20 Jahre Karavan-Denkmal auf dem Neupfarrplatz in Regensburg: Drei Wünsche des Koordinators

Im Jahr 1519 vertrieben die Regensburger die Juden aus der Stadt und zerstörten ihre Synagoge. Seit 2005 erinnert auf ihren Resten ein Ort der Begegnung an sie.
Eigentlich war Alfons Swaczyna als Ingenieur und leitender Baudirektor bei der Stadt ja eher für technische Angelegenheiten zuständig. Zwischen 1997 und 2005 war sein Arbeitsalltag auch künstlerisch geprägt. Und zwar von einem Werk des berühmten Künstlers Dani Karavan. Jetzt jährt sich die Übergabe des Ortes der Begegnung an die Stadt zum 20. Mal.
Als die StadtRegensburg den Neupfarrplatz neu gestaltete, stießen die Arbeiter im Jahr 1995 auf Reste der ehemaligen jüdischen Synagoge aus dem 11. Jahrhundert. Der israelische Künstler Dani Karavan entschied sich zwei Jahre später dazu, ein Denkmal zu gestalten, das an die Vertreibung der Juden sowie die Zerstörunge ihres Viertels und ihrer Heiligtümer im Jahr 1519 durch die Regensburger erinnert.
Seine Idee: ein begehbares Bodenrelief an der Stelle der ehemaligen Synagoge. Der im Jahr 2021 verstorbene Künstler, zu dessen bekanntesten Entwürfen in Deutschland die Straße der Menschenrechte beim Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg zählt, griff bei seinem Werk in Regensburg den Grundriss der zerstörten Synagoge auf und wollte so einen Ort der Begegnung schaffen. 800000 Euro kostete das Denkmal, 250000 davon kamen durch Spenden der Regensburger zusammen.
Wissen viele Regensburger gar nicht, was es mit dem Werk auf sich hat?
Jetzt, wo sich diese Übergabe am 13. Juli zum 20 Mal jährt, hat Swaczyna drei Wünsche. Karavan sollte von Seiten der Stadt mehr gewürdigt werden, als dies gerade der Fall ist. „Er war Israeli und seine Familie hat Unrecht erlitten. Dennoch hat er seine Liebe zu den Menschen in verschönender Art ausgedrückt“, sagt Swaczyna. Etwa Nürnberg habe dem Künstler die Ehrenbürgerwürde verliehen. „Das ist hier nicht der Fall“, erklärt Swaczyna. Zudem hat er den Eindruck, dass viele Menschen gar nicht wissen, was es mit dem Werk auf sich hat. Auch das soll sich nach Meinung des ehemaligen Baudirektors ändern. Immerhin sei das Bauwerk ein Geschenk für die Regensburger gewesen, an dem sie sich wie in einer Synagoge begegnen können.
Mit Blick auf die aktuelle Situation in Israel gewinnt Karavans Werk in Regensburg in Swaczynas Augen an Bedeutung. Deswegen wünscht er sich, dass es auch ein Ort der Hoffnung für die Menschen ist und diese sich hier zu Frieden und Humanität verpflichten.