Neuer Leerstand im Kaufhof-Schatten: Mode-Riese zieht in Regensburg Arcaden

Der spanische Moderiese Mango zieht um: aus dem Schatten des Ex-Kaufhofs in die Regensburg Arcaden. Zugleich gibt es seit Donnerstag einen weiteren Leerstand am Neupfarrplatz – der wird sich aber bald wieder füllen.
Hat der Mango-Umzug etwas mit der XXL-Brache am Neupfarrplatz zu tun? CSU-Chef Michael Lehner findet schon. Er sieht den Platz in einer Art Abwärtsstrudel, seit der Kaufhof vor ziemlich genau einem Jahr seine Pforten geschlossen hat. Der Umzug von Mango sei ein weiteres Symptom des Niedergangs. Der Modehändler residierte bis vor Kurzem in der Pfauengasse, direkt im Kaufhof-Schatten. Inzwischen ist der Laden eine Baustelle. Ein Zettel weist darauf hin, dass der Laden umgezogen ist. Am Freitag habe man die neue Fläche in den Regensburg Arcaden bezogen.
Regensburg Arcaden bestätigen Mango-Umzug
Arcaden-Chefin Maxi Frank bestätigt den Umzug. Der neue Mango-Store befinde sich nun dort, wo bislang das Snipes-Outlet war, also im ersten Obergeschoss des Einkaufszentrums.
Frank betont, dass man den Wunsch von Mango, in die Arcaden zu ziehen, transparent mit der Wirtschaftsförderung der Stadt Regensburg abgestimmt habe. „Dabei wurde unsererseits die Möglichkeit eröffnet, eine geeignete Fläche in der Altstadt anzubieten, bevor wir zusagen.“
Mango zieht in die Regensburg Arcaden: Stadt war an Gesprächen beteiligt
Stadtsprecherin Katrin Butz bestätigt auf Anfrage, dass Altstadtkümmerer Stephan Bergmann in die Gespräche um die Standortentscheidung involviert war. Letztendlich sei es aber eine unternehmerische Entscheidung, wohin eine Filiale umzieht, betont Butz. „Mango sieht in den Arcaden aktuell wohl den geeignetsten Standort für das Engagement in Regensburg.“
Sieht die Stadt einen Zusammenhang zwischen dem kolossalen Leerstand unmittelbar gegenüber der ehemaligen Mango-Filiale und dem Umzug? Die Frage müsse das Unternehmen selbst beantworten, sagt Butz knapp. „Dort wurde die Standortentscheidung getroffen.“ Die MZ hat auch bei Mango selbst nachgehakt. Das Unternehmen aus der Nähe von Barcelona ließ eine entsprechende Anfrage allerdings unbeantwortet. Die Gründe für den Umzug bleiben damit erst einmal im Dunkeln.
IHK: Kaufhof-Brache wirkt sich negativ auf Einzelhandelsstandort Altstadt aus
Auch die IHK möchte einzelunternehmerische Entscheidung nicht kommentieren. Der IHK-Gremiumsgeschäftsführer für Regensburg, Dr. Martin Kammerer, betont allerdings: „Der Leerstand des ehemaligen Kaufhof wirkt sich insgesamt negativ auf den Einzelhandelsstandort Altstadt aus. Angesichts der schwierigen Gemengelage wäre es wünschenswert, dass zumindest eine sinnvolle Zwischennutzung von Teilflächen der Gewerbeimmobilie zeitnah gelingt und den Neu-pfarrplatz beleben kann.“
Daran arbeitet die Stadt im Moment mit Hochdruck, wie es scheint. Man habe den Wunsch einer Zwischennutzung bei den Eigentümern der Immobilie vorgebracht, teilte eine Sprecherin zu Beginn der Woche mit.
Indes gibt es am anderen Ende des Neupfarrplatzes seit Donnerstag einen neuen Leerstand: Die Engel-Apotheke am Eck zur Tändlergasse hat nach 766 Jahren geschlossen. Immerhin: Der Laden steht nicht lange leer. Im November wird ein Second-Hand-Geschäft dort einziehen.