Höhere Fernwärme-Preise sorgten für Kritik: Schwandorfer Stadträte befassen sich erneut mit dem Thema

Stellt die Stadt Schwandorf die Preiskalkulation für die Fernwärme auf eine neue Grundlage? Eine Entscheidung darüber könnte bei der nächsten Sitzung des Werkausschusses am Donnerstag, 17. Juli, fallen, denn hier steht das Thema erneut auf der Agenda.
Wie berichtet, hat die Städtische Wasser- und Fernwärmeversorgung (SWFS) zum 1. April dieses Jahres die Preise für die gut 1150 Fernwärmekunden im Stadtgebiet deutlich erhöht. Nach einem Beschluss des Werkausschusses im März stiegen die Kosten für die Abnehmer um gut 27 Prozent oder 15,10 Euro auf 95,75 Euro pro Megawattstunde. Die mehr als 960 Kleinabnehmer im Stadtgebiet müssen seither im Schnitt 45 Euro mehr bezahlen – im Monat.
Bei der Preisgestaltung orientiert sich die SWFS seit 2007 am sogenannten Wärmepreisindex, den das Statistische Bundesamt in jährlichem Turnus ermittelt. Nach Angaben von SWFS-Werkleiter Stefan Trettenbach kletterte der Index 2024 im Vergleich zum Vorjahr um 36 Punkte in die Höhe – die Preise für die Fernwärme kletterten mit.
Preissteigerung kam bei Kunden in Schwandorf nicht gut an
Trettenbach schloss in der Sitzung des Werkausschusses aber nicht aus, dass es sich um einen Einmaleffekt handeln könnte. Grundsätzlich sei auch wieder eine Preissenkung denkbar – je nachdem, wie sich die allgemeinen Energiekosten künftig entwickelten.
Bei den Kunden kam die deutliche Preissteigerung nicht gut an. Die MZ erreichten etliche Leserbriefe und Anrufe zum Thema Fernwärme. Sogar die Gründung einer Bürgerinitiative wurde in Aussicht gestellt. Selbst von „Abzocke“ war in einer Leser-Zuschrift die Rede. Besonders negativ vermerkten Kunden in diesem zusammenhang, dass die Städtische Wasser- und Fernwärmeversorgung gleichzeitig im vergangenen Jahr einen Gewinn von mehr als 817 000 Euro erzielt hatte.
Nach dem öffentlichen Aufschrei befasste sich am 31. März der Stadtrat mit dem Thema. Werkleiter Trettenbach wies bei der Sitzung unter anderem darauf hin, dass die Schwandorfer Fernwärmepreise im bundesweiten Vergleich immer noch günstig seien. Erwirtschaftete Gewinne – in den Vorjahren regelmäßig zwischen 400 000 und 500 000 Euro – würden komplett in die Fernwärmeversorgung in der Großen Kreisstadt investiert.
Wird es eine neue Preiskalkulation geben?
Trotzdem gab es im Stadtrat auch Forderungen, die Preiserhöhung zurückzunehmen, wenn dies vertraglich möglich und wirtschaftlich vertretbar sei. Auch andere Möglichkeiten der Preiskalkulation wurden ins Spiel gebracht. Oberbürgermeister Andreas Feller (CSU) sicherte zu, dass die Preisgestaltung bei der Fernwärme bis zur Sommerpause noch einmal auf den Prüfstand kommen werde.
Bei der Sitzung des Werkausschusses am kommenden Donnerstag soll nun über das Ergebnis beraten werden. Beginn ist um 16 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses. Allerdings geht der öffentlichen Sitzung ein nichtöffentlicher Teil voraus, dessen Dauer von der Stadtverwaltung auf etwa eine Stunde geschätzt wird.