Acht Vorschläge, um das Radfahren in Schwandorf sicherer und attraktiver zu machen

Die SPD-Stadtratsfraktion wagt einen neuen Vorstoß, um das Radwegenetz in Schwandorf zu verbessern. Für den Verkehrsausschuss erarbeiteten die Sozialdemokraten acht Vorschläge. Auch ein neuer Radweg gehört zu den Forderungen.
Vor allem gehe es darum, die Radwege sicherer und attraktiver zu machen, sagt SPD-Stadtrat Manfred Schüller. Er ist der Initiator des Antrags. Das Fahrrad könne so eine stärkere Rolle für den Nahverkehr spielen.
Tatsächlich ist das keine neue Idee. Die SPD mahnte bereits mehrfach eine Verbesserung der Radinfrastruktur an. Auch andere Parteien hatten immer wieder Ideen vorgelegt – so etwa die ÖDP, die 2016 einen Anlauf für eine fahrradfreundliche Stadt unternommen hatte. Zuletzt forderten die Grünen ein Radverkehrskonzept und präsentierten mehrere Anregungen.
Darunter war die Forderung nach sicheren Radwegen für Kinder und Jugendliche. Auch die Mitnutzung von Pendlerparkplätzen für Fahrräder, die Vernetzung des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) und des Radverkehrs für die außenliegenden Ortsteile oder die Verbesserung der Situation am Bahnhof waren Themen.
Nun waren die Sozialdemokraten auf Tour, um mehrere Problemfelder zu identifizieren. Diese Punkte solle die Stadt jetzt prüfen und über das Ergebnis berichten. Einige Vorschläge wären wohl relativ leicht umsetzbar, etwa wenn es um die Markierung einer Fahrbahn geht. Doch andere Ideen sind deutlich komplexer – teils auch, weil der Stadt die nötigen Grundstücke gar nicht gehören.
Spiegel an kritischen Stellen
Wenn es nach den Sozialdemokraten geht, sollen (besser sichtbare) Spiegel an zwei neuralgischen Punkten für mehr Sicherheit sorgen. Zum einen geht es um die Einmündung von der Schwaiger- in die Friedrich-Ebert-Straße. Dort gibt es zwar bereits einen Spiegel, der aber zu hoch hänge. „Der fällt gar nicht auf“, sagt Schüller und bittet um eine Prüfung, ob er nicht tiefer befestigt werden könnte.
Auch den Bereich Kreuzbergallee/Goethestraße beim Amtsgericht identifiziert die SPD als kritischen Punkt. Vom Gymnasium kommend sei die Sicht für Radfahrer nach Süden „sehr schwierig“, heißt es in dem Antrag. Man solle daher auf der Seite beim Gericht einen Spiegel anbringen.
Der Marktplatz soll weniger holprig sein
Ein Teil des Marktplatzes ist bereits abgeschliffen worden, damit das Pflaster für Radfahrer vom Rainer-Eck bis zum Zebrastreifen nicht mehr so holprig ist. Doch wer in die Stadt fährt, vorbei am Juwelier Meiller bis zum Schuhhaus Gruber, der ist noch immer auf einer Holperpiste unterwegs. „Nicht angenehm“ sei das, sagt Schüller und regt an, ebenfalls eine Fahrradspur abschleifen zu lassen.
Ein durchgängiger Radweg bis nach Steinberg
Der Radweg vom Bahnhof bis nach Steinberg sei bruchstückhaft und werde immer wieder unterbrochen, hat die SPD bei ihrer Tour festgestellt. Den Sozialdemokraten schwebt ein Lückenschluss vor – mit dem Ziel, einen direkten Radweg vom Bahnhof bis nach Steinberg zu schaffen. „Das wäre für den Tourismus eine attraktive Angelegenheit“, sagt Schüller. Es könnte sich so ein „anderer Weg“ bieten, als immer nur mit dem Auto an den Steinberger See zu fahren. Mehr noch, auch das Wohngebiet Rothlinde und das Krankenhaus könnten besser angebunden werden.
Doch auch der SPD-Fraktion ist klar, dass sich dieses Ziel nicht so einfach umsetzen lässt. Um einen durchgängigen Radweg schaffen zu können, wäre wohl ein Grunderwerb von der Deutschen Bahn und der Länderbahn nötig, wie es im Antrag heißt. „Dazu sollten entsprechende Gespräche begonnen werden.“ Allerdings räumt auch Schüller ein, dass sich das schwierig gestalten könnte.
Sicherere Stellplätze am Bahnhof
Ein teueres E-Bike am Bahnhof abstellen? Das ist für viele Radfahrer undenkbar. Die Stellplätze gelten teils als unsicher. Die SPD will prüfen lassen, ob sich die Stellplätze nahe der Gleise, bei den Toiletten, renovieren oder erweitern lassen. Schüller kann sich beispielsweise absperrbare Boxen oder eine Erweiterung auf zwei Stockwerke vorstellen.
Ein neuer Radweg zwischen zwei Ortsteilen
Die St.-Vitalis-Straße liegt strategisch günstig – schließlich geht es so auch von Dachelhofen nach Ettmannsdorf. Die Stadt sollte sich laut SPD deshalb weiterhin darum bemühen, Grundstücke zu erwerben, um einen Radweg zu bauen. Aus Schüllers Sicht könnten davon auch Schüler profitieren. Ob das umsetzbar ist, stehe und falle aber mit der Bereitschaft der Eigentümer, Grundstücke zu verkaufen, räumt der Stadtrat ein.
Bessere Markierungen bei der Arbeitsagentur
Wer am Wendelinplatz in Richtung Wackersdorfer Straße fährt, findet spezielle Markierungen auf der Fahrbahn, eine Art Fahrradspur. Auf Höhe der Arbeitsagentur endet diese Spur und führt in die Parkanlage bei der Kreuzbergallee – markiert mit einem kleinen Pfeil. Doch es gebe keinen Hinweis, dass die Allee ein Radweg ist, sagt Schüller. Deswegen regt die Fraktion ein Piktogramm in Form eines Fahrrads an, um das besser zu markieren.
Mehr rote Fahrbahn-Markierungen
An manchen Straßen gibt es bereits rote Markierungen, wenn Fahrradfahrer die Fahrbahn kreuzen. Diese sollten nicht nur erneuert, sondern auch erweitert werden, fordert die SPD. Als Beispiel nennt die Partei die Einmündung der Oskar-Kösters-Straße, kurz vor dem Krankenhaus-Parkplatz.



