Eine Brücke nur für Radler: Stadt Schwandorf plant Radweg über die Naab

Von Hubert Heinzl · 25. Juni 2025 um 05:00

Die Stadt Schwandorf plant eine neue Radwegeverbindung zwischen Bubach und Klardorf. Aber billig wird das nicht, weil zwei Brückenbauwerke über die Naab erforderlich sind. Auf rund 3,3 Millionen Euro werden die Kosten geschätzt. Die Maßnahme könnte aber großzügig gefördert werden.

Wie Klimaschutzmanager Johannes Stapf am Montag im Bauausschuss erläuterte, soll der neue Radweg zwischen Klardorf und Bubach parallel zur Kreisstraße SAD2 verlaufen, deren zwei Brückenbauwerke der Landkreis erst kürzlich saniert hat. Eine Verbreiterung der Brücken auf der Kreisstraße für einen Radweg konnte nach seinen Worten „aus statischen Gründen nicht realisiert werden“.

Mehr als drei Millionen Euro müssen investiert werden

Der Landkreis hat die Maßnahme nicht in sein offizielles Radwegekonzept aufgenommen, das sich vor allem an überörtlich und touristisch bedeutsamen Verbindungen orientiert. Doch die Tiefbauabteilung am Landratsamt hat die zu erwarteten Kosten einmal hochgerechnet. Laut Stapf könnten nach dieser ersten Schätzung für den gut einen halben Kilometer langen Abschnitt Investitionen von mehr als drei Millionen Euro fällig werden. Denn auch für die Radler und Fußgänger müssten eigene Brückenbauwerke über den Flutgraben und die Naab errichtet werden.

Wie viel davon am Ende die Stadt Schwandorf zu tragen hat, lässt sich nach Angaben des Klimaschutzmanagers noch nicht mit Bestimmtheit sagen. Förderprogramme gebe es etliche, eine Förderquote von bis zu 80 Prozent sei denkbar. Und: Die Stadt Schwandorf strebt laut Stapf eine Vereinbarung mit dem Landkreis Schwandorf an, der sich zur Hälfte an den Aufwendungen beteiligen könnte. Das müsste der Kreistag allerdings erst noch absegnen. Unterm Strich rechnet Stapf mit einem städtischen Eigenanteil zwischen 300.000 und 420.000 Euro.

„Ein Schnäppchen ist das nicht“, kommentierte CSU-Sprecher Hans Sieß, signalisierte aber zugleich Zustimmung zu dem Vorstoß. Sieß verwies in diesem Zusammenhang darauf, dass die Kreisstraße SAD2 zwischen Klardorf und Bubach zwar kein Unfallschwerpunkt sei. Eine Gefahr für Radfahrer bestehe trotzdem. Der CSU-Stadtrat regte sogar an, die Höchstgeschwindigkeit in diesem Abschnitt auf Tempo 70 zu begrenzen.

Ein Zugewinn an Sicherheit

Das Stadt- und Verkehrsplanungsbüro Kaulen, das im Auftrag der Stadt Schwandorf zurzeit ein Radverkehrskonzept entwickelt, begrüßt in einer Stellungnahme die geplante Maßnahme – ebenfalls wegen des Sicherheitsaspekts. Denn der Radweg entlang der Naab, den der Landkreis von Münchshofen bis Bubach errichtet hat, endet aktuell am Ortsausgang bei der Einmündung der Kreisstraße SAD 5.

Auf der gut ausgebauten Kreisstraße Richtung Klardorf ist Tempo 100 erlaubt. Radfahrer haben da schon mal ein mulmiges Gefühl. - Foto: Johannes Hartl

„Ab dieser Stelle“, heißt es in der Stellungnahme, „wird der Radverkehr bis zum Kreisverkehr bei einer zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h im Mischverkehr auf der Fahrbahn geführt“. Der Anteil des Schwerlastverkehrs liege bei 7,4 Prozent. Eine gesicherte Führung des Radverkehrs und physische Trennung der Verkehrsströme sei deshalb „zwingend anzustreben“.

Am Ende stimmte der Bauausschuss dem Radweg-Projekt einstimmig zu. Das letzte Wort hat der Schwandorfer Stadtrat. Und auch die Zustimmung des Kreistags zur Kostenaufteilung steht ja noch aus.