Regensburger Tafel gibt Lebenszeichen von sich und öffnet für zwei Stunden

Der Sozialbürgermeisterin war die Aktion wichtig: Als „Lebenszeichen“ bezeichnete sie eine zweistündige Sonderverteilungsaktion der seit zwei Monaten geschlossenen Tafel in Regensburg. Bald soll wieder mehr daraus werden.
Zu Beginn um 10 Uhr waren mehr Medienvertreter als Kunden der Tafel anwesend. Doch nach und nach kam etwas mehr Leben in den Raum für Engagement in der D.-Martin-Luther-Straße. Dort gab es gestern eine zweistündige Sonderverteilung der Tafel Regensburg, deren Betrieb seit mittlerweile zwei Monaten ruht.
Die „eiserne Reserve“ aus dem Warenlager
Initiiert hatte die Spontanaktion Sozialbürgermeisterin Astrid Freudenstein. Dass auf die Schnelle keine Menschenmassen angelockt werden können, sei ihr schon vorab klar gewesen, erklärte sie. Dennoch habe der Termin seinen Zweck erfüllt: Es sei um ein „Lebenszeichen“ der Tafel gegangen. Die anwesenden Kunden – darunter viele Ukrainer, die von der städtischen Integrationsbeauftragten informiert worden waren – nahmen es dankbar auf.
Auch die Tafel selbst war in Person von Schriftführer Georg Forster und drei Mitarbeiterinnen gerne dabei. Sie hatten aus dem Warenlager der Hilfsorganisation vier Paletten an verpackten, gut haltbaren Lebensmitteln zu der Verteilstelle im Stadtzentrum transportiert. Es gab unter anderem Gewürze, Haferflocken, Senf, Chips, Puddingpulver, Fertiggerichte in Tüten und Dosen sowie verschiedenste Süßigkeiten. „Das sind alles Produkte aus unserer eisernen Reserve. Da sind auch Adventskalender und Schoko-Nikoläuse mit dabei, aber die sind noch gut“, erklärte Forster. Eine Kundin ließ sich das nicht zweimal sagen und nahm mit dem Hinweis „Ich habe Kinder zu Hause“ gleich mehrere Adventskalender mit.
Vielleicht schaffen wir es auch schon früher.
Georg Forster, Schriftführer der Tafel
Die „Bescherung“ in der D.-Martin-Luther-Straße wird eine einmalige Aktion bleiben, doch im Hintergrund arbeiten die Tafel-Mitglieder mit Hochdruck auf eine reguläre Wiedereröffnung hin. Operativ sei man zu einem sofortigen Neustart bereit, administrativ allerdings nicht, führte Forster aus. Der Hinderungsgrund ist bekannt: Im Rahmen der laufenden Ermittlungen, die in der Verhaftung der Vereinsvorsitzenden gipfelten, wurden sämtliche relevanten Unterlagen beschlagnahmt. Momentan habe man nicht einmal Zugriff auf die Mitgliederlisten, so der Schriftführer.
Moderater Andrang hat mehrere Gründe
Dennoch bleibe der angepeilte Zeitpunkt für das Tafel-Comeback der 15. September. „Vielleicht schaffen wir es auch schon früher“, gab sich Forster vorsichtig optimistisch. Der moderate Andrang bei der Sonderaktion am Dienstag bestätigte in seinen Augen die Einschätzung, dass die Versorgungssituation in Regensburg trotz des vorübergehenden Ausfalls der Tafel gut ist. Auch das Datum sei zu berücksichtigen: „Wir haben heute erst den 5. August. Meistens ist aber am Ende des Geldes noch viel Monat übrig.“