssen. Mit einer Förderzusage seitens der Regierung der Oberpfalz rechnet man bis Ende des Jahres.

Im Oktober startet die Dachsanierung des Rathauses. Anfang nächsten Jahres wird dann das Dach der Stadthalle saniert und die Stadt beginnt mit dem Rohbau der Erweiterung des Rathauses und der Konferenzräume.

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Die Sanierung des Rathaus-Daches wird vorgezogen. Außerdem soll noch in diesem Jahr der Rohbau für die Erweiterung entstehen. Nach dem Innenausbau soll Ende 2026 auch der umstrittene Verbindungsgang zwischen Rathaus und Stadthalle entstehen. Anfang 2027 könnte das Rathaus dann bereits fertig sein und bezogen werden – ein Jahr früher als ursprünglich geplant.

Die Sanierungsarbeiten am Dach der Stadthalle finden erst im kommenden Jahr statt. Auch der Konferenzbereich soll im kommenden Jahr entstehen. Die Küche und die Räume des Ratskellers sollen Anfang 2027 angepackt werden. Dafür wird das Restaurant für mehrere Wochen schließen. Mit der Fertigstellung der Stadthalle rechnen die Planer frühestens im Juni 2027.