Radeln im Landkreis Schwandorf wird sicherer: Radwegenetzkonzept soll Anreize bieten

Von Mittelbayerische Zeitung · 26. November 2024 um 19:00

Die Bewohner im Landkreis Schwandorf steigen im Vergleich zum restlichen Bayern noch vergleichsweise selten aufs Fahrrad. Der Anteil der Personen ab 14 Jahren, die im Laufe einer normalen Woche ausschließlich Auto fahren, liegt bei mehr als 50 Prozent.

Zu diesem Ergebnis kommt eine Befragung des Bundesverkehrsministeriums. Auf diese Umfrage nahm Paul Witt, Leiter der Tiefbauverwaltung im Landratsamt Schwandorf, in der Sitzung des Ausschusses für Schulen, Planung und Bau am Montag Bezug. „Auch wenn in ländlichen Gebieten viele auf das Auto angewiesen sind, geht der Trend dahin, immer mehr Wege mit dem Rad zu erledigen“, erklärte Witt. Das liege auch daran, dass E-Bikes oder Pedelecs immer beliebter werden würden.

2021 beschlossen

Das Radwegenetzkonzept des Landkreises Schwandorf, das 2021 vom Kreistag beschlossen wurde, soll die Voraussetzungen schaffen, dass es mehr und bessere Radwege gibt.

Damit das Fahrrad für Landkreisbewohner künftig auch in puncto Arbeitsweg eine bessere Alternative darstellt, habe man die Standorte von Unternehmen mit mehr als 150 Mitarbeitern in dem Konzept berücksichtigt. Daneben stehen beim Landkreis auch die Wege im Fokus, die in der Freizeit genutzt werden und touristische Ziele, etwa im Oberpfälzer Seenland, verbinden. Von den 14 im Konzept geplanten Maßnahmen seien, so Witt, vier inzwischen umgesetzt worden. Drei Vorhaben konnten nicht verwirklicht werden. Es sei zum Beispiel nicht immer möglich gewesen, notwendige Grundstücke zu erwerben. „Drei Vorhaben sind aktuell in Planung und vier stehen noch aus“, erklärte Witt. Geschlossen wurde ein Teilstück an den Kreisstraßen SAD2 und SAD5 von Münchshofen über Bubach bis Waltenhof. Ein Teilabschnitt von 700 Metern Länge fehle noch.

Sicherheit erhöht

An der Kreisstraße SAD1 bei Hofing (Bruck) wurde ein Teilstück von einer Länge von 120 Meter ausgebaut. „Hier konnte eine höhere Sicherheit für die Radfahrer relativ einfach erreicht werden, da schon ein Trampelpfad bestand“, erklärte Witt.

Verbessert hat sich die Situation auch für Radler, die den Pfreimdtal-Radweg nutzen. An der Kreisstraße SAD34 wurde ein Streckenabschnitt von Pfreimd-Pamsendorf bis zur Abzweigung Oberpfreimd gebaut.

In Planung sind weitere Projekte, die das Radfahren im Landkreis attraktiver und sicherer machen sollen. Fahrradfahrer, die an der Kreisstraße SAD19 bei Holzhaus (Schwandorf) unterwegs sind, müssen derzeit noch unfallträchtige Stellen passieren, da teilweise kein Radweg vorhanden ist. Diese Lücke kann derzeit jedoch nicht geschlossen werden, da die Gemeinde das dafür benötigte Grundstück nicht erwerben konnte.

Der Oberpfälzer Seenland-Radweg soll ebenfalls attraktiver werden. Geplant ist, ein Teilstück an der SAD22 bei Asbach (Schwarzenfeld) auszubauen, um die Unfallgefahr zu mindern. Fahrzeuge sind an dieser Stelle mit hohen Geschwindigkeiten unterwegs. Ein neuer Abschnitt soll auch an der Kreisstraße SAD9 entstehen, von der Abzweigung Rauberweiherhaus nach Wackersdorf.

Schnell zum Ziel

Wie Landrat Thomas Ebeling (CSU) erklärte, stehen bei der Planung eines Radwegs generell unterschiedliche Kriterien im Blickpunkt: „Während es beim Alltagsradweg darum geht, schnell zum Ziel zu kommen, soll eine touristische Strecke die landschaftlich schönen Seiten hervorheben.“

Kreisrat Rudi Sommer (Grüne) sieht darin ein „grundsätzlich erfreuliches Konzept“. Er hoffe darauf, dass der Ausbau der Radwege auch weiterhin verfolgt werde.

Weitere Projekte aus dem Kreisausschuss:

Berufliches Schulzentrum in Schwandorf: Im Moment laufen im Neubau noch Bauarbeiten. Der Innenausbau ist laut Landratsamt für das Jahr 2025 geplant. An der Glätzlstraße, direkt beim Haupteingang des Schulzentrums sollen zusätzliche Parkplätze entstehen. Mit dem Bau soll noch in diesem Jahr begonnen werden.

Sonderpädagogisches Förderzentrum: Die Kosten für den Neubau wurden, wie das Landratsamt Schwandorf mitteilt, im Jahr 2021 auf 12,2 Millionen Euro geschätzt. Nach derzeitigem Stand erhöht sich dieser Betrag, sodass mit Gesamtkosten von rund 15 Millionen Euro gerechnet wird. Das Landratsamt geht nach einer unverbindlichen Zusage von einer Förderung von rund 6,66 Millionen Euro durch den Freistaat aus.

PV-Anlagen: Bei der Realschule in Nabburg, der FOS-BOS, beim Beruflichen Schulzentrum Schwandorf, am Nord- und Südflügel des Landratsamts Schwandorf und der Berufsschule in Oberviechtach wurden in diesem Jahr bereits neue Anlagen installiert. Weitere sind bei den Gymnasien Burglengenfeld und Nittenau geplant.

Flut- und Naabbrücke: Die Instandsetzung der Flut- und Naabbrücke in Schwandorf ist weitestgehend abgeschlossen. Dabei sind die Baumaßnahmen rund 158 000 Euro teurer geworden als erwartet.