Bus statt Bahn: Was erwartet die Pendler im Landkreis Cham?

Lange wurde der Tag bei den Chamer Pendlern sorgenvoll erwartet, jetzt steht er unmittelbar bevor: Ab dem 15. Juni gibt es für zwei Monate keine direkte Zugverbindung zwischen Regensburg und den Bahnhöfen im Landkreis Cham mehr.
Für diejenigen, die auf den Zug angewiesen sind, bedeutet das vor allem eines: eine große Probe für Geduld und Nerven. Die Lösung soll in der Zeit ein umfangreiches Angebot an Schienenersatzverkehr-Bussen (SEV) sein.
Wo sind Bauarbeiten geplant?
Wie die Deutsche Bahn (DB) mitteilt, wird bis 22. August zwischen dem Hauptbahnhof Regensburg und Schwandorf der „Oberbau der Bahnstrecke“ erneuert. Das umfasst konkret „Weichen, Schienen, Schwellen, Schotterbettung, Befestigungs- und Gleisschaltmittel, Bodenaustausch sowie Bahnübergänge“, so die Bahn weiter.
Der Abschnitt ist ein Teil einer Reihe von Maßnahmen, die bis in den Herbst in der Oberpfalz durchgeführt werden. Insgesamt werden dabei 52 Weichen und 70 Kilometer Gleise ausgetauscht sowie sieben Bahnübergänge modernisiert, so Gerhard Reitmeier, der Leiter des Betrieb Netz Regensburg. „Leider sind die Sanierungsarbeiten so tiefgreifend, dass wir die betroffenen Strecken komplett sperren müssen“, wird er in der Mitteilung zitiert.
Welche Alternativen gibt es?
Sowohl die DB als auch die Länderbahn bieten Busverbindungen an. Die DB-Busse fahren auf der Strecke zwischen Regensburg und Schwandorf, die der Länderbahn zwischen Regensburg und der Landesgartenschau in Furth im Wald. Die Empfehlung der Chamer Mobilitätszentrale lautet dabei, „sich im Vorfeld mit dem ‘Farbmodell der Busse‘ vertraut zu machen. Die mit rot gekennzeichneten Busse fahren nonstop zwischen Regensburg und Schwandorf, die grünen Busse halten auch unterwegs.“ Die Fahrtzeit der roten Busse soll demnach um bis zu 25 Minuten kürzer sein, heißt es von der Mobilitätszentrale weiter.
Das Erreichen der vorgesehenen Anschlüsse soll damit gewährleistet werden, sofern es keine größeren unvorhergesehenen Vorkommnisse gibt.
Sprecherin der Bahn
Konkret plant die DB mit 45 Minuten Fahrzeit für die schnellen und 70 Minuten für die langsamen Busse mit den Zwischenhalten in Regenstauf und Maxhütte-Haidhof. „Das Erreichen der vorgesehenen Anschlüsse soll damit gewährleistet werden, sofern es keine größeren unvorhergesehenen Vorkommnisse gibt“, erklärt eine Sprecherin der Bahn auf Anfrage.
Der genaue Fahrplan der SEV-Busse ist in der DB-Navigator-App einsehbar. Darüber hinaus kann er im Internet heruntergeladen werden.
Wann fahren die Busse?
Die erste 70-Minuten-Verbindung von Schwandorf nach Regensburg fährt von Montag bis Freitag noch in der Nacht um 3.18 Uhr ab. Der erste 45-Minuten-Bus an jedem Tag um 5.20 Uhr. Im Verlauf des Tages sind dann je zwei direkte Busse und zwei mit Zwischenhalten in beide Richtungen pro Stunde eingeplant. Die letzten fahren abends um 23.25 (rot) beziehungsweise 00.20 Uhr (grün) von Regensburg nach Schwandorf). Um diese Uhrzeit müssten die Chamer Pendler dort dann aber wie bisher auch auf das Auto umsteigen.
Auf dem Weg nach Cham liegt die planmäßige Umsteigezeit vom Bus zum Zug zwischen acht und 28 Minuten. Auf dem Gegenweg zwischen vier und 21. Läuft alles nach Plan, dauert die Strecke von Cham nach Regensburg mit dem SEV etwa 90 Minuten.
Umgang mit Verspätungen
Im Gegensatz zum Zug auf den Schienen ist der Busverkehr den Gegebenheiten auf der Straße wie Ampeln und möglichen Staus ausgesetzt. Zumindest auf dem Abschnitt von Schwandorf nach Cham ist „aufgrund des engverzahnten Netzbetriebs von Alex und Oberpfalzbahn-Verbindungen auf der eingleisigen Strecke eine Anschlusssicherung an die Busse des Schienenersatzverkehrs nicht vorgesehen“, heißt es aus der Chamer Verkehrszentrale.
Dafür sind „sowohl in Regensburg als auch in Schwandorf“ Ansprechpartner im Einsatz, die bei der Wahl des richtigen Busses helfen sollen. In Regensburg fast rund um die Uhr, wie die Sprecherin der Bahn verrät. Ihr zufolge stehen die sogenannten „Reisendenlenker“ zwischen 6 und 22 Uhr „für Fragen zur Verfügung und können Auskünfte geben“.
Express zur Landesgartenschau
Für die Landesgartenschau in Furth im Wald wird eigens eine Direktverbindung im Einsatz sein. Jeden Freitag, Samstag und Sonntag fahren ab 8 Uhr im Stundentakt Busse von Regensburg ohne Zwischenhalt zur Landesgartenschau – gut 15 Fußminuten vom Bahnhof entfernt. Auf dem Rückweg sind sie von 9.30 bis 17.30 Uhr ebenfalls im Stundentakt unterwegs. Für die Fahrtzeiten sind rund 85 Minuten veranschlagt. Im Juli sind zusätzlich drei Busse von Montag bis Donnerstag geplant.
Ob sich alle Maßnahmen in der Praxis so umsetzen lassen, wie im Vorfeld geplant bleibt abzuwarten. „Leider lassen sich Einschränkungen in Folge von Baumaßnahmen nicht vermeiden. Die Ersatzbusse brauchen einfach länger als der reguläre Zug. Dies trifft auch die Pendler im Landkreis Cham“, heißt es aus der Verkehrszentrale. Darüber hinaus werde „ein Teil der Pendlerinnen und Pendler auf das Auto ausweichen“, ehe voraussichtlich am 23. August die Züge wieder störungsfrei fahren werden.