Schwandorf will in millionenschweres Radweg-Projekt einsteigen

Die Stadt Schwandorf will an dem geplanten Radweg über die Naab zwischen Bubach und Klardorf festhalten. Trotz des vorläufigen Vetos der Rechtsaufsicht gegen den Haushalt soll das Projekt weiter vorangetrieben werden. In der jüngsten Stadtratssitzung stimmte nur die AfD dagegen.
Wie Klimaschutzmanager Dr. Johannes Stapf in der Sitzung erläuterte, ist der aktuelle Beschluss vorerst nur „eine Willensbekundung, erst einmal in die Vorplanung einzusteigen“. Auch CSU-Stadtrat Robert Koller aus Büchelkühn wies darauf hin, dass sich die Stadt nicht endgültig auf die Baumaßnahme festlege. Die Kosten für Planung und Grunderwerb hielten sich mit rund 55.000 Euro in Grenzen.
Gesamtkosten von 3,3 Millionen Euro
Dabei wird es allerdings nicht bleiben. Denn für den Lückenschluss im Radwegenetz zwischen Bubach und Klardorf, der parallel zur Kreisstraße SAD2 durch das Naabtal erfolgen soll, sind zwei eigene Brückenbauwerke erforderlich, die die Gesamtkosten auf rund 3,3 Millionen Euro in die Höhe treiben. Auf der Kreisstraße selbst, wo erst kürzlich die beiden Brückenbauwerke saniert wurden, kann der Radweg aus Gründen der Statik nicht angedockt werden.
Wie berichtet, hat der Landkreis Schwandorf das Vorhaben nicht in sein offizielles Radwegekonzept aufgenommen, das auf überregionale und touristisch bedeutende Projekte fokussiert ist. An der Finanzierung könnte er sich aber beteiligen, wenn der Kreistag zustimmt. Eine entsprechende Vereinbarung strebt die Stadt Schwandorf an.
Laut Dr. Stapf wird das Projekt außerdem großzügig finanziell gefördert. Die Regierung habe in Vorgesprächen einen Fördersatz von 75 Prozent in Aussicht gestellt, so dass auf die Stadt Schwandorf voraussichtlich ein Eigenanteil von 412.000 Euro zukomme. Weil die Programme nicht unbegrenzt liefen, stehe man bei dem Vorhaben allerdings unter einem „gewissen Zeitdruck“.
Gefahrenpunkt soll entschärft werden
Andreas Weinmann (SPD) plädierte dafür, die bestehenden Fördertöpfe für das Projekt anzuzapfen. Solange er zurückdenken könne, „wünschen sich das die Leute“. Stadtrat Alfred Damm von der ÖDP/Grünen-Fraktion sprach von einer „sehr sinnvollen Maßnahme“. Dass Radler momentan gezwungen seien, die Kreisstraße SAD2 zu befahren, um den Radweg an der ehemaligen B15 zu erreichen sei vor allem an den beiden Brücken unangenehm und gefährlich. Damm: „Diesen potenziellen Gefahrenpunkt sollten wir entschärfen“. Eine deutliche Mehrheit im Stadtrat teilte diese Meinung.