Schienenersatzverkehr zur Landesgartenschau: Der Titel ist trügerisch

Von Johannes Lesser · 15. Juni 2025 um 05:00

Die Landesgartenschau und der Schienenersatzverkehr: ein Thema, das Pendler wie Gartenfreunde in den nächsten Monaten noch häufiger beschäftigen dürfte. Seit dem heutigen Sonntag werden bis zum 22. August umfangreiche Gleisbauarbeiten zwischen dem Regensburger Hauptbahnhof und Schwandorf durchgeführt. Für Reisende Richtung Furth im Landkreis Cham heißt es in Regensburg: Aussteigen bitte.

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Eine Abhilfe soll der Schienenersatzverkehr (SEV) schaffen. Neben den Bussen der Deutschen Bahn, die auf der Strecke Regensburg – Schwandorf unterwegs sein werden, gibt es noch ein weiteres Angebot der Länderbahn: einen Expressbus direkt von Regensburg zur Landesgartenschau.

Das Angebot klingt gut: Von Freitag bis Sonntag sowie an den Feiertagen sollen insgesamt neun Busse pro Tag auf der Strecke unterwegs sein. Von 8 bis 16 Uhr im Stundenrhythmus für den Hin- und von 9.30 bis 17.30 Uhr für den Rückweg. Im Juli sind zudem zusätzlich noch drei Fahrten von Montag bis Donnerstag geplant. Die richten sich allerdings eher an Schulklassen aus Regensburg und Umgebung, die auf der Landesgartenschau das Angebot des „Grünen Klassenzimmers“ in Anspruch nehmen können, teilt die Länderbahn auf Anfrage mit.

Fast so schnell wie der Zug

Für die Fahrtzeit werden 85 Minuten angegeben. Zum Vergleich: Aktuell dauert die Fahrt mit dem Alex-Zug auf derselben Strecke mit 81 Minuten nahezu gleich lang. Außerdem fährt der Zug nur alle zwei Stunden und es sind noch gute 15 Minuten Fußweg zur Landesgartenschau. Für Regensburger Besucher eine durchaus günstige Option. Aber ist sie vielleicht sogar noch mehr?

Die Überschrift im online abrufbaren SEV-Plan der Länderbahn legt das nahe. „RE25 München – Praha“ heißt es da. Auch die Busse zur Landesgartenschau sind mit „RE25“, also der Alex-Linie überschrieben. Die Überschrift in Kombination mit dem Titel der Zuglinie erweckt so „den Eindruck durchgehender Verbindungen“ sagt Günter Schmauder vom Verkehrsclub Deutschland in Cham.

Beim Blick auf die Fahrtzeiten, wird jedoch deutlich, dass es „keinerlei annehmbare Anschlussmöglichkeiten in Regensburg aus oder zu den Landesgartenschau-Bussen vom oder zum Alex“ gebe, sagt Schmauder. So verlassen die Busse den Regensburger Hauptbahnhof von Freitag bis Sonntag ab 8 Uhr immer im Stundenrhythmus. Wenige Minuten bevor der Zug aus München dort überhaupt eintrifft.

In Furth wiederum ist dann der Zug in Richtung Prag nicht zu erreichen, da der Bus den Bahnhof nicht anfährt. Die Verbindung hätte mit dem Zwischenhalt für Umsteiger durchaus Potenzial gehabt. So fehlen die Verknüpfungen. „Diese Überschrift im Fahrplan ist unter den vorgegebenen Fahrzeiten der Busse schlichtweg falsch“, lautet Schmauders Urteil.

Lediglich eine Ergänzung

Was der Grund für die kritisierten Fahrtzeiten und den fehlenden Halt am Further Bahnhof ist, darauf gibt es von Seiten der Länderbahn auf Anfrage eine indirekte Auskunft. „Die Direktbusse zwischen Regensburg und der Landesgartenschau Furth im Wald sind ein ergänzendes Ersatzkonzept“, heißt es in der Antwort.

Darüber hinaus steht in der Begründung: „Ein Ersatzverkehr mit Bussen ersetzt von dieser Ausnahme abgesehen immer den ausfallenden Zugverkehr. Das heißt in diesem Fall die Verbindung zwischen Regensburg und Schwandorf.“ Reisende in Richtung Tschechien würden gut daran tun, „den regulären SEV zwischen Regensburg und Schwandorf zu nutzen“.

Auch Günter Schmauder wandte sich zu Beginn der Woche mit seinen Nachforschungen an die Länderbahn. In den Mittelpunkt stellte er dabei die Frage warum im Fahrplan ein direkter Zusammenhang zwischen dem RE25 beziehungsweise den Alex-Zügen und den Bussen zur Landesgartenschau hergestellt wird. Die Antwort aus dem Kundencenter der Länderbahn fiel kurz und deutlich aus: „Eine Anschlusskette von und nach Prag ist hier nicht vorgesehen“, heißt es darin. Die irreführende Benennung der Buslinien ist demnach „systematisch bedingt“. Allerdings sei die Bezeichnung als RE25 „etwas unglücklich“, räumt die Länderbahn in ihrer Mail an Schmauder ein.

Damit grundsätzlich alle Fahrgäste in Regensburg und Schwandorf den für sie passenden Bus finden, sollen sogenannte Reisendenlenker an beiden Bahnhöfen im Einsatz sein. Mit ihrer Hilfe soll es dann gelingen, möglichst stressfrei durch die Bauphase zu kommen.