Mal mehr, mal weniger: So verändern sich bald die Buslinien im Landkreis Cham

Von Bernd Hofmann · 30. April 2025 um 15:00

Bei der vergangenen Sitzung des Bau- und Verkehrsausschusses wurde an den Eckpunkten zum Fahrplan und den Laufzeiten des Bus-Linienverkehrs gedreht. Einige Linien werden bald verstärkt befahren, andere weniger. Außerdem wird im Landkreis Cham ein neuer Radweg gebaut. Ein Überblick.

Grund für die Neujustierung der Fahrpläne ist das Ende verschiedener Dienstleistungsverträge nächstes Jahr. Mit der Neuvergabe 2026 stehen im Landkreis insgesamt 890 000 Streckenkilometer mit 19 Bussen frei, so Thomas Ederer vom Landratsamt, der verantwortlich den ÖPNV im Landkreis Cham managt. Generell gebe es keine Kürzungen, jedoch sollen verschiedene Angebote angepasst werden.

Bei der Neuvergabe der Linien sei es wichtig, das bestehende Angebot zu halten, so Landrat Franz Löffler (CSU). „Die Antriebswende steht an zweiter Stelle.“ Trotzdem werden auch dort weitere Schritte getan. Deshalb wurden die Laufzeiten der drei Bad Kötztinger Linien 511, 680 und 650 harmonisiert und auf Sommer 2029 befristet. „Die drei Linien erscheinen aufgrund des geografischen Profils und der Auslastung als E-Bus geeignet und haben alle den gleichen Ausgangspunkt“, erklärt Ederer. Eine Umstellung auf einen elektrischen Antrieb bei diesen Linien werde auf 2029 datiert. Nun gilt es auf die Anbieter zu hoffen, so Löffler. Deren Angebote seien ein weiterer begrenzender Faktor für das ÖPNV-Angebot im Landkreis.

Ebenfalls auf der Tagesordnung des Bauausschusses stand eine Änderung bei der Nutzung von Linienbussen. Im April 2022 wurde der Einsatz von Gelenkbussen im Landkreis ausgeschlossen, weil der Anteil an Stehplätzen im Verhältnis zu Sitzplätzen bei diesen am größten war. „Zudem wurden auch die fehlenden Halteeinrichtungen, gerade bei älteren Fahrzeugen, bemängelt“, erklärt Thomas Ederer weiter. Vor allem für junge Schüler sei es schwierig, Haltegriffe zu erreichen. Allerdings sei nach der Einführung des Deutschlandtickets das Fahrgastaufkommen so stark angestiegen, dass Gelenkbusse zwingend notwendig waren.

Wie der Bauausschuss nun beschlossen hat, sollen die Busse weiterhin genutzt werden. Denn der Verzicht auf Gelenkbusse würde mit einer Kostenerhöhung einhergehen. Ein Gelenkbus müsse durch zwei normale Busse ersetzt werden. Auch weil die neueren Generationen der Linienbusse mehr Haltegriffe haben, konnte die vorhandene Problematik entkräftet werden. Außerdem seien die neueren Generationen der Linienbusse komfortabler und würden auch für die jüngeren Schüler Haltegriffe haben.

Deshalb wird nun eine Änderung des Nahverkehrsplans durchgesetzt. Eine Nutzung von Gelenkbussen wird nicht mehr ausgeschlossen und eine Regelung für diese Busse gestrichen: Linienbusse, die über 800 000 km gefahren, aber noch keine 20 Jahre alt sind, dürfen normalerweise weiterhin fahren. Dies gilt nun für Ziehharmonika-Busse nicht mehr.

