Kunstwerk schmutzig: Stadt Regensburg lässt Goldenen Waller für 9.300 Euro nachvergolden

Normalerweise dümpelt der Waller in den Untiefen unserer Gewässer, dieses Jahr ist der Riesen-Fisch allerdings der tierische Star des Sommerlochs. Egal wo ein Wels auftaucht, sorgt er für Schlagzeilen – und das nicht nur, wenn die Polizei auf ihn schießt. In Pettendorf sorgte unlängst ein Mega-Waller (2,42 Meter) für Aufregung. Kurzum: Die Stadt Regensburg hat sich einen passenden Zeitpunkt für eine (gar nicht so) kleine Waller-Reinigung ausgesucht.
Die Fischskulptur aus Aluminium ziert seit 2019 den Donaumarkt. Die Skulptur ist laut städtischer Webseite vergoldet mit 23¾ Karat Blattgold. Das Kunstwerk ist aufgrund seiner Form Zielscheibe allerlei spätpubertärer Sprüche. Zudem haben sich in den vergangenen Jahren einige Schmierfinken an der goldenen Skulptur vergangen. Graffitis prangten auf dem Fisch, dazu kamen zahlreiche Sticker.
Goldener Waller war schmutzig: „Nachvergoldung notwendig“
Seit einigen Tagen strahlt der Waller nun allerdings wie neu. Die Stadt hat das Kunstwerk reinigen lassen, bestätigt Sprecherin Katrin Holzgartner. „Für die Reinigung der Skulptur gibt es keine festen Intervalle“, erläutert sie. Diese erfolge nach dem Grad der Verschmutzung. „Die Beschädigungen waren dieses Mal äußerst hoch, so dass eine Nachvergoldung notwendig war.“
Daher dauerten die Arbeiten auch sehr lange: Rund 26 Stunden lang wurde der Waller gereinigt, schreibt Stadtsprecherin Holzgartner. „Die anschließenden Nachvergoldungsarbeiten dauerten rund 30 Stunden.“ Am Waller wurde folglich rund 56 Stunden lang gewerkelt – das sind mehr als zwei Tage. Die Stadt hat sich die Arbeiten einiges kosten lassen. Laut Sprecherin Holzgartner blätterte man 9300 Euro hin.
Goldener Waller in Regensburg: Beim letzten Mal war die Reinigung deutlich billiger
Letztmals wurde der Waller laut Holzgartner vor rund vier Jahren gereinigt. Damals waren die Arbeiten allerdings allem Anschein nach weniger aufwendig. Die Stadt zahlte seinerseits nämlich nur etwa 380 Euro.
Zuletzt machte der Goldene Waller Schlagzeilen, als zwei Regensburger eine Gedenkstätte für den toten Waller vom Brombachsee initiierten. Der Fisch-Schrein ist inzwischen verschwunden – es ist unklar, wo er abgeblieben ist. Ein paar letzte Reste sind allerdings geblieben. Auf der Mauer, auf der der Wels thront, ist beispielsweise immer noch das Todesdatum seines Artgenossen vom Brombachsee zu erkennen. Außerdem welkt neben dem goldenen Fisch eine Rose.