Landratsamt bekommt weitere PV-Anlagen auf dem Nord- und Westflügel

Von Jan Lange · 26. September 2023 um 16:36

Auf den landkreiseigenen Liegenschaften sollen sukzessive weitere Photovoltaikanlagen errichtet werden. Darin stimmt die Mehrheit der Kreisräte mit der Kreisverwaltung überein. Im Ausschuss für Schulen, Planung und Bau wurden am Montag Pläne für weitere Solaranlagen präsentiert.

Als nächster Schwerpunkt soll demnach das Landratsamt priorisiert werden. Bei dem Verwaltungsgebäude besteht ein sehr hoher Eigenverbrauch. Strom werde wochentags kontinuierlich – auch in den Ferien – benötigt, erklärte Michaela Gottmeier vom Sachgebiet Hochbau.

Erste wurde 2001 installiert

Auf dem Dächern des West- und Nordflügels könnten zusätzliche PV-Anlagen ohne Probleme installiert werden. Derzeit gibt es auf den Dächern des Verwaltungsgebäudes bereits zwei Anlagen. Die Konstruktion auf dem Süd- und Ostflügel mit einer Leistung von 20Kilowatt-Peak (kWp) ist an einen privaten Betreiber verpachtet. Sie wurde schon im Jahr 2001 installiert. Eine neue Anlage mit 34 kWp wurde 2020 auf dem Anbau durch den Landkreis errichtet und dient dem Eigenverbrauch.

Um die Grundlast des Landratsamtsgebäudes zu ermitteln, werde eine Messung zur tag- und stundengenauen Auswertung der Verbräuche installiert, informierte die Verwaltung. CSU-Kreisrätin Barbara Ruhland fragte nach, ob auch Speichermöglichkeiten angedacht seien. Bisher habe man sich darüber keine Gedanken gemacht, auch weil Speicher noch sehr teuer seien, hieß es vonseiten der Verwaltung.

Landrat Thomas Ebeling (CSU) geht davon aus, dass der erzeugte Strom komplett von der eigenen Verwaltung verbraucht wird. Er rechnet damit, dass der Bedarf in den kommenden Jahren weiter steigen werde – auch wegen der Umstellung des Fuhrparks auf Elektrofahrzeuge.

Vollständig ins öffentliche Netz gespeist

Bei der kreiseigenen Anlage wird der Strom zu 100 Prozent von der Verwaltung genutzt. Die private Anlage speist ihren Ertrag dagegen vollständig in das öffentliche Netz.

Zusätzlich wurde noch geprüft, ob und wo es möglich wäre, Solar-Überdachungen auf Teilflächen der Parkplätze am Landratsamt zu errichten. Geprüft wurden die oberste Reihe des Parkdecks, die zum Verwaltungsgebäude zugewandte Reihe des Besucherparkplatzes sowie die Stellplätze vor der Kfz-Anmeldung. Laut Verwaltung würden die dafür notwendigen Carports zwischen 110000 und 130000Euro kosten. Diese Summen beinhalten noch nicht die Kosten für die PV-Anlagen, informierte Gottmeier.

Die Solar-Überdachungen am Landratsamt wären aus Sicht der Verwaltung eine Alternative zu den Solar-Carports beim Parkplatz am Wild- und Freizeitpark Höllohe. In den vergangenen Monaten war im Ausschuss über ein solches Vorhaben diskutiert worden. Die Anschlusskosten für Solar-Carports in der Höllohe seien allerdings sehr hoch und auch nur Teilflächen des Parkplatzes dafür geeignet. Aus diesen Gründen war der Plan zurückgestellt worden.

Die Solar-Überdachungen am Landratsamt könnten aus Sicht der Verwaltung auch zum Aufladen der Dienstfahrzeuge genutzt werden. Aufgrund der Kostenangebote für die Carports favorisiert die Verwaltung erst mal die zusätzlichen PV-Anlagen auf den Dächern, da dafür keine Unterkonstruktionen erforderlich seien.

Weitere Anlagen auf Schulgebäuden und beim Kreisbauhof

Neben dem Landratsamtsgebäude könnten nächstes Jahr auch Anlagen beim Beruflichen Schulzentrum Schwandorf, bei den Berufsfachschulen in Oberviechtach, am bestehenden Gebäude des Förderzentrums in Nabburg und am Betriebsgebäude des Kreisbauhofs in Burglengenfeld gebaut werden, so die Information der Kreisverwaltung. Das sei aber abhängig von der Zustimmung zum Haushalt 2024.

Dieses Jahr wurden PV-Anlagen auf dem neuen Dach der Unterstellhalle am Kreisbauhof in Nabburg und am Gymnasium Nabburg installiert. Eine weitere Anlage ist für das Dach der Sporthalle der Realschule in Nabburg ausgeschrieben und soll laut Gottmeier möglichst noch in diesem Jahr errichtet werden.

„Es ist ein guter Beschluss, aber man muss sich natürlich fragen, warum haben wir das nicht schon vor fünf Jahren gemacht“, meinte SPD-Kreisrat Peter Wein mit Blick auf die zusätzlichen PV-Anlagen auf dem Landratsamtsgebäude. Der Ausschuss votierte einstimmig für das Vorhaben.

Realschule ist schon wieder zu klein

Beschäftigt hatte die Kreisräte auch die Realschule am Kreuzberg in Burglengenfeld. Dort wurde in den Sommerferien der vierte Bauabschnitt fertiggestellt, so dass die Räume mit Beginn des neuen Schuljahres genutzt werden können.

Doch schon jetzt ist klar, dass die Schule wieder zu klein ist. Im aktuellen Schuljahr lernen 670 Schüler in 27 Klassen an der Einrichtung. Bei früheren Raumplanungen war von 600Schülern in 24 Klassen ausgegangen worden. Für eine nochmalige Erweiterung des Schulgebäudes stünde die Fläche des alten Sportplatzes im direkten Anschluss an die Sporthalle zur Verfügung.

Erste Konzeptskizzen sehen eine Verlängerung des an die Sporthalle angrenzenden Flurs vor, an welchen beidseitig weitere Zimmer angegliedert werden könnten. Diese Erweiterung umfasst acht Klassenräume. Der Ausschuss gab einstimmig grünes Licht, die Planungen dafür weiterzuführen.

Außerdem wurde dafür gestimmt, dass ein kleiner multifunktionaler Sportplatz auf der bisherigen provisorischen Freifläche neben der Turnhalle gebaut werden soll.

Der an die Sporthalle (r.) angrenzende Flur könnte verlängert und so noch mehr Unterrichtsräume an der Realschule am Kreuzberg in Burglengenfeld geschaffen werden.