Die letzte Ehre für den Brombachsee-Waller: Zwei junge Männer starten Gedenkstätte

Von Theresa Baumann · 2. Juli 2025 um 17:00

Dass kürzlich ein Waller in Mittelfranken erschossen worden ist, weil er auf Badegäste losgegangen war, sorgte im Netz für Aufruhr. In Regensburg legten zwei junge Männer den Grundstein für eine Gedenkstätte unter dem goldenen Waller am Donauufer. Wird dieses Mahnmal nun offiziell anerkannt?

Video ansehen

Heinz Petri nennt sich einer der beiden Regensburger, die als erste ihre Trauerbekundungen unter dem goldenen Waller in Regensburg niedergelegt hatten – einen Blumenstrauß und ein gerahmtes Bild des getöteten Wallers.

Petri schüttelt Kopf über Entscheidung der Experten

Dass der Zwei-Meter-Waller menschenverschuldet sterben musste, wollte Petri nicht leichtfertig auf sich sitzen lassen. Als Angler ist er sich sicher: „So nah kommen die normal nicht an den Menschen heran.“ Er vermutet, dass der Wels seinen Brutplatz habe wechseln müssen, weil ihn die Badegäste gestört hätten. Darüber, dass sich Experten vor Ort für eine Erschießung entschieden, kann er nur den Kopf schütteln.

Ziemlich spontan hätten die beiden Freunde dann in Regensburg ein Zeichen für den Fisch gesetzt. Petri erklärt: „Mir geht es darum, dass man auf Tiere aufmerksam macht, die durch Menschen zu Tode gekommen sind. Wir wollen, dass das nicht nur eine kurze Nachricht in den Medien ist, sondern die Tiere eine Plattform kriegen.“

Auf dem gerahmten Bild ist nämlich nicht nur der tote Waller abgebildet, sondern auch der 2016 erschossene Gorilla Harambee und der Hund Chico, der nach einer Biss-Attacke eingeschläfert wurde, obwohl seinen Besitzern dessen Haltung schon zuvor untersagt worden war.

Umbennenung auf Google Maps

Viele andere Regensburger teilen wohl die Meinung von Petri. Inzwischen hat sich die Gedenkstätte um einige Kerzen, Rosen und Bilder erweitert. Auf Google Maps wurde das goldene Denkmal sogar in Mahnmal für den Brombachsee-Waller umbenannt. In den Rezensionen befindet sich außerdem eine Waller-Ballade. Petri ist zufrieden mit seiner eigentlich unüberlegten Aktion: „Nun hat das goldene Denkmal endlich einen Sinn. Es war schon immer fragwürdig, was sich der Architekt da gedacht hat.“

Geht aber die Stadt Regensburg nun mit und erkennt diese Gedenkstätte offiziell an? Das verneinte eine Sprecherin der Stadt bisweilen eher. Sie stimmte zu, dass Naturschutz ein sehr hohes Gut sei und dieser öffentliche Ort ein guter Hinweis sei, um auf den getöteten Waller aufmerksam zu machen. Allerdings müsste die Stadt die Verkehrssicherheit im Blick behalten. „Die Stadt wird mittelfristig den Gedenkort dahingehend überprüfen. Auch ist abzuklären, inwieweit der Gedenkort mit den Rechten des Künstlers an seinem Kunstwerk in Einklang zu bringen ist.“