Zwei neue Gesichter im Neutraublinger Stadtrat

Noch vor der Kommunalwahl im nächsten Frühjahr gibt es zwei Neuzugänge im Neutraublinger Stadtrat. Thomas Jäger folgt bei den Freien Wählern auf Andrea Fenchel, die ihr Amt Ende Juli auf eigenen Wunsch niedergelegt hatte. Christian Matz rückt in der CSU für den im Juli plötzlich verstorbenen Wolfgang Kessner nach. Die beiden werden am Donnerstagsabend in der Stadtratssitzung vereidigt.
Thomas Jäger ist seit April Vorsitzender der Freien Wähler. Der Start als Stadtrat zum Ende der Wahlperiode sei für ihn „ein Probelauf“. Der 41-Jährige möchte dem Gremium auch ab März angehören. Es ist dann seine dritte Kandidatur bei einer Kommunalwahl. Der gebürtige Neutraublinger – auch seine Mutter und die Großeltern stammen von dort – ist in mehreren Vereinen aktiv, vor allem beim TSV Wacker. Dort engagiert er sich als Fußball-Jugendtrainer für die Kleinen, auch sein Sohn steht schon auf dem Platz. Im OGV, beim Skiclub und im Grillclub ist Jäger unter anderem ebenfalls dabei. „Ich bin gut eingebunden.“
Als Stadtrat möchte er sich für die Belange von Vereinen einsetzen und „für Jung und Alt die Stadt positiv gestalten“. Darum sei er auch in die Politik gegangen. „Wenn man etwas bewegen möchte, geht es so am schnellsten.“ Wie würde er sich selbst beschreiben? „Ehrlich, zuverlässig und loyal“, falle ihm da spontan ein. „Ich bin ein Teamplayer.“
Mehr Leben im Park
Der Vater von zwei Kindern, einem sechsjährigen Sohn und einem sieben Jahre alten Mädchen, arbeitet als technischer Projektleiter bei der Maschinenfabrik Reinhausen. Seine Freizeit verbringt er am liebsten mit der Familie, zum Beispiel am Guggi oder im Haidpark. Die dortigen Magerwiesen würde Jäger gern beleben, sei es mit Rutschen, Klettergerüsten oder einem Trimm-Dich-Pfad. „Da gibt es zu viel tote Fläche.“ Jägers Frau steht hinter dem politischen Engagement und ist ebenfalls bei den Freien Wählern. „Ohne ihre Unterstützung würde es nicht gehen.“ Ob er sich vorstellen könnte, einmal Bürgermeister zu werden? Das würde er, Stand heute, als „vermessen“ empfinden, sagt Jäger. Zunächst wolle er sich gut einarbeiten. „Bis 2032 ist noch viel Zeit.“
Als Stadtrat möchte er Partei und Fraktion näher zusammenbringen. Ansonsten starte er „unvoreingenommen“ ins neue Amt. „Ich will mir selbst ein Bild machen.“ Seine Vorgängerin habe „ein offenes Ohr für Menschen und Themen“ gehabt, lobt Jäger. Während Fenchel bei öffentlichen Sitzungen des Stadtrats aber eher still war, will sich ihr Nachfolger durchaus zu Wort melden. „Ich bin meinungs- und auch entscheidungsfreudig.“ Aber er werde das Rad nicht neu erfinden, das sei ihm auch klar. Ein „ehrliches und offenes Miteinander“ sei ihm wichtig, ebenso eine pragmatische Zusammenarbeit. „Am Ende geht es darum, das Beste für Neutraubling zu erreichen.“
Das sieht auch Christian Matz so. Er tritt in große Fußstapfen. Sein Vorgänger Wolfgang Kessner, Träger der Bürgermedaille, war ein Neutraublinger Urgestein und jahrzehntelang in der Kommunalpolitik und der Stadtgesellschaft aktiv. „Sein Tod hat mich sehr getroffen“, sagt Matz. Aus „heiterem Himmel“ komme er nun ins Amt. Der 49-Jährige hat aber bereits Stadtratserfahrung aus den Jahren 2014 bis 2020. Von 2015 bis 2019 war er überdies CSU-Ortsvorsitzender.
Nur ein Intermezzo
Seit fünf Jahren ist Matz Pfarrsekretär im katholischen Pfarramt und „beruflich gut eingespannt“, wie er erzählt. Für ihn wird das neuerliche Stadtratsmandat ein Intermezzo, denn bei der Kommunalwahl im März will er nicht mehr kandidieren – „aus zeitlichen Gründen“. Das habe er schon lange vor Kessners Tod so beschlossen. Dennoch wolle er jetzt seiner Nachrückerpflicht nachkommen, sagt Matz.
Die kommenden Monaten möchte er nutzen, sich dafür einzusetzen, dass „Familien gut in Neutraubling leben können“. Auch beim Thema Radverkehr sieht er Verbesserungsbedarf. Matz ist gebürtiger Neutraublinger, „nie weggezogen“ und ein Mensch, dem Gemeinschaft wichtig ist, wie er betont. In seiner Freizeit geht er oft zum Wandern in die Berge. „Da komme ich zur Ruhe.“ Gerne macht er Ausflüge mit seiner Frau und den beiden Söhnen, zwölf und 17 Jahre alt. An seine Jahre als Stadtrat hat Matz gute Erinnerungen: „Die Zusammenarbeit war konstruktiv.“ Kontroverse Diskussionen seien möglich, aber ohne sich „die Köpfe einzuschlagen“. Ob das noch so ist, werden die beiden Neuzugänge nun hautnah erleben.
So lief die letzte Wahl
• Ergebnisse: Bei der letzten Kommunalwahl im März 2020 bekam Christian Matz insgesamt 4,72 Prozent der Stimmen, 1652 an der Zahl. Thomas Jäger lag mit 3,49 Prozent der Stimmen – 1320 waren es insgesamt – etwas dahinter.
• Beteiligung: Von 10 011 Wahlberechtigten stimmten 2020 nur knapp die Hälfte (48,68 Prozent) ab. Der Stadtrat wurden mit insgesamt 4873 Stimmen gewählt. Weitere 115 Stimmen wurden zwar abgegeben, waren aber ungültig.
• Fraktionen: Christian Matz wird einer von acht CSU-Stadträten in Neutraubling, Thomas Jäger zieht in den Kreis der insgesamt neunköpfen FW-Fraktion ein, dazu kommt Bürgermeister Harald Stadler als Parteikollege.