Neuer Radweg soll gebaut werden

Auch für Zweiräder gibt es bald eine Neuerung im Landkreis: Von Strahlfeld über Langwald nach Pösing soll ein neuer Radweg gebaut werden. Dieser ist insgesamt dreieinhalb Kilometer lang und führt parallel zur Kreisstraße CHA 29. Bei der Einmündung in Strahlfeld soll eine Überquerungshilfe für die Radler und eine kurze Linksabbiegespur entstehen. Weitere Feld- und Trampelwege entlang der Kreisstraße CHA 30 werden ausgebaut. In Richtung Pösing wird der dortige Gehweg auf eine Breite von zweieinhalb Meter erweitert.

Der nötige Grunderwerb für den Bau des Radweges ist bereits gesichert. Insgesamt belaufen sich die Bau- und Planungskosten auf rund 2,4 Millionen Euro, wobei 75 Prozent der Kosten von der Förderung Stadt Land übernommen übernommen werden sollen. Der Landkreis zahlt rund 300 000 Euro für den Ausbau, die Gemeinde Pösing 208 000 Euro und die Stadt Roding 244 000 Euro.

Außerdem wurde der Ausbau der Kreisstraße CHA 54 vom Kreisverkehr Biberbach in Richtung Wullnhof vergeben. Die Kosten belaufen sich auf rund 700 000 Euro. Auch der Ausbau der Ortsdurchfahrt Walting wurde vergeben – hier sind es rund 418 000 Euro. Für die Sanierung der Robert-Schuman- Gymnasiums wurden insgesamt Aufträge in Höhe von rund 12,7 Millionen Euro vergeben.

Veränderte Linien im Landkreis

Das sind die Änderungen die es, laut dem Landratsamt, in Zukunft beim Linienverkehr im Landkreis Cham geben soll:

• Linie 180 Sattelbogen/810 Cham-Regensburg: Die letzte Rückfahrt aus Regensburg wird auf Falkenstein gekürzt (bisher Cham)

• Linie 219: Cham-Roding-Zell-Bernhardswalt-Regensburg: Abschnitt Cham-Roding entfällt, Linienbeginn am Bahnhof Roding, Samstagsverkehr entfällt, Nachmittagsverkehr neu verplant mit zusätzlicher Fahrmöglichkeit für Schüler aus zell/Wald am Nachmittag

• Linie 680 Bad Kötzting-Wettzell-Viechtach: Linie wurde bereits erheblich erweitert, zusätzliches Frühangebot (5.30 bzw. 6 Uhr) Vormittagsangebot wurde wenig nachgefragt, ein Fahrtenpaar entfällt. Letzte Fahrt ab Viechtach um 18.30 wird als Rufbus umgewandelt. Geforderte Rückkehr zum Altmodel wurde geprüft und die Meinung wird vertreten das „ein geringer Zeitvorteil für eine überschaubare Gruppe diesen Mitteleinsatz nicht rechtfertigt.“

• Linie 590/612 Furth im Wald-Neukirchen-Lam-Arber: Stärkung Anbindung des Hohen Bogen, vor allem im Winter. Ausweitung des Ferienangebots im Winter, insbesonders in den Osterferien. Fehlende Anbindung des Schulstandorts Cham aus Lohberg wird hergestellt. Ausdünnung des Skibusangebots im Januar und Februar

• Linie 611 Lam-Arrach-Haibühl - Bad Kötzting: Verkürzte Laufzeit um Fahrzeiten an die Taktverdichtung der Bahn 2030 anpassen zu können.

• Linie 511 Rimbach/ Furth im Wald- Arnschwang - Kothmaißling - Cham: Neue Routenführung die den Linienbetrieb und Förderschulbus Furth im Wald zusammenfässt. Alle bisherigen Haltestellen werden bedient, Fahrzeiten verlängern sich geringfügig. Die Abendfahrt wird auf Rufbus umgestellt.

• Linie 618/614 Bodenmais - Eck - Arrach - Lam: Bewährte Konzept wird beibehalten. Zu prüfen bleibt ob werktags an zwei Tagen nicht nur nach Hamry sondern auch nach Klatovy gefahren werden sollte